04.10.2007 · Mehr als 50 Jahre nach Ende des Koreakriegs wollen Seoul und Pjöngjang einen Friedensvertrag schließen. Zum Ende des Gipfeltreffens in Pjöngjang unterzeichneten Präsident Roh und Staatschef Kim eine Vereinbarung auch zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Das zweite innerkoreanische Gipfeltreffen ist am Donnerstag mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung über Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu Ende gegangen.
Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il und der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun setzten nach dreitägigen Gesprächen in Pjöngjang ihre Unterschrift unter das Dokument. Beide Seiten bekunden darin ihren Willen, das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakriegs von 1953 letztendlich durch einen Friedensvertrag zu ersetzen. Einem solchen Friedensvertrag müssten auch die Vereinigten Staaten und Russland als Schutzmächte zustimmen.
Laut der Erklärung wollen Nord- und Südkorea künftig eng zusammenarbeiten, um die militärischen Feindseligkeiten auf der koreanischen Halbinsel zu beenden und den Frieden zu sichern. Beide Seiten vereinbarten ferner, sich häufiger zu Gipfelbegegnungen zu treffen. Ein Zeitrahmen wurde aber nicht genannt.
„Diese Mauer wird fallen“
Ihre Wirtschaftsbeziehungen wollen Nord- und Südkorea mit einem regelmäßigen Güterverkehr auf der Schiene über die immer noch stark gesicherte Grenze hinweg verbessern. Außerdem vereinbarten sie eine gemeinsame Fischereizone entlang der zwischen beiden Staaten strittigen Seegrenze. Nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung schüttelten die beiden Staatschefs vor den Fotografen die Hände. Der südkoreanische Präsident Roh ergriff danach mit seiner linken Hand Kims rechte Hand und streckte seinen und Kims Arm wie bei Boxern in die Höhe.
Der Besuch Rohs hatte am Dienstag in unterkühlter Atmosphäre begonnen. Dabei kamen die beiden Präsidenten lediglich zu einer zwölfminütigen Begrüßungszeremonie zusammen. Roh legte die 200 Kilometer weite Fahrt von Seoul nach Pjöngjang mit dem Auto zurück. An der Grenze zum Norden unterbrach er die Autofahrt und überschritt bei Stadt Kaesong zu Fuß die Demarkationslinie, die dort ein gelber Streifen mit der Aufschrift „Frieden“ und „Wohlstand“ markiert. „Diese Linie ist eine Mauer, die unsere Nation seit einem halben Jahrhundert geteilt hat“, sagte Roh. „Diese Mauer wird fallen.“
Schritt in die richtige Richtung
Martin Gerets (MadG)
- 04.10.2007, 12:20 Uhr
Nachgeben und bezahlen
Josef Bujtor (Mramorak)
- 04.10.2007, 13:32 Uhr
In Wahrheit, Herr Bujtor zahlen die Demokraten diesmal gerne,
Hisako Garanda (Hisako)
- 04.10.2007, 16:46 Uhr
Sie zahlen weil sie glauben, keine Wahl zu haben
Josef Bujtor (Mramorak)
- 05.10.2007, 13:30 Uhr
Thema Friedensvertrag ist auch für Deutschland nicht uninteressant
Joe Müller (Joe-Mueller)
- 05.10.2007, 18:50 Uhr