Die südsudanesische Armee hat nach eigenen Angaben den Rückzug ihrer Truppen aus dem umstrittenen Ölfeld Heglig am Samstag abgeschlossen. Die Luftwaffe Sudans habe das Gebiet am Freitagabend und auch noch am Samstagmorgen bombardiert, obwohl der Abzug freiwillig erfolgt sei, sagte der Sprecher der südsudanesischen Armee SPLA, Philip Aguer, am Sonntag. Die Führung in Khartum versicherte hingegen, durch die militärische Intervention die SPLA aus Heglig verjagt und das Gebiet „befreit“ zu haben.
Südsudan hatte am Freitag erklärt, es werde seine Armee angesichts des anhaltenden internationalen Drucks und der Gefahr eines Krieges mit dem Norden binnen drei Tagen aus Heglig abziehen. Zugleich bekräftigte die Führung in Juba jedoch ihren Anspruch auf das ölreiche Gebiet - ebenso wie Khartum. Heglig liegt an der nicht endgültig festgelegten Grenze zwischen Sudan und Südsudan. Mehrere Teile des Ölfelds werden von beiden Staaten beansprucht. Heglig kommt für die Hälfte der Ölproduktion des Sudan auf.
Mitte April und Ende März hatte es in der Region heftige Gefechte gegeben. Der im Juli 2011 unabhängig gewordene Südsudan verfügt über reiche Erdölvorkommen, Khartum verlor durch die Teilung des Landes drei Viertel seiner Rohölreserven an den Süden.
