20.07.2011 · Die UN haben zwei Regionen in Somalia zu Hungergebieten erklärt. Die Krise in dem Land am Horn von Afrika könnte sich noch ausdehnen, wenn nicht umgehend Hilfe bereitgestellt werde, hieß es in Nairobi.
Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch zwei Regionen im Süden Somalias offiziell zu Hungergebieten erklärt, nachdem im Zusammenhang mit der Dürre am Horn von Afrika bislang lediglich von einer Lebensmittekrise die Rede war.
In den beiden Regionen Bakool und Lower Shabelle sei die Lage aber inzwischen so dramatisch, dass von einer Hungersnot gesprochen werden müsse, hieß es am Sitz des regionalen UN-Koodinierungsbüros in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Die Katastrophe könnte sich auf alle acht Regionen im Süden Somalias ausdehnen.
Nach Definition der Vereinten Nationen herrscht eine Hungersnot, wenn 20 Prozent aller Haushalte von „extremen Mangel an Lebensmittel“ betroffen seien, mehr als 30 Prozent der Bevölkerung an Unterernährung leide und die Sterblichkeitsrate pro Tag bei mehr als zwei Personen je 10.000 Menschen liege. In Bakool und Lower Shabelle sollen bis zu 350.000 Menschen inzwischen Hunger leiden. Beide Regionen werden von der radikalen islamistischen Al-Shabaab-Miliz kontrolliert.
Die mit Al Qaida verbündeten Extremisten hatten zwar ihren Bann für westliche Hilfsorganisationen in der vergangenen Woche aufgehoben, gleichwohl kommt kaum Hilfe ins Land, weil die Shabaab bislang weder Sicherheitsgarantien für ausländisches Personal abgegeben noch Bewegungsfreiheit zugesagt haben. Die Erhebungen seien von lokalen Partnern der Vereinten Nationen vorgenommen worden, hieß es.