12.12.2008 · In Athen ist es am Freitag abermals zu Ausschreitungen gekommen. Gleichzeitig pfiffen tausende Studenten und Schüler die Randalierer aus. „Zerstörung ist nicht unser Ziel“, skandierten sie.
In Athen ist es am Freitag abermals zu Ausschreitungen gekommen. Rund 400 Jugendliche lösten sich aus einer friedlichen Demonstration von mehreren Tausend Schülern am zentralen Syntagma Platz und warfen Steine und Feuerwerkskörper gegen die Polizei.
Andere Randalierer zündeten Mülltonnen an und schlugen die Fensterscheiben einer Bank ein. Die Angestellten setzten Feuerlöscher ein, um die Angreifer zu verjagen, berichtete das Fernsehen. Gleichzeitig pfiffen tausende Studenten und Schüler die Randalierer aus. „Zerstörung ist nicht unser Ziel“, skandierten die Schüler.
Ergebnis ballistischer Untersuchungen erst kommende Woche
Das mit Spannung erwartete Ergebnis der ballistischen Untersuchung im Fall des am vergangenen Samstag von einem Polizisten getöteten Schülers könnte erst nächste Woche vorliegen, berichtete das griechische Fernsehen. Weitere Untersuchungen sein notwendig, hieß es.
Am Rande einer Großdemonstration setzte die Athener Polizei vor dem griechischen Parlament Tränengas gegen Demonstranten ein, die Wurfgeschosse und Brandsätze warfen. Der am Samstag getötete Jugendliche wurde laut Autopsie von einem Querschläger aus einer Polizeiwaffe tödlich getroffen.
Das Ergebnis gilt als wichtig, weil damit geklärt werden soll, ob der Polizist direkt auf den 15 Jahre alten Alexandros Grigoropoulos geschossen hat oder ob der Junge durch einen Querschläger starb. Der gewaltsame Tod des Schülers hatte die mehrtägigen Unruhen und Ausschreitungen in Athen und anderen griechischen Städten ausgelöst.
Ausschreitungen in Frankfurt
Nach einer Demonstration vor dem griechischen Konsulat in Frankfurt war es bereits in der Nacht zum Freitag zu Krawallen gekommen. Rund 60 Anhänger der linken Szene errichteten nach Angaben der Polizei Barrikaden aus Mülltonnen und warfen Steine und Flaschen. Dabei seien zwei Polizisten leicht verletzt worden.
Auch drei Streifenwagen wurden laut Polizei von Steinewerfern beschädigt. Einen Demonstranten nahmen die Beamten vorübergehend fest. Bereits am Dienstagabend hatte es nach einer Demonstration vor dem griechischen Konsulat Ausschreitungen gegeben.
Ein Polizeisprecher sagte, der Schutz des Konsulats sei schon nach Beginn der Krawalle in Griechenland verstärkt worden. Dort gibt es seit Tagen Proteste, weil ein 15-Jähriger von Polizisten erschossen wurde. In der Nacht zum Freitag hatten nach Angaben der Frankfurter Polizei rund 180 junge Leute zunächst friedlich demonstriert. Doch seien bereits Böller und Leuchtraketen gezündet worden. Zu den von 60 Demonstranten verübten Gewalttaten sei es dann nach Ende des Protestzugs vom Universitätsgelände zum Konsulat und zurück gekommen.