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Gibraltar Spanien „no encantada“ über Besuch Prinz Edwards

 ·  Prinz Edward, der jüngste Sohn der britischen Königin, hat der britischen Kolonie Gibraltar einen Besuch abgestattet - die spanische Regierung in Madrid ist darüber „zutiefst missvergnügt“.

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Die Regierung von Gibraltar hat der Bevölkerung heute freigegeben, und diese weiß es zu schätzen. Denn an diesem Montag sind inmitten patriotisch-britischer Begeisterung Prinz Edward und seine Frau Sophie Rhys-Jones in Europas letzter Kolonie eingetroffen. Die spanischen Nachbarn sind wie bei jeder Visite eines Mitglieds des englischen Königshauses höchst vergrätzt und verbergen dies auch nicht. Außenminister José Manuel García-Margallo hat im Auftrag der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy selbst sein „tiefstes Missvergnügen“ zum Ausdruck gebracht. Der Besuch, so sagte er, sei, sowohl was den Zeitpunkt als auch was die Form angehe, absolut unglücklich gewählt.

An der Form gibt es eigentlich nicht viel zu rütteln. Denn der jüngste Sohn von Königin Elisabeth II. kommt nur, um auch in der „Affenfelsen“-Enklave den 60. Jahrestag der Thronbesteigung seiner Mutter zu feiern und für ein ihr gewidmetes Denkmal den Grundstein zu legen. Der Zeitpunkt ist aber auf einem neuen Höhepunkt diverser Spannungen zwischen beiden Ländern wegen des kleinen Zankapfels am Eingang zum Mittelmeer doch delikat.

Streit um Fischereirechte

Ein Fischereiabkommen, das den Spaniern seit dem Jahr 1999 direkten Zugang zu den Gewässern um Gibraltar gestattete, wurde unlängst von dem neuen Chefminister Fabian Picardo aus angeblichen Umweltgründen gekündigt. Seitdem häuften sich Zwischenfälle, bei denen spanische Boote in den von ihrer Regierung nicht anerkannten „Hoheitsgewässern“ Gibraltars von britischen Patrouillenbooten mit teils groben Manövern vertrieben werden.

Dann kam es zu Prügeleien zwischen der Guardia Civil und Zigarettenschmugglern aus dem ehemaligen „Steuerparadies“. Und zuletzt hat Spanien noch bei der Europäischen Union eine Klage gegen ein neues Steuergesetz in der Kolonie eingereicht, das aus seiner Sicht durch unberechtigte Vorteile bei der Körperschaftssteuer für Unternehmen den schlechtnachbarlichen Wettbewerb verzerrt.

Absage zum Thronjubiläum

Der auf drei Tage angesetzte Prinzenbesuch hatte schon nach seiner Ankündigung auch das Verhältnis der beiden Königshäuser belastet. So sorgte die spanische Regierung abrupt dafür, dass Königin Sofía im Mai nicht an den diamantenen Feierlichkeiten in London teilnehmen konnte. Ähnlich empfindlich reagierte man in Madrid, als zuletzt im Jahr 2009 Prinzessin Anne kam. Und als im Jahr 1981 Prinz Charles und Lady Diana ihre Absicht kundtaten, auf der Hochzeitsreise mit der Jacht „Britannia“ zuerst in Gibraltar Station zu machen, blieb nicht nur Sofía, sondern auch König Juan Carlos dem Feste fern.

Den rund 20.000 Gibraltarern, die seit Tagen ihre Balkons mit britischen Fahnen geschmückt haben und dem Grafen von Wessex heute in den Gassen ihrer Altstadt einen warmen Empfang bereiten werden, ist das ziemlich einerlei. Als sie zuletzt vor ein paar Jahren in einem Referendum gefragt wurden, wohin sie gehören und auch in Zukunft gehören möchten, sprachen sich fast 100 Prozent für den britischen Status quo aus.

Das hat die Spanier, die einst während der Franco-Diktatur den Zugang nach Gibraltar jahrelang blockiert hatten, natürlich nicht erfreut. Im nächsten Jahr werden es im Übrigen schon drei Jahrhunderte sein, seit Spanien in dem Friedensvertrag von Utrecht den „Penon“ an Großbritannien abtreten musste. Dass die einen dann wieder feiern und die anderen ihr tiefstes Missvergnügen ausdrücken werden, steht schon jetzt außer Zweifel.

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Jahrgang 1950, politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel, Marokko und Tunesien mit Sitz in Madrid.

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