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Google-Debatte China beharrt auf Zensur im Internet

14.01.2010 ·  Im Streit mit Google zeigt Peking kein Entgegenkommen. Unterdessen wurde bekannt, dass mehr Firmen von den Hacker-Angriffen betroffen sein sollen als bislang bekannt. Google hat die Sicherheit in seinem E-Mail-Dienst erhöht.

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China pocht auf seine Zensur des Internets und hat die Medienunternehmen zur Zusammenarbeit mit dem Staat aufgefordert. Pornographie, Hacker-Angriffe und Online-Betrug seien die größten Gefahren im Internet, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Peking. Am Vortag hatte der amerikanische Konzern Google aus Protest gegen Zensur und Hacker-Angriffe mit seinem Rückzug aus China gedroht. (Siehe auch: Google erwägt Rückzug aus China)

Der Sprecher sagte, die Internet-Medien hätten eine große Verantwortung, mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Diese wiederum müsse eine Rolle in der Meinungsführerschaft im Internet spielen. Gerüchte und Falschinformationen im Internet stellten eine Bedrohung für die Gesellschaft dar. Er vermied es zwar, Google namentlich zu erwähnen. Seine Äußerungen waren jedoch die erste Reaktion der chinesischen Regierung in dem Disput mit dem Suchmaschinenanbieter.

Angriffe ähneln denen vom Sommer 2009

Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, das Internet sei in China offen für jeden. Die Regierung unterstütze die Entwicklung dieser Technologie und begrüße die Beteiligung ausländischer Firmen daran „im Rahmen unseres Rechts“. Die kommunistische Regierung filtert den Zugang zu ausländischen Internet-Seiten und verlangt von allen in China operierenden Unternehmen eine Selbstzensur bei politischen Inhalten. Dieser Zensur will sich Google nicht länger beugen.

Zu dieser neuen Haltung wurde Google nach eigenen Angaben durch massive Hacker-Angriffe aus China bewogen. Nach einem Bericht des amerikanischen Magazins „Wired“ sollen 33 weitere amerikanische Firmen auf ähnliche Weise angegriffen worden sein, unter ihnen Finanzfirmen und mindestens ein größeres Unternehmen aus der Rüstungsindustrie. Die Angreifer hätten es unter anderem auf wichtige Quellcodes von Programmen abgesehen gehabt.

Die Hacker-Attacke im Dezember zeige deutliche Ähnlichkeit mit einem Versuch im Sommer 2009, durch eine Sicherheitslücke in dem Programm Adobe Reader wichtige Computerdaten von etwa hundert amerikanischen Technologiefirmen zu stehlen. Das berichteten „Wired“ und der amerikanische Fachdienst „CNET“ unter Berufung auf Eli Jellenc, den Chef der Internetsicherheitsfirma VeriSign iDefense. Im Dezember hätten die schädlichen Programme in den infizierten Computern ihre Instruktionen von ganz ähnlichen Serveradressen bekommen wie im Juli, berichtete iDefense, das Kunden unter den angegriffenen Firmen hat. Hinter früheren Hacker-Attacken steckten Gruppen, „die entweder direkt vom chinesischen Staat angestellt oder Amateur-Hacker sind ... und schon früher amerikanische Firmen angegriffen haben“, sagte Jellenc.

Google erhöht E-Mail-Sicherheit

Unterdessen hat Google die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Alle Daten seines E-Mail-Dienstes Gmail werden ab sofort automatisch verschlüsselt übertragen. Bisher galt das lediglich für die Anmeldung bei dem Dienst mit Nutzername und Passwort. Danach wurden die E-Mails unverschlüsselt übertragen, sofern der Nutzer die Verschlüsselung nicht selbst aktiviert hatte. Die Änderung ist erkennbar am Dateiübertragungsprotokoll zu Beginn der Internet-Adresse. Dort steht jetzt „https“ statt „http“. Die Umstellung auf das neue Protokoll begann am Dienstagabend.

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