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Henrys Handspiel Sarkozys „Pardon“ als Trostpflaster für die Iren

20.11.2009 ·  Der umstrittene französische Treffer beim WM-Qualifikationsspiel gegen Irland war heimlich das beherrschende Thema beim EU-Sondergipfel. Frankreichs Präsident Sarkozy mühte sich seinem „Freund“, dem irischen irischen Ministerpräsidenten Cowen, Trost zu spenden.

Von Johannes Leithäuser, London
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Der irische Ministerpräsident Brian Cowen hat auf dem Weg nach Brüssel weder den Stolz darauf auskosten können, dass sein Land es mittels einer zweiten Volksabstimmung über den Lissabonner Vertrag überhaupt erst ermöglicht hat, Europa eine neue Führung zu geben, noch hat der irische Taoiseach seine Gedanken an eigene Personalvorschläge für die neuen Posten hängen können.

Stattdessen steckte der Name eines französischen Fußballprofis in Cowens Kopf: Es war der Nationalmannschaftskapitän Thierry Henry, der in der Verlängerung des entscheidenden Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiels Frankreich gegen Irland die Hand zum Ball führte und mit dieser regelwidrigen Bewegung den Treffer zum 1:1-Ausgleich seines Teamkollegen William Gallas ermöglichte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Iren in dem Länderspiel am Mittwochabend geführt und ihre Chancen auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft gewahrt.

Während viele Fußballfans in Irland die Worte „Betrug“ und „Franzosen“ in einem Satz zusammenfassten und ihre Beschwerden zu Tausenden auf Internet-Fan-Seiten und Foren der irischen Fußballgemeinde hinterließen, sah sich Cowen in der heiklen Lage, auf dem Brüsseler Gipfel die Begegnung mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zu suchen, um den Ärger zu Hause zu stillen.

Sarkozy entschuldigt sich

Der Taoiseach mühte sich zugleich, Hoffnungen zu dämpfen, es könne für das Fußballdrama womöglich eine politische Lösung geben; er sagte, er habe Sarkozy vor Augen geführt, welches Maß an Enttäuschung in Irland nun herrsche; im Übrigen müsse die Sache aber von den Organisationen des Weltfußballs behandelt werden und nicht etwa von der Europäischen Union.

Sarkozy, der einst in Irland nach dem ersten gescheiterten Referendum mit herablassenden Äußerungen viel Ärger verursacht hatte, verstand jetzt sogleich, worauf es in dieser Begegnung ankam: „Ich sagte zu Brian Cowen, der, wie Sie alle wissen, ja ein Freund von mir ist, dass mir die irische Mannschaft leid tut und dass ich sehr beeindruckt war vom Talent und von dem Eifer, mit dem die Iren spielten.“

Mit diesem Trostpflaster kehrte Cowen am Freitag nach Dublin zurück, wo sein Sportminister derweil an den Fußball-Weltverband geschrieben hatte, um eine Wiederholung des Spieles zu erreichen. Die französische Zeitung „Le Monde“ steuerte ein Versöhnungszeichen bei: Sie veröffentlichte eine nicht repräsentative Umfrage, bei der fast 90 Prozent der mehr als 100.000 teilnehmenden Leser urteilten, statt Frankreich habe Irland die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr verdient.

Der irische Ministerpräsident Brian Cowen hat auf dem Weg nach Brüssel weder den Stolz darauf auskosten können, dass sein Land es mittels einer zweiten Volksabstimmung über den Lissabonner Vertrag überhaupt erst ermöglicht hat, Europa eine neue Führung zu geben, noch hat der irische Taoiseach seine Gedanken an eigene Personalvorschläge für die neuen Posten hängen können.

Stattdessen steckte der Name eines französischen Fußballprofis in Cowens Kopf: Es war der Nationalmannschaftskapitän Thierry Henry, der in der Verlängerung des entscheidenden Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiels Frankreich gegen Irland die Hand zum Ball führte und mit dieser regelwidrigen Bewegung den Treffer zum 1:1-Ausgleich seines Teamkollegen William Gallas ermöglichte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Iren in dem Länderspiel am Mittwochabend geführt und ihre Chancen auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft gewahrt.

Während viele Fußballfans in Irland die Worte „Betrug“ und „Franzosen“ in einem Satz zusammenfassten und ihre Beschwerden zu Tausenden auf Internet-Fan-Seiten und Foren der irischen Fußballgemeinde hinterließen, sah sich Cowen in der heiklen Lage, auf dem Brüsseler Gipfel die Begegnung mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zu suchen, um den Ärger zu Hause zu stillen.

Sarkozy entschuldigt sich

Der Taoiseach mühte sich zugleich, Hoffnungen zu dämpfen, es könne für das Fußballdrama womöglich eine politische Lösung geben; er sagte, er habe Sarkozy vor Augen geführt, welches Maß an Enttäuschung in Irland nun herrsche; im Übrigen müsse die Sache aber von den Organisationen des Weltfußballs behandelt werden und nicht etwa von der Europäischen Union.

Sarkozy, der einst in Irland nach dem ersten gescheiterten Referendum mit herablassenden Äußerungen viel Ärger verursacht hatte, verstand jetzt sogleich, worauf es in dieser Begegnung ankam: „Ich sagte zu Brian Cowen, der, wie Sie alle wissen, ja ein Freund von mir ist, dass mir die irische Mannschaft leid tut und dass ich sehr beeindruckt war vom Talent und von dem Eifer, mit dem die Iren spielten.“

Mit diesem Trostpflaster kehrte Cowen am Freitag nach Dublin zurück, wo sein Sportminister derweil an den Fußball-Weltverband geschrieben hatte, um eine Wiederholung des Spieles zu erreichen. Die französische Zeitung „Le Monde“ steuerte ein Versöhnungszeichen bei: Sie veröffentlichte eine nicht repräsentative Umfrage, bei der fast 90 Prozent der mehr als 100.000 teilnehmenden Leser urteilten, statt Frankreich habe Irland die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr verdient.

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent in London.

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