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Gipfeltreffen in Damaskus Syrien und Libanon wollen diplomatische Beziehungen

13.08.2008 ·  Assad trifft sich in Damaskus mit Suleiman / Viele Tote bei Anschlag in Tripoli

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Syrien und der Libanon haben am Mittwoch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart. Das bestätigte Buthaina Schaaban, eine Beraterin des syrischen Präsidenten Baschar al Assad, nach einem Treffen des Politikers mit seinem libanesischen Amtskollegen Michel Suleiman in Damaskus. Suleiman war am selben Tag zu einem zweitägigen Besuch in der syrischen Hauptstadt eingetroffen. Es ist das erste Gipfeltreffen dieser Art zwischen den Staatschefs der beiden Nachbarstaaten seit dem Abzug der syrischen Truppen aus dem Libanon im Jahr 2005.

Vor dem Treffen in Damaskus waren am Morgen bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli nach Armeeangaben elf Menschen getötet worden, darunter neun Soldaten. Nachrichtenagenturen berichteten am Mittwochabend von achtzehn Toten. Der libanesische Ministerpräsident Siniora bezichtigte „Terroristen“ des Anschlags. (Siehe auch: Viele Tote und Verletzte bei Anschlag in Beirut)

Sarkozy verurteilte den Anschlag als „hasserfüllt und feige“

Nördlich der zweitgrößten Stadt des Libanons hatten Kämpfer der sunnitisch-extremistischen Miliz Fatah al Islam die Armee im Sommer vergangenen Jahres in einen Krieg mit mehr als 400 Toten verwickelt. Beobachter in Beirut werteten das Attentat als Racheakt für die damals versuchte militärische Zerschlagung der Islamistenmiliz. Der amtierende EU-Ratspräsident, der französische Präsident Sarkozy, verurteilte den Anschlag als „hasserfüllt und feige“.

Video: Viele Tote bei Anschlag auf Bus

Das Treffen zwischen Assad und Suleiman in Damaskus folgt auf eine Ankündigung im Juli, als die beiden Staatsoberhäupter anlässlich des Gründungsgipfeltreffens der Mittelmeerunion in Paris die Absicht bekundeten, ihre Beziehungen zu normalisieren und diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Westliche Regierungen hatten das gegenüber Syrien zu einer Bedingung für eine Wiederannäherung gemacht, um die sich das Regime von Präsident Assad in letzter Zeit bemüht.

Ein Problem: die schlecht überwachte Grenze

Seit der Gründung des Libanons im Jahr 1943 erkennt Syrien den Libanon nicht als souveränen Staat an. Damaskus übt seitdem einen großen Einfluss auf das Nachbarland aus, den es durch Verträge absicherte; auch über sie sollte während des bis Donnerstag dauernden Besuchs gesprochen werden. Erst nach der Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Hariri im April 2005 hatte Syrien seine Soldaten aus dem Libanon auf starken internationalen Druck abgezogen; sie waren 1976 während des libanesischen Bürgerkriegs dorthin geschickt worden. In syrischen Gefängnissen soll sich aber weiterhin eine größere Zahl Libanesen befinden, über deren Schicksal Suleiman in Damaskus ebenfalls sprechen wollte. Ein weiteres Gesprächsthema wird die endgültige Festlegung der Grenze sein. Über die teilweise nicht gekennzeichnete und schlecht überwachte Grenze erhält die libanesische Hizbullah-Miliz Nachschub.

In Israel warnte unterdessen Verteidigungsminister Barak während eines Manövers auf dem Golan vor neuen Gefahren aus Syrien und dem Libanon. Man beobachte besorgt einen „Machtzuwachs der Hizbullah und der Syrer“ sagte Barak.

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