Home
http://www.faz.net/-gpf-74k33
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Heftige Kämpfe Kongos Armee stoppt Rebellen

Nach heftigen Kämpfen rund 15 Kilometer südlich der Garnisonsstadt Saké hat die kongolesische Armee die Rebellen des „M 23“ gestoppt. Runiga Lugerero, politischer Kopf der Rebellion, traf zu Gesprächen in Uganda ein.

© AFP Vergrößern Der politische Kopf der Rebellion: Runiga Lugerero

Die Rebellen des „M 23“, die in dieser Woche die ostkongolesische Großstadt Goma erobert haben, sind bei ihrem Vormarsch in Richtung Bukavu offenbar gestoppt worden. Bukavu liegt rund 130 Kilometer von Goma entfernt am südlichen Rand des Kivusees. Nach zunächst unbestätigten Angaben wurde der Vormarsch rund 15 Kilometer südlich der Garnisonsstadt Saké von der kongolesischen Armee sowie den mit ihr verbündeten Maï-Maï-Milizen zum Stehen gebracht. Angaben über Opfer der heftigen Kämpfe lagen nicht vor.

Thomas Scheen Folgen:    

Nach Angaben des kongolesischen Generalstabs sollen die zwei Bataillone der ruandischen Armee, die den Rebellen Feuerschutz bei ihrer Eroberung auf Goma gegeben haben sollen, das Land verlassen haben. Am Donnerstag war der Oberkommandierende der kongolesischen Landstreitkräfte, Generalmajor Gabriel Amisi, abgesetzt worden. Die UN hatten ihn beschuldigt, einen Waffenhandel mit diversen Rebellengruppen zu treiben.

Keine Duldung einer „Infragestellung der territorialen Integrität“

Der politische Kopf der Rebellion, Runiga Lugerero, ist am Freitag zu Gesprächen mit dem ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni in Kampala eingetroffen. Museveni und der ruandische Präsident Paul Kagame hatten die Rebellen nach massivem internationalem Druck am Mittwoch aufgefordert, Goma sofort zu verlassen. Insbesondere Ruanda wird verdächtigt, die Rebellen militärisch zu unterstützen, was die Regierung in Kigali bestreitet. Lugerero macht einen Abzug aus Goma aber von politischen Verhandlungen mit der kongolesischen Regierung abhängig.

Karte / Kongo / Bukavu © F.A.Z. Vergrößern

An diesem Samstag beginnt in Kampala ein Sondergipfel der „Internationalen Konferenz der Region der Großen Seen“ zur Lage in Kongo. Dem Gremium gehören neben Uganda, Ruanda und Kongo noch Burundi, die Zentralafrikanische Republik, Kenia, Sudan, Tansania, Sambia und die Regionalmacht Angola an. Angolas Botschafter in Kinshasa hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass seine Regierung die „Infragestellung der territorialen Integrität Kongos nicht dulden“ werde. Die gut ausgebildeten angolanischen Streitkräfte hatten während des sogenannten zweiten kongolesischen Krieges von 1998 an auf Seiten der kongolesischen Regierung in die Kämpfe gegen die von Ruanda unterstützten Rebellengruppen eingegriffen und die Hauptstadt vor der Einnahme bewahrt. Die Beziehungen zwischen Kinshasa und Luanda gelten als sehr gut.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Migration Afrika leidet unter seiner Bildungsmisere

Über das Mittelmeer flieht nur ein kleiner Teil der Migranten. Die Mehrheit der afrikanischen Migranten sucht ihr Glück auf dem eigenen Kontinent. Vor allem Südafrika und die Elfenbeinküste locken Einwanderer. Mehr Von Thomas Scheen, Johannesburg

22.04.2015, 18:52 Uhr | Wirtschaft
IS Türkei und Amerika wollen tausende syrische Rebellen ausbilden

Die Vereinigten Staaten wollen im Kampf gegen die Terrormiliz IS Soldaten als Ausbilder in die Region schicken. Sie sollen dort Kämpfer gemäßigter Rebellengruppen trainieren. Mehr

21.02.2015, 09:55 Uhr | Politik
Krise im Jemen Obama warnt Iran vor Waffenlieferungen an Houthis

Der amerikanische Präsident hat Iran indirekt vor Waffenlieferungen an die Houthi-Rebellen im Jemen gewarnt. Ein Stellvertreterkrieg um die Macht in der Region sei keine Lösung, sagte er. Mehr

22.04.2015, 09:42 Uhr | Politik
Gefechte in Syrien Amateurvideo zeigt Verwüstung nach Kämpfen in Aleppo

Bei Gefechten zwischen der syrischen Armee und Rebellengruppen soll eine Schule in Aleppo beschossen worden sein. Mehr

15.04.2015, 17:24 Uhr | Politik
Neue Waffenlieferungen Amerika wirft Russland Aufrüstung in der Ostukraine vor

Russland hat nach Angaben der Vereinigten Staaten Luftabwehrsysteme und schwere Waffen in die Ostukraine gebracht. Außerdem sei die Truppenpräsenz an der Grenze stark erhöht worden. Auch Drohnen spielen nun eine Rolle in dem Konflikt. Mehr

23.04.2015, 03:53 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.11.2012, 16:30 Uhr

Der einzige Ausweg

Von Heike Schmoll, Berlin

Der Odenwaldschule ist nach Bekanntwerden des massenhaften Missbrauchs kein Neuanfang gelungen – obwohl sie die Chance dazu gehabt hätte. Schule und Leitung sind in alte Muster zurückgefallen. Mehr 14 13