Im Atomstreit mit dem Iran hat der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta der israelischen Regierung den Rücken gestärkt und erneut einen möglichen amerikanischen Militäreinsatz als Option bezeichnet. Iran müsse vertretbare Grenzen seines Atomprogramms verhandeln, ansonsten blicke Teheran der Möglichkeit eines amerikanischen Militäreinsatzes entgegen, um das Land vom Bau der Atombombe abzuhalten, sagte Panetta am Mittwoch bei seinem Israel-Besuch.
Der israelischen Zeitung „Haaretz“ sagte Panetta: „Es gibt weitere Möglichkeiten einschließlich der militärischen, sollten die diplomatischen Bemühungen nicht fruchten.“ Panettas Gastgeber, Verteidigungsminister Ehud Barak, zeigte sich skeptisch. „Israel entscheidet allein“, ob und wann es den Iran angreife, sagte Barak.
Panetta hatte wiederholt gesagt, dass „alle Optionen“ auf dem Tisch lägen, sollten Sanktionen und diplomatische Mittel endgültig scheitern. Er hoffe, dass Iran einsehen werde, dass Verhandlungen der beste Weg aus der Krise seien, sagte Panetta. Der Verteidigungsminister äußerte sich außerhalb der Stadt Aschkelon im Süden des Landes, wo er das israelische Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ besichtigte. Begleitet wurde er von seinem israelischen Kollegen Ehud Barak. Dieser sagte, die Wahrscheinlichkeit, Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen, betrachte er als „äußerst gering“.
Treffen mit Netanjahu
Panetta traf im Laufe des Tages außerdem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammen. Dieser hatte wiederholt geäußert, dass er notfalls einen Militäreinsatz gegen Iran anordnen würde, auch wenn Washington dies ablehne. Der Westen wirft Teheran vor, auf den Bau von Atomwaffen hinzuarbeiten. Der Iran hingegen beharrt darauf, dass seine Urananreicherung lediglich zivilen Zwecken diene. Der Besuch des amerikanischen Verteidigungsministers kommt nur wenige Tage nach der Visite des designierten republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.
Dieser hatte der Regierung von Amtsinhaber Barack Obama vorgeworfen, zu nachgiebig gegenüber Iran zu sein und Israel nicht ausreichend zu unterstützen. Der Pentagon-Chef befindet sich seit Montag auf einer fünftägigen Nahost- und Nordafrika-Reise.
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