In Großbritannien hat die Labour-Partei ihren deutlichen Vorsprung vor den Konservativen in den Umfragen nahezu eingebüßt. Damit wachsen Zweifel, ob Premierminister Gordon Brown tatsächlich schon bald vorgezogene Neuwahlen ausrufen wird.
Die Umfrage von Yougov für den Sender Channel 4 wies am Donnerstag für Labour noch 40 Prozent und für die oppositionellen Tories 36 Prozent aus. Damit schmolz der Vorsprung aus der Vorwoche von elf auf vier Punkte zusammen. In einer Umfrage des „Guardian“ lagen die beiden Lager sogar gleichauf mit jeweils 38 Prozent.
Versprechungen der Konservativen
Als Ursache für die Entwicklung sehen Beobachter den jüngsten Parteitag der Konservativen. Dort waren den Bürgern Steuererleichterungen beim Hauskauf und bei der Erbschaftssteuer versprochen worden.
Brown hatte im Juni die Regierungsgeschäfte von Tony Blair übernommen und zuletzt in Umfragen stark abgeschnitten. Offensichtlich waren die Wähler mit seinem Krisenmanagement zufrieden, etwa bei den Anschlagsversuchen, Überschwemmungen, der Maul- und Klauenseuche sowie der Bankenkrise. Unter Blair war Labour zuletzt abgerutscht. Hauptgrund dafür war die wachsende öffentliche Ablehnung der von ihm geförderten britischen Beteiligung am Irak-Krieg.
Nicht der Irak-Krieg, der Druck von links auf Labour
Josef Bujtor (Mramorak)
- 05.10.2007, 14:18 Uhr
