12.08.2010 · Ein ehemaliger Koch Bin Ladins ist in Guantánamo Bay zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Es war das erste derartige Urteil seit Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, der das Gefangenenlager eigentlich schon lange schließen wollte.
Eine amerikanische Militärjury in Guantánamo Bay hat den ehemaligen Koch von Usama bin Ladin, Ibrahim Ahmed Mahmud Al-Qosi, am Mittwoch zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Es ist aber mehr als zweifelhaft, dass der 50 Jahre alte Sudanese tatsächlich so lange in Haft bleibt. Ankläger und Verteidiger hatten bereits zuvor ein Strafmaß ausgehandelt, das am Montag von der zuständigen Militärrichterin akzeptiert worden war. Wie hoch diese Strafe ist, wurde - aus Sicherheitsgründen, wie es hieß - vorläufig geheim gehalten.
Nach den Regeln gilt für Al-Qosi nun die Strafe, die milder ist. Die höhere kommt dann auf ihn zu, wenn er gegen Bedingungen verstößt, die in der Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung festgelegt sind. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das von der Richterin gebilligte Strafmaß unter den 14 Jahren Haft liegt. Die Jury selbst wurde vor ihren Beratungen nicht über den Inhalt der zuvor getroffenen Übereinkunft informiert.
Gericht muss der Strafe noch zustimmen
Al-Qosi hatte sich im Juli freiwillig für schuldig erklärt. Ein solcher Schritt ermöglicht es, dass sich die Gegenseiten auf eine Strafe verständigen, der dann das Gericht aber zustimmen muss. Dadurch wird ein Prozess mit oft hohen Kosten vermieden - und der Angeklagte kommt meistens deutlich glimpflicher davon, als es bei einem Schuldspruch in einem Prozess der Fall gewesen wäre.
Al-Qosi hatte im Juli zugegeben, Ende der 1990er Jahre Usama bin Ladin in afghanischen Al-Qaida-Lagern unterstützt zu haben. Er war 2001 in Afghanistan festgenommen worden und sitzt seit 2002 in Guantánamo. Er soll Bin Ladin auch als Leibwächter und Fahrer gedient haben.