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Gewalt im Irak Bomben in Bagdad und Kirkuk

03.02.2007 ·  Bei mehreren Anschlägen und Kämpfen sind im Irak am Samstag mehr als 100 Menschen getötet worden. In Bagdad starben mindestens 80 Menschen bei einer Explosion auf einem Markt. In Kirkuk wurde nach sieben Anschlägen eine Ausgangssperre verhängt.

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Bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Samstag mindestens 80 Menschen getötet worden. 150 Personen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die Bombe detonierte auf einem belebten Markt in einem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil der Metropole.

Insgesamt starben am Samstag im Irak bei Anschlägen und Kämpfen mindestens 100 Menschen. Besonders schwer traf es die Bevölkerung im nordirakischen Kirkuk, wo nach Angaben von Sicherheitsbeamten sieben Autobombenanschläge verübt wurden.

Ausgangssperren in drei Städten

Bei einem Selbstmordattentat vor dem Büro der Demokratischen Partei Kurdistans in Kirkuk sei ein Mensch getötet und 17 weitere verletzt worden, teilte das irakische Militär mit. Bei den weiteren sechs Anschlägen - zwei davon vor Mädchenschulen - wurden laut Polizeiangaben ein Mensch getötet und elf weitere verletzt. Die Behörden verhängten daraufhin eine Ausgangssperre bis Sonntagmorgen.

Nach Kämpfen der Polizei mit Aufständischen wurde auch in Mossul eine Ausgangssperre verhängt. Die Kämpfe hätten nach zwei Anschlägen begonnen, bei denen drei Polizisten verletzt worden seien, sagte ein Polizeisprecher. In der sunnitischen Stadt Samarra wurde eine unbefristete Ausgangssperre verhängt, nachdem sechs Mitglieder einer Spezialeinheit der Polizei bei einem Angriff auf ihren Kontrollpunkt getötet wurden. Zudem explodierte eine Bombe neben einem Minibus, tötete einen Menschen und verletzte vier weitere. Bei einem Autobombenanschlag in Mahmudija, südlich von Bagdad, starb ein Mensch, fünf weitere wurden verletzt. Bei Kämpfen zwischen Einwohnern und Bewaffneten in Charnaba starb ein Mensch. Vier weitere wurden nach Polizeiangaben durch Mörser verletzt.

Amerikaner verhaften „Terroristen“

Die amerikanische Armee tötete unterdessen nach eigenen Angaben im gesamten Irak vier „Terroristen“ und nahm 29 Verdächtige fest. Die Einsätze hätten sich gegen das Terrornetzwerk Al Qaida gerichtet, hieß es in einer Mitteilung. Bei einer Razzia gegen Verdächtige in Falludscha seien die Soldaten beschossen worden; die Armee habe das Feuer erwidert und dabei drei Menschen getötet. Ein weiterer Mann starb nach Angaben der Streitkräfte, als er festgenommen werden sollte. Der Verdächtige habe sich mit einem Gegenstand in der Hand auf die Soldaten gestürzt, den diese für eine Granate hielten, teilte die amerikanische Armee mit. Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass der Mann nur einen Stein in der Hand gehalten habe.

In Kerbela nahm die Polizei nach Angaben des Polizeichefs der Provinz, Mohammed Abul Walid, 25 Verdächtige fest. Vier der Festgenommenen hätten der Sekte angehört, die sich vor einer Woche heftige Kämpfe in Nadschaf mit irakischen Sicherheitskräften und amerikanischen Streitkräften geliefert habe. Dabei waren am vergangenen Wochenende etwa 200 Sektenmitglieder ums Leben gekommen. Der Polizeieinsatz am Samstag sei eine Folge der Kämpfe in Nadschaf gewesen, sagte Walid. Die Verdächtigen seien in der gesamten Provinz von hunderten Polizeipatrouillen festgenommen worden. Ihnen würden Attentate, Mord und Raub vorgeworfen, sagte er.

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