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Hillary Clinton in Afrika : Wo China noch der Maßstab ist

Erste Station: Hillary Clinton in Kenia mit Präsident Mwai Kibaki (links) und Premierminister Raila Odinga Bild: dpa

In Afrika will Hillary Clinton mit der Ausübung „kluger“ Macht Sympathie gewinnen. Dazu gehört der Kontakt zu einfachen Leuten - nicht nur Verträge mit Regierenden. Ob das der „plumpen“ Politik Chinas etwas entgegensetzt, muss sich zeigen.

          Vor drei Wochen besuchte Präsident Barack Obama bei seiner ersten Reise in ein Land südlich der Sahara das westafrikanische Land Ghana. In der Hauptstadt Accra versprach er, die Vereinigten Staaten wollten Afrikas Partner sein, denn Afrika sei „ein fundamentaler Teil unserer vernetzten Welt“. Diese Partnerschaft müsse auf „gegenseitiger Verantwortung“ gegründet sein. Dem Präsidenten und seiner Familie wurde in Ghana ein veritabler Heldenempfang bereitet.

          Matthias Rüb

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Der erste Staatsbesuch in Schwarzafrika war für Obama selbstredend ein „Heimspiel“. Die Wahl eines Schwarzen, dessen Vater aus Kenia stammt, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten hat bei vielen Menschen in Afrika die Sympathie für Amerika verstärkt. Eine Gallup-Umfrage hat jüngst ergeben, dass die Befragten in neun Staaten südlich der Sahara durchschnittlich zu 87 Prozent eine Führungsrolle der Vereinigten Staaten in Afrika und in der Welt befürworteten. Es waren dafür im März und April persönliche Interviews mit jeweils mindestens tausend Menschen in Djibouti, Kamerun, Kenia, auf den Komoren, in Mauretanien, Senegal, Somaliland, Südafrika und Uganda geführt worden.

          Handel, gutes Regieren, Menschenrechte

          Im vergangenen Jahr hatten sich immerhin 80 Prozent zustimmend zu einer amerikanischen Führungsrolle geäußert. Das war nicht zuletzt ein Verdienst der Afrikapolitik von George W. Bush, der dank seiner umfassenden Unterstützung des Kampfes gegen Aids und Malaria in Schwarzafrika ein so hohes Ansehen genießt wie in keiner anderen Weltgegend.

          Große Sympathie für Amerika: Ghanaer beim Besuch Barack Obamas im Juli
          Große Sympathie für Amerika: Ghanaer beim Besuch Barack Obamas im Juli : Bild: AP

          Auf dieses solide Fundament will die Regierung Präsident Obamas aufbauen. Am Dienstag ist Außenministerin Hillary Clinton zu ihrer bisher längsten Auslandsreise aufgebrochen: An insgesamt elf Tagen will sie sieben afrikanische Staaten besuchen. Erste Station ihrer Reise war Kenia, wo die Außenministerin am Mittwoch in der Hauptstadt Nairobi eine programmatische Rede zu den wichtigsten Themen ihrer Gespräche hielt: Neben dem Handel und der Energiepolitik sind dies gute Regierungsführung, Kampf gegen die Korruption und für die Einhaltung von Menschen- und zumal Frauenrechten sowie die Verbesserung der Bildungschancen.

          Aus dem State Department und dem Weißen Haus hieß es vor der Reise Frau Clintons, Afrika solle künftig einen prominenten Platz in der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik einnehmen - den zahlreichen Herausforderungen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Asien zum Trotz. Nie zuvor seien ein Präsident und sein oberster Diplomat so früh nach der Regierungsübernahme zu Reisen nach Schwarzafrika aufgebrochen, hieß es weiter.

          China exportiert deutlich mehr

          Dass es mit Blick auf die Zustände in Afrika und auch auf die amerikanisch-afrikanischen Handelsbeziehungen viel zu verbessern gibt, ist unbestritten. Das 2000 vom Kongress beschlossene Handels- und Wirtschaftsförderungsprogramm „African Growth and Opportunity Act“ (Agoa) hat noch nicht zu den erwünschten Wachstumsraten beim Handel und bei den amerikanischen Investitionen geführt. Nur drei Prozent der amerikanischen Einfuhren stammen aus den 48 Staaten südlich der Sahara, und gerade einmal gut ein Prozent der Exporte aus den Vereinigten Staaten gehen nach Schwarzafrika. Die Vereinigten Staaten importieren aus Afrika vor allem Öl, das aus Nigeria und aus Angola stammt. Die fünft- und sechstgrößten Erdöllieferanten der Vereinigten Staaten sind allein für gut 92 Prozent aller amerikanischen Importe aus den Agoa-Staaten verantwortlich.

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