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Heftige Kämpfe in Aleppo : Russland blockiert Flugverbot über Syrien

  • Aktualisiert am

Im von Rebellen gehaltene Stadtteil al-Qaterji in Aleppo nach einem Angriff am 21. September. Bild: Reuters

Nach dem Ende der Waffenruhe in Syrien ist der Krieg mit voller Härte nach Aleppo zurückgekehrt. Eine Flugverbotszone, wie sie Amerika und Deutschland vorschlagen, lehnt Russland aber ab.

          Der Vorschlag Amerikas, über bestimmten Regionen in Syrien Flugverbot einzurichten, hat offenbar wenig Chancen, bald Realität zu werden. Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge: „Diese Initiative ist zumindest im Moment nicht umsetzbar.“ Zunächst müssten die Vereinigten Staaten und ihre Partner Druck ausüben „auf jene Kräfte, die denken, dass nur Krieg das Problem lösen kann.“ Moskau sei derzeit nicht überzeugt, dass die Ideen von US-Außenminister John Kerry funktionieren könnten.

          Für die Idee solcher Flugverbotszonen hatte am Mittwochabend auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier geworben. Dass dringend friedliche Lösungen für den Krieg in Syrien nötig sind, zeigt die Lage in Aleppo. Auf die umkämpfte Stadt sind in der Nacht zum Donnerstag offenbar die heftigsten Luftangriffe seit Monaten geflogen worden. Das teilten Rebellen und die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Von der syrischen Armee gab es zunächst keine Stellungnahme. Auch in Staatsmedien wurden die Luftangriffe nicht erwähnt. Nach Angaben von Aktivisten kamen bei den Angriffen der syrischen und russischen Armee auch Brandbomben zu Einsatz.

          Durch die Bombardierung seien in der Nacht mehrere Feuer ausgebrochen, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP. Die Rebellen wiederum griffen die von Regierungstruppen gehaltenen Stadtteile mit Mörsergranaten an, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Bei den Luftangriffen am Mittwoch wurden demnach zwölf Zivilisten getötet. Die Angaben der Beobachtungsstelle können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Die Initiative mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk vor Ort.

          Nach dem Ende der Waffenruhe waren die Gefechte in dem Bürgerkriegsland am Mittwoch wieder voll entbrannt. Der amerikanische Außenminister John Kerry forderte, dass Kampfflugzeug-Einsätze von Russland und Syrien sofort eingestellt werden müssten. Nur so könne der Waffenstillstand gerettet und das „Gemetzel" beendet werden.

          Boris Johnson beschuldigt Russland

          Der britische Außenminister Boris Johnson sagte am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat, es gebe „starke Hinweise“ darauf, dass Russland für den Beschuss des Konvois mit UN-Hilfsgütern verantwortlich sei. Amerikanische Sicherheitsbehörden hatten Russland schon beschuldigt, doch Johnson ist die erste Amtsperson, die das auch öffentlich formuliert. Russland hingegen bestreitet, den Konvoi beschossen zu haben und beschuldigte Rebellen, die Waffenruhe gebrochen zu haben.

          Amerika und Russland : Streit über Angriff auf Hilfskonvoi in Syrien

          Johnson sagte: „Es gibt nur zwei beteiligte Gruppen, die in der Lage waren, diesen Angriff in dieser Region zu fliegen – die Syrer und die Russen. Und wir bezweifeln die Fähigkeit der Syrer, nachts zu fliegen.“ Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bei der UN-Vollversammlung in New York ebenfalls gesagt, dass es sich um kein syrisches Flugzeug gehandelt haben könne, da diese bei Dunkelheit nicht fliegen könnten. Doch die Russen streiten eine Verwicklung in den Fall ab: Russische Flugzeuge seien zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe des Angriffsorts gewesen. Die Russen verbreiten die Theorie, es habe keinen Luftangriff gegeben, sondern der Konvoi sei mit Artillerie von Rebellen angegriffen worden.

          Quelle: reba./Reuters/dpa/AFP

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