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Hunderte Tote im Irak Schlimmster Anschlag seit Saddams Sturz

15.08.2007 ·  Bei einer der verheerendsten Anschlagsserien seit dem Beginn des Irak-Krieges sind mindestens 250 Menschen getötet worden. Drei Selbstmordattentäter hatten sich im Norden des Landes kurz hintereinander in die Luft gesprengt.

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Mindestens 250 Menschen sind bei einem der schlimmsten Terroranschläge im Irak seit dem Sturz des Saddam-Regimes getötet worden. Der Sprecher der 3. Division der irakischen Armee, Hauptmann Mohammed al-Obaidi, sagte am Mittwoch, etwa 400 weitere Iraker seien bei der Bombenserie am Dienstagabend in Sindschar im Nordwesten des Landes verletzt worden.

Ein Krankenhausdirektor in Sindschar nannte dem arabischen Nachrichtensender Al Dschazira sogar 500 Todesopfer. Diese Zahl wurde jedoch von den Behörden zunächst nicht bestätigt. Der Anschlag in zwei Vororten, die von kurdischen Jesiden bewohnt werden, löste in Bagdad und auch international Empörung aus.

Als „Teufelsanbeter“ beschimpft

Während die Bergungsarbeiten in den Ruinen von 30 Häusern eines Wohnviertels fortgesetzt wurden, verhängten die Behörden der Provinz Ninive eine Ausgangssperre über den Ort. Beim Transport von Verletzten, die in dem überfüllten Krankenhaus von Sindschar nicht behandelt werden konnten, halfen amerikanische Soldaten. Ein Teil der Verletzten wurde nach Dohuk an der Grenze zur Türkei gebracht. Sindschar liegt nahe der syrischen Grenze (Siehe auch: Jesiden im Nordirak: Scheich Adis verfolgte Anhänger).

Bei den Opfern der Anschlagserie an einem Busbahnhof und in dem Wohnviertel handelt es sich hauptsächlich um Angehörige der jesidischen Glaubensrichtung. Von vielen Muslimen werden die jesidischen Kurden abgelehnt und fälschlicherweise als „Teufelsanbeter“ beschimpft. In der Region rund um die Stadt Mossul war es wiederholt zu Spannungen zwischen den Jesiden und sunnitischen Muslimen gekommen.

Der „schwarze Terror“

Der irakische Staatspräsident Dschalal Talabani, ein Kurde, erklärte, dieses „verabscheuungswürdige Verbrechen“ sei ein weiterer Beweis dafür, dass der „schwarze Terror“ derjenigen, die andere zu Ungläubigen erklärten, niemanden im Irak verschone. Auch der sunnitische Rat der Religionsgelehrten verurteilte den Anschlag. Er machte die „Besatzungstruppen und die Regierung“ für den Mangel an Sicherheit verantwortlich und erklärte, hinter der Bombenserie steckten Menschen, die versuchten, „die irakische Landkarte neu zu zeichnen“ und die demographischen Verhältnisse zu ändern.

Die amerikanische Regierung verurteilte die Anschläge als „heimtückische und herzlose Morde“. Die Attacken zeigten erneut, wie weit Extremisten „zu gehen bereit sind, um den Irak daran zu hindern, ein stabiles und sicheres Land zu werden“, zitierten amerikanische Medien die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino.
Die amerikanischen Truppen teilten unterdessen mit, amerikanische und irakische Soldaten hätten am Dienstag in der Stadt Nadschaf einen schiitischen Milizenführer gefangen genommen. Dieser soll noch im vergangenen Jahr Mitglied der Miliz des radikalen Predigers Muktada al-Sadr gewesen sein. Später habe er seine eigene Miliz gegründet.

Hubschrauber abgeschossen

Die amerikanische Armee berichtete weiter, fünf amerikanische Soldaten seien am Dienstag durch den Absturz eines Hubschraubers vom Typ CH-47 Chinook in der westlichen Provinz Anbar ums Leben gekommen. Ärzte im Krankenhaus der kurdischen Stadt Suleimanija im Nordosten des Landes teilten am Mittwoch mit, in Chanakin (167 Kilometer nordöstlich von Bagdad) sei am Dienstag ein Massengrab mit 33 Leichen gefunden worden. Die meisten der Opfer hätten traditionelle kurdische Kleidung und Augenbinden getragen. Sie seien vermutlich während des Aufstandes von 1991 von Regierungstruppen erschossen worden.

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