http://www.faz.net/-gpf-74k33
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 23.11.2012, 16:30 Uhr

Heftige Kämpfe Kongos Armee stoppt Rebellen

Nach heftigen Kämpfen rund 15 Kilometer südlich der Garnisonsstadt Saké hat die kongolesische Armee die Rebellen des „M 23“ gestoppt. Runiga Lugerero, politischer Kopf der Rebellion, traf zu Gesprächen in Uganda ein.

von , Johannesburg
© AFP Der politische Kopf der Rebellion: Runiga Lugerero

Die Rebellen des „M 23“, die in dieser Woche die ostkongolesische Großstadt Goma erobert haben, sind bei ihrem Vormarsch in Richtung Bukavu offenbar gestoppt worden. Bukavu liegt rund 130 Kilometer von Goma entfernt am südlichen Rand des Kivusees. Nach zunächst unbestätigten Angaben wurde der Vormarsch rund 15 Kilometer südlich der Garnisonsstadt Saké von der kongolesischen Armee sowie den mit ihr verbündeten Maï-Maï-Milizen zum Stehen gebracht. Angaben über Opfer der heftigen Kämpfe lagen nicht vor.

Thomas Scheen Folgen:

Nach Angaben des kongolesischen Generalstabs sollen die zwei Bataillone der ruandischen Armee, die den Rebellen Feuerschutz bei ihrer Eroberung auf Goma gegeben haben sollen, das Land verlassen haben. Am Donnerstag war der Oberkommandierende der kongolesischen Landstreitkräfte, Generalmajor Gabriel Amisi, abgesetzt worden. Die UN hatten ihn beschuldigt, einen Waffenhandel mit diversen Rebellengruppen zu treiben.

Keine Duldung einer „Infragestellung der territorialen Integrität“

Der politische Kopf der Rebellion, Runiga Lugerero, ist am Freitag zu Gesprächen mit dem ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni in Kampala eingetroffen. Museveni und der ruandische Präsident Paul Kagame hatten die Rebellen nach massivem internationalem Druck am Mittwoch aufgefordert, Goma sofort zu verlassen. Insbesondere Ruanda wird verdächtigt, die Rebellen militärisch zu unterstützen, was die Regierung in Kigali bestreitet. Lugerero macht einen Abzug aus Goma aber von politischen Verhandlungen mit der kongolesischen Regierung abhängig.

Karte / Kongo / Bukavu © F.A.Z. Vergrößern

An diesem Samstag beginnt in Kampala ein Sondergipfel der „Internationalen Konferenz der Region der Großen Seen“ zur Lage in Kongo. Dem Gremium gehören neben Uganda, Ruanda und Kongo noch Burundi, die Zentralafrikanische Republik, Kenia, Sudan, Tansania, Sambia und die Regionalmacht Angola an. Angolas Botschafter in Kinshasa hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass seine Regierung die „Infragestellung der territorialen Integrität Kongos nicht dulden“ werde. Die gut ausgebildeten angolanischen Streitkräfte hatten während des sogenannten zweiten kongolesischen Krieges von 1998 an auf Seiten der kongolesischen Regierung in die Kämpfe gegen die von Ruanda unterstützten Rebellengruppen eingegriffen und die Hauptstadt vor der Einnahme bewahrt. Die Beziehungen zwischen Kinshasa und Luanda gelten als sehr gut.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Trump-Biographie Er baut einfach alles, manchmal auch Mist

Biograf Michael D’Antonio verspricht der interessierten Welt Die Wahrheit über Donald Trump. Doch die Analyse des Krawallkandidaten versteckt sich in einem eher unterbelichteten Buch. Mehr Von Dietmar Dath

25.07.2016, 21:47 Uhr | Feuilleton
Bayrischer Innenminister Herrmann: Ansbach-Attentäter hatte direkt vor Anschlag Chat-Kontakt

Nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann hatte der 27-jährige Syrer unmittelbar vor der Tat Kontakt mit jemandem, der maßgeblich auf das Attentatsgeschehen Einfluss genommen habe. Mehr

27.07.2016, 16:39 Uhr | Politik
Kammerphilharmonie Bremen Rebellen im Kulturbetrieb

In Bremen spielt eines der besten Orchester der Welt. Dahinter steckt ein besonderes Modell – mit Musikern in Doppelfunktion. Mehr Von Christian Müßgens, Bremen

26.07.2016, 17:01 Uhr | Wirtschaft
Nach Mord an Priester Hollande empfängt Vertreter der Religionsgemeinschaften

Einen Tag nach dem grausamen Mord an einen katholischen Priester durch Islamisten hat Frankreichs Präsident Francois Hollande ein demonstratives Zeichen religiöser Toleranz gesetzt. Die Bewohner von Saint-Eienne-du-Rouvray stehen unter Schock, viele kannten den getöteten Priester. Mehr

27.07.2016, 16:26 Uhr | Politik
Kampf gegen IS in Libyen Dämonen des Terrors

Während der Terror des Islamischen Staats offenbar Deutschland erreicht hat, geht der Kampf gegen die Terrormiliz in Libyen weiter. Ein Frontbesuch in Sirte, wo Milizen aus Misrata gegen Dschihadisten kämpfen. Mehr Von Christoph Ehrhardt, Misrata/Sirte

27.07.2016, 08:06 Uhr | Politik

Auch Deutschland ist ins Mark getroffen

Von Günter Bannas, Berlin

„Vorschnelle Schlüsse verbieten sich“ - das ist zum Konsens in der Koalition nach den Bluttaten in Bayern geworden. Trotzdem schwang der Ruf nach der Kanzlerin bei Seehofer mit. Angela Merkel hat verstanden, dass jetzt Präsenz gefragt ist.. Mehr 19