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Geldfälschung Die Spur der Superblüte

Sie sind aus echtem Dollar-Papier und sogar mit einer originalen Stichtiefdruckmaschine gedruckt: Seit 1989 tauchen in aller Welt hervorragend gefälschte hundert-Dollar-Scheine auf. Washington beschuldigt Pjöngjang, sie in Umlauf gebracht zu haben. Aber vielleicht war der Drucker die CIA.

© AP Vergrößern Erstaunlich gut: Hundert-Dollar-Blüten

Seit die amerikanische Regierung im Herbst letzten Jahres Nordkorea erstmals offiziell der Fälschung von Dollar-Banknoten beschuldigt und unter den „Patriot Acts“ weitere Wirtschaftssanktionen verhängt hat, herrscht zwischen Washington und Pjöngjang wieder Eiszeit. Vorausgegangen war bei der Banco Delta Asia in Macao der Fund von Falschgeld im Wert von vier Millionen Dollar, das aus Nordkorea stammen soll. Amerikas Botschafter in Südkorea, Alexander Vershow, hat die Anschuldigung wider den nordkoreanischen „Schurkenstaat“ kurz vor Weihnachten in Seoul wiederholt. Sollte Washington konkrete Beweise für seine Anschuldigung erbringen, wäre damit laut UN-Charta ein Kriegsgrund gegeben.

Bei dem Streit geht es um einen falschen 100-Dollar-Schein, der erstmals 1989 in einer Bank in Manila (Philippinen) aufgetaucht war und von Fahndern international unter der Klassifizierung 14342 geführt wird. Er war mit originalem Fourdrinier-Dollar-Papier gefertigt und hatte den für Dollar-Scheine typischen prägnanten Stichtiefdruck. Die Fälschung war gedruckt auf einer originalen Intaglio-Stichtiefdruckmaschine der Lausanner Firma De La Rue Giori.

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„Ökonomische Kriegführung“ gegen Amerika?

Das amerikanische „Bureau of Engraving and Printing“ (BEP) druckt auf diesen von Koenig & Bauer, Würzburg, exklusiv gebauten Spezialdruckmaschinen seine echten Dollar-Scheine. Der respektvoll „supernote“ getaufte falsche Hunderter war von solcher Perfektion, daß er angeblich sogar die Geldscheinprüfsysteme der Fed überlistete. Einen solchen technischen und finanziellen Aufwand kann sich kein einzelner Fälscher leisten. Dahinter mußte ein Staat stehen. Bald tauchten solche „Supergeldscheine“ auch in anderen Erdteilen auf.

Eine von der Republikanischen Partei eingesetzte Arbeitsgruppe veranschlagte damals den zu gewärtigenden Schaden auf „bis zu mehrere Milliarden Dollar“. Im Kongreß äußerten Abgeordnete, Banknotenexperten und der für Falschgeldbekämpfung zuständige amerikanische Secret Service (U.S.SS) - nicht zu verwechseln mit FBI oder CIA - den Verdacht, hier werde „ökonomische Kriegführung“ gegen die Vereinigten Staaten betrieben.

Erster „supernota“-Vedacht auf Iran

Dafür gibt es mehrere Vorbilder: Beispielsweise hatte Hitler mit der „Operation Bernhard“ dem Kriegsgegner Großbritannien durch millionenfach gefälschte Pfundnoten wirtschaftlich zu schaden versucht. Mit den hervorragend gefälschten Scheinen wurden Kapitänen ganze Schiffsladungen kriegswichtiger Güter abgekauft, die eigentlich für die Alliierten bestimmt waren; auch der Spion „Cicero“, der Kammerdiener des britischen Botschafters in der Türkei, wurde so entlohnt.

Der erste Verdacht im Zusammenhang mit der „supernote“ fiel auf Iran. Das Land hatte zu Zeiten des Schahs De-La-Rue-Giori-Banknotendruckmaschinen gekauft, und die Mullahs hatten die Anlage in den achtziger Jahren aufwendig nachgerüstet. Iraner und Syrer wurden bezichtigt, die gefälschten Scheine zu drucken und über die Hizbullah in der libanesischen Bekaa-Ebene zu vertreiben. Damaskus ließ allerdings selbst im Ausland, in Pakistan, drucken und kam bestenfalls als Verteiler in Frage. Beide Regierungen wiesen die Anschuldigungen zurück. Ein guter Kenner der Hochsicherheitsdruckerei am Stadtrand von Teheran ist bis heute überzeugt, daß ihm eine Fälschung in derart großem Stil, mit all ihrer Logistik, während seiner wiederholten Besuche an Ort und Stelle unmöglich verborgen geblieben wäre.

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