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Andreas Ross (anr.)

Hugo Chávez : Der gerufene Quälgeist

Zähneknirschend hatte Kolumbiens Präsident Uribe den Nachbarcäsaren Chávez mit der Mission betraut, seinen Gesinnungsgenossen der Farc wenigstens einige Geiseln zu entwinden. Doch aus der Heldentat wurde nichts. Nun wird es schwierig für Uribe, den Quälgeist loszuwerden, den er rief.

          Wenn es um die Befreiung von Landsleuten geht, sind Regierungen nicht zimperlich bei der Partnerwahl. Zähneknirschend hatte Kolumbiens Präsident Uribe den Nachbarcäsaren Chávez mit der Mission betraut, seinen pseudomarxistischen Gesinnungsgenossen der Farc wenigstens einige Geiseln zu entwinden.

          Prompt wurde Chávez dann auch im Pariser Elysée-Palast hofiert (kurz bevor dort der Dauercamper Gaddafi ein und aus ging). Argentiniens Präsidentin Kirchner schickte ihren Gatten per Präsidentenflugzeug in den Dschungel, um Chávez' Heldentaten zu bezeugen. Und Brasiliens Emissär jubelte vorab, man werde dort nur den Auftakt zum großen Happy End erleben. Passiert ist nichts.

          Nun versucht Uribe zum zweiten Mal, den Quälgeist loszuwerden, den er rief. Doch das wird schwierig, da halb Lateinamerika Venezuelas Showpräsident hörig zu sein scheint. Dessen jüngste Andeutung, die Aktion müsse womöglich im Geheimen fortgesetzt werden, ist eine Verhöhnung der Geiseln - und jener Regierungen, die allzu versessen darauf waren, in Chávez' Schmierenstück als Statisten aufzutreten.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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