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General David Petraeus Der Kriegsprofessor

24.06.2010 ·  McChrystals Nachfolger, General David Petraeus, hat in der Vergangenheit die wesentlichen Operationen in Amerikas Krieg gegen den Terrorismus überwacht. Nun tauscht er Ausgehuniform und Lackschuhe wieder gegen Kampfanzug und Springerstiefel.

Von Matthias Rüb, Washington
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Kaum je in der amerikanischen Geschichte dürften in einen faktisch degradierten General so viele Hoffnungen für den glücklichen Ausgang eines Krieges gesetzt worden sein. Sollte es den internationalen Truppen am Hindukusch unter der Führung von General David Petraeus gelingen, Afghanistan so weit zu befrieden, dass das Land sich auf den langen Weg zum Frieden machen kann, wird Petraeus seinen schon jetzt gültigen Ruf als einer der wichtigsten Generäle des 21. Jahrhunderts weiter festigen.

Als Petraeus am 31. Oktober 2008 seinen Posten als Chef des Zentralkommandos der amerikanischen Streitkräfte antrat, hatte der am 7. November 1952 bei New York geborene Heeresgeneral den Höhepunkt seiner Laufbahn erreicht. Das Zentralkommando ist eines von sechs regionalen Kommandos der amerikanischen Streitkräfte, in die die mächtigste Streitmacht der Weltgeschichte den Globus einteilt.

Das Zentralkommando mit Sitz in Tampa (Florida) ist von besonderer Bedeutung, weil es im Nahen und Mittleren Osten, von Ägypten bis nach Afghanistan und Pakistan jene Staaten und Regionen umfasst, in denen die Vereinigten Staaten strategische Interessen zu verteidigen und seit 2001 mehrere Kriege auszufechten haben. Gewöhnlich ist die nächste Station für einen General nach der Übernahme eines so hohen Postens der Ruhestand, um sodann im zivilen Leben als Berater und Aufsichtsratmitglied bei Rüstungsunternehmen Geld zu verdienen.

Alle Welt sagt, es hätte keine bessere Wahl geben können als ihn

Nicht so Petraeus. Nach dem Rücktritt von General Stanley McChrystal, dem Befehlshaber aller ausländischen Truppen in Afghanistan, wurde Petraeus zur Übernahme des Kriegspostens eines seiner wichtigsten Untergebenen überredet. Zuletzt hatte Petraeus nicht nur die wesentlichen Operationen in Amerikas Krieg gegen den Terrorismus überwacht, sondern in Dutzenden Reden als eine Art oberster Kriegsprofessor der Nation die Bedeutung dieser neuen Militäreinsätze erklärt. Jetzt tauscht er die Ausgehuniform und die polierten Lackschuhe wieder gegen den Kampfanzug und die Springerstiefel.

Dass alle Welt sagt, es hätte keine bessere Wahl geben können als Petraeus, ist kein Zufall. Denn von Januar 2007 bis September 2008 war Petraeus Befehlshaber der Koalitionstruppen im Irak und erreichte in dieser Position die Wende im Krieg im Zweistromland. Die gleiche Strategie wie im Irak im Kampf gegen Aufständische, in deren Zentrum der Schutz der Zivilbevölkerung, nicht die Eliminierung von Aufständischen steht, soll Petraeus als Nachfolger seines Zöglings McChrystal in Afghanistan weiter durchsetzen.

Petraeus ist Absolvent der Militärakademie West Point und der Eliteuniversität Princeton. Von September 2005 an war er Befehlshaber des „Combined Arms Center“ in Fort Leavenworth (Kansas), das die Tätigkeit der meisten Hochschulen der Streitkräfte koordiniert. In dieser Eigenschaft verfasste Petraeus, einer der brillantesten Köpfe des Offizierskorps, wesentlich das Feldhandbuch des Heeres und der Marineinfanterie für den Kampf gegen Aufständische.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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