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Gérard Depardieu Der Unersättliche

 ·  Nach vielen glücklichen Jahren ist jetzt Schluss: Der Schauspieler Gérard Depardieu kehrt den Franzosen den Rücken und setzt sich nach Belgien ab. Frankreich wird sich ohne ihn langweilen.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (15)
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gisbert heimes

Frage mal an die Empörten

Wäret ihr bereit, Euren Steuerbescheid ins Netz zu stellen? Wieviel von Eurem Brutto versteuert ihr wirklich, mal ehrlich? Wenigstens mal zu Euch selbst? Na also.

Andere Frage: wer von Euch Empörten verdient soviel wie Monsieur D.? Na?

Also keiner. Aber JEDER von euch würde doch sofort mit ihm tauschen, was das Einkommen angeht, mich mal gleich eingeschlossen. Weil die 25 %, die ihm dann verblieben, immer noch das xfache seines aktuellen Einkommens ausmachten.

Na also.

Es sei denn, er hat verinnerlicht, daß die Austauschverhältnisse im Marktsystem spätestens seit der hybriden Aufblähung des virtuellen Geldkapitals nicht mehr funktionieren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.12.2012 22:47 Uhr
Peter Giessinger

Absolut richtig!

Ich hätte kein Problem mit öffentlichen Steuerbescheiden. In Schweden ist das ja usus. Und Sie haben auch da recht: Es geht bei diesen Personen meist um Summen, die unsereins sich gar nicht mehr vorstellen kann. Sonst würde sich eine Wohnsitzverlagerung in Niedrigsteuerländer sich ja gar nicht lohen. Das nennt man neuerdings Steuerwettbewerb - der übrigens selbst innerhalb der Schweiz nicht mal richtig funktioniert.
Meiner Meinung nach ist die Steuergerechtigkeit schon dadurch verletzt, dass Einkommen aus wirtschaftlicher Tätägkeit, wie nichtselbständiger und selbständiger Arbeit, anders besteuert wird als Einkommen aus Kapitalerträgen. Warum? Das wissen wahrscheinlich nicht mal die Politiker, die das seinerzeit beschlossen haben.

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Friedemann Bross

Geld kann man nicht essen,

und gerade Herr Depardieu ist bekannt dafür, dass er bessere Ideen hat, als sein Geld zu horten.
Für alles was er mit seiner Arbeitskraft und Kreativität, sowie mit seinem Geld tut, zahlt er aber Steuern, selbst für seine zahlreichen Angestellten, für die er auf diversen Weingütern, etc. Arbeitsplätze geschaffen hat. Er tut genau das, was man von Leistungsträgern wie ihm verlangt, er investiert und kurbelt die Wirtschaft an. Ich verdiene einen so winzigen Bruchteil dessen was Herr Depardieu verdient, aber ich bin nicht neidisch, denn Geld kann man nicht essen. Man kann auch nur, wie mir eine alte Französin mal sagte, ein Schnitzel auf einmal essen.
Ich denke, Herr Depardieu leistet einen weit überdurchschnittlichen Beitrag durch seine diversen Unternehmungen, nicht nur durch seine momentan schon extremen Steuerleistungen.
Hand aufs Herz, wer würde an seiner Stelle mit einem guten Gefühl 75% Steuern zahlen und glauben, der Staat könne damit besser umgehen als man selbst.

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Johann Feldbaum

Es sind mehr als 75%

Man muss bedenken, hier geht es um Geld, das direkt versteuert wird.
Aber was ist mit dem Rest: Grundsteuer, Umsatzsteuer, KFZ-Steuer...

Es gibt Berechnungen, nach denen jeder Deutsche 75% Steuern zahlt. Die Steuern dürften bei ihm damit deutlich über 90% der Einnahmen betragen.

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Martin Günther

Besser als Hollande war Mitterrand nicht...

... man erinnere sich an die Verstaatlichungskampagne zu Beginn seiner ersten Amtszeit bei gleichzeitigem aggressivem Ausbau sozialer "Wohltaten", die noch heute einen Teil der Misere begründen.

Allerdings hat es Depardieu damals noch nicht so wehgetan, weil er einfach noch nicht in der Einkommens- und Vermögensklasse angekommen war, in der Mitterrands Politik ihn so richtig geplündert hätte.

Da war dann auch eine persönliche Freundschaft unproblematisch... weil einfach billiger.

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Wolfgang Richter

Unersättlich?

Unersättlich ist nicht Depardieu, der zu Recht gastlichere Gefilde aufsucht, die ihm nicht 75% Steuern abknöpfen wollen.
Zu Erinnerung: In seiner unendlichen Großmut will ihm Genosse Hollande nur 1/4 des von ihm ehrlich verdienten Geldes lassen und 3/4 abnehmen.
Unersättlich ist Genosse Hollande, ein Parteifunktionär, der noch nie in seinem Leben eine nützliche und sinnvolle Arbeit außerhalb des Parteiapparats verrichtet hat. Er setzt Ideologie an die Stelle von Vernunft und Common Sense. Und erhält jetzt zu recht die Rechnung dafür.
Schlimm ist, daß unsere rot-grünen Gerechtigkeitsprediger und UmFairTeiler kein bißchen klüger sind als ihr großes Vorbild Hollande.
Nach einem rot-grünen Wahlsieg wird es auch hier einen Exodus talentierter Spezialisten, Freiberufler und Mittelständler geben. Und unsere Weltverbesserer und Gutmenschen werden sich wundern und dann die Mittelschicht, die sich nicht wehren kann, umso tüchtiger ausnehmen und proletarisieren.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.12.2012 19:57 Uhr
Jürgen Dannenberg

Haben Sie

schon einmal an einem Projekt dieser Größenordnung mitgearbeitet. Ich vermute nicht.

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Jürgen Gerhardt
Jürgen Gerhardt (Hamada) - 24.12.2012 14:04 Uhr

Wie bitte

Wo bitte sind diese deutschen talentierten Spezialisten? Flughafen Berlin/Brandenburg, Hamburger Philharmonie, ICE Neigezüge/ Stuttgart 21, es gibt sie nicht. Abgesehen davon,kann eine Regierung über die Steuergesetzgebung Ausnahmegenehmigungen definieren, was ja auch bisher fleißig getan wurde.

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Peter Giessinger

In der Not ist sich jeder selbst der Nächste.

Ich finde es schon fast lustig, wieviel Mittleid die Herren und Frauen Steuerflüchtlinge seitens der Foristen ernten. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass Steuern zu zahlen kein Privileg des Sozialismus ist. Der sogenannte Steuerwettbewerb ist eine Erfindung der Neoliberalen um in der Semantik zu bleiben. Es wird nämlich immer das liberalisiert, was der Geldaristokratie zugute kommt, für den Rest wird die Kohle immer knapper, aber egal! Sind ja selber schuld! Müssen halt endlich wettbewerbsfähiger werden! Ich sage nur: "Wenn Ludwig Erhart dieses Chaos sehen würde, was im Moment unter dem Namen Liberalismus formiert, dann würde er sich im Grabe umdrehen!" Und das meine ich ernst!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.12.2012 21:32 Uhr
Peter Giessinger

Soso, jetzt werden wir erstmal persönlich, um den Gegner zu diskreditieren.

Aber offensichtllich kennen Sie Ludwig Erhard dem Namen nach. Inhaltlich weniger, wie mir scheint. Und dass die Wirtschaft mittelstandsgeprägt ist, lese ich zwar immer wieder, kann das leider aber nicht feststellen. Es gibt einige Branchen, die anscheinend politisch für wichtig erachtet werden und andere nicht. Die wichtigen werden durch Gesetze geschützt, auf Auslandstour mit genommen und sonst irgendwie gefördert. Die anderen verschwinden, gehen pleite, etc. Ich stelle hiermit einige ganz einfache Fragen: Was ist Wirtschaftswachstum? Und warum muss die Wirtschaft offensichtlich immer wachsen? Wie misst man das eigentlich? Jetzt sind Sie dran. Und noch was: Hartz4 und Minijobs bei gleichzeitiger Senkung des Spitzensteuersatzes ist neoliberale Politik.

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Sibylle Seiters

Ludwig Erhard

Bei Ihnen, Herr Giessinger, reicht es ja nicht mal dazu, seinen Namen richtig zu schreiben. Der wirre Inhalt Ihres Kommentars steht dem in nichts nach. Die Entwicklung in Deutschland geht seit der großen Koalition alles andere in Richtung Neoliberalismus. Wir nähern uns per Salamitaktik immer weiter einem sozialistischem Systen an, welches die Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft ruiniert. Nach den Erfahrungen der letzten drei Legislaturperioden scheint es schließlich fast egal, für welche große Blockpartei man sich bei nächster Wahl entscheidet. Die stark mittelstandsgeprägte deutsche Wirtschaft steht NICHT WEGEN, sondern TROTZ der in Berlin und Brüssel politisch getroffenen Entscheidungen relativ stabil da. Noch!

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Franz Darmstadt

...es ist eine Binse...

...das man überall Steuern zahlen muss! Schlimm wird es erst, wenn unter dem Deckmantel der Solidarität das Geld von populistischen Politnauken zum reinen Selbsterhalt ihrer unverdienten Posten benutzt wird, denn solange die Mehrheit der Leistungsbezieher von der Minderheit der Leistungserbringer politisch gewollt alimentiert wird, hat das mit Demokratie nicht viel zu tun!

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Karl Dietrich Naumann

Niemand will eine Mauer bauen !

Weshalb sind denn so viele aus dem "ersten sozialisten Staat auf deutschen Boden",
andere nannten ihn "Der Doofe Rest" abgehauen ? Herr Hollande wird das hoffentlich im
Hinterkopf haben. Damals sind fast alle mittelständische Unternehmer aus der Zone
nach Westdeutschland gegangen und haben hier erfolgreich neu angefangen. Wie
es drüben ohne sie weiter ging ist hoffentlich in Deutschland noch lang genug in
den Wählerköpfen. Mutiger Depardieu , nur so lernen die Politiker !

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Norbert Unger

On y va?

Ja ja, so kann's gehen. "Gehen wir?", ist dann die Frage derjenigen, die sich die Antwort "Ja" erlauben können. Ob Wallonien oder andere relative Steueroasen, es ist die Botschaft, die davon ausgeht. Das sollte die gewählt-werden-Wollenden in's Grübeln bringen. Ich sage zu Moniseur Depardieu ganz einfach "Santé" und "Cul sec"!

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Christian Meyleran

Es werden noch viel mehr erfolgreiche Menschen...

... und generell solche, die für sich selbst sorgen können, ihren Ländern den Rücken kehren, wenn diese den Umverteilungsstaat auf Kosten von Subsidiarität und Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen. Es ist nicht nur so, dass dies für diejenigen, die noch Steuern zahlen, immer teurer werden wird. Nein, die Länder, die diesen Weg einschlagen, ruinieren ihre funktionierende gesellschaftliche Basis, die nur über Leistungsgerechtigkeit funktionieren kann. Frankreich ist dafür ein Paradebeispiel. Leider ist Deutschland von französischen Verhältnisses nicht so weit entfernt und nach der nächsten Bundestagswahl können wir uns noch auf einiges gefasst machen.

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23.12.2012, 17:29 Uhr

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