http://www.faz.net/-gpf-74j8u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 22.11.2012, 17:45 Uhr

Geheimhaltung aufgehoben Pentagon gibt E-Mails über Bin Ladins Seebestattung frei

Nach einer Klage einer Menschenrechtsorganisation hat das Pentagon E-Mails über die geheime Bestattung Usama Bin Ladins freigegeben. Autopsiebericht und Todesurkunde des Al-Qaida-Führers seien jedoch nicht auffindbar, hieß es.

von , Washington

Die Seebestattung des getöteten Al-Qaida-Führers Usama Bin Ladin im Arabischen Meer ist in höchster Geheimhaltung, aber unter Beachtung islamischer Bestattungsriten erfolgt. Das geht aus internen E-Mails hervor, die das Pentagon nach einer Klage der Organisation „Judicial Watch“ jetzt freigegeben hat. Die sterblichen Überreste Bin Ladins wurden nach einer Kommandoaktion amerikanischer Spezialeinheiten in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad vom 1. Mai 2011 mit einem Hubschrauber auf den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ geflogen und dort dem Meer übergeben. Große Teile des nun veröffentlichten E-Mail-Verkehrs wurden geschwärzt, um keine sensiblen Informationen freizugeben.

Matthias Rüb Folgen:

In einer Mail von Konteradmiral Charles Gaouette an das Pentagon vom 2. Mai heißt es unter anderem: „Der Körper des Verstorbenen wurde gewaschen und dann in ein weißes Tuch gewickelt. Der Körper wurde in einen beschwerten Sack gegeben. Ein Offizier verlas einen vorbereiteten religiösen Text, der von einem Muttersprachler ins Arabische übersetzt worden war. Anschließend wurde der Körper auf ein Brett gelegt, das hochgeklappt wurde, woraufhin der Körper des Verstorbenen ins Meer glitt.“ Die kurze Zeremonie an Deck der „USS Carl Vinson“ wurde von weniger als einem Dutzend ranghoher Offiziere verfolgt.

Keine Fotos oder Videoaufnahmen

Die Mannschaft des Trägers wusste nichts von den Vorgängen an Deck. In einer Mail eines im Pentagon tätigen Admirals vom 3. Mai 2011 an den für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Offizier auf dem Träger heißt es: „Haben Soldaten die Bestattung beobachtet?“ Der Offizier antwortet in seiner Mail mit der Betreffzeile „Keine Soldaten verfolgen Bestattung“: „Nur eine kleine Gruppe der Führung des Schiffes wurde informiert - weniger als ein Dutzend.“

Von der Seebestattung gibt es nach Angaben des Pentagons weder Foto- noch Videoaufnahmen. Es sollen auch keine Fotos von der Leiche Bin Ladins auf dem Flugzeugträger gemacht worden sein. Das Pentagon teilte außerdem mit, weder Todesurkunde und Autopsiebericht noch Ergebnisse von DNA-Tests finden zu können, mit denen die Identität Bin Ladens festgestellt worden sein soll. Der Auslandsgeheimdienst CIA, der den Einsatz überwachte, reagierte bisher nicht auf die Forderungen von Organisationen wie „Judicial Watch“ sowie von Nachrichtenagenturen nach Freigabe der entsprechenden Dokumente.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Video sorgt für Aufschrei Chinesische Bank lässt Angestellten den Po versohlen

Ein Video von einer Bestrafungsaktion einer chinesischen Bank sorgt für einen Aufschrei im Internet. In dem Video schlägt ein Mann acht Angestellte mehrmals mit einem Gegenstand. Mehr

21.06.2016, 18:45 Uhr | Wirtschaft
Größtes Kriegsschiff der Welt Hier beginnt der Kampf gegen den IS

Vom Flugzeugträger Harry S. Truman aus starten amerikanische Kampfjets, um den Islamischen Staat in Syrien und dem Irak anzugreifen. Das größten Kriegsschiff der Welt ist derzeit im östlichen Mittelmeer stationiert. Seit August 2014 bekämpft eine von den Vereinigten Staaten geführte internationale Koalition den IS. Mehr

08.06.2016, 15:29 Uhr | Politik
Referendum Wie der Brexit Britannien wieder provinziell machen würde

Die Briten ticken anders als das kontinentale Europa. Das nutzt beiden Seiten. Ein Brexit hieße: Zurück zur Provinzialität – und eine Schwächung aller Beteiligten. Eine Analyse. Mehr Von Thomas Gutschker

22.06.2016, 15:38 Uhr | Politik
Ungezahlte Löhne Autowäscher erhalten nach Klage Millionensumme

Nachdem mehrere amerikanische Autowäscher für ihre Arbeit nicht entlohnt wurden, klagten sie vor einem Gericht in New York. Nun entschied das Gericht zu ihren Gunsten, insgesamt umgerechnet 1,4 Millionen Dollar erhalten die 18 Kläger. Der eine mehr, der andere weniger, je nach Dienstjahren. Mehr

22.06.2016, 13:47 Uhr | Gesellschaft
Herzblatt-Geschichten Ich finde ihn rattenscharf

Lange Regentage können trist sein. Da sind es die kleinen Dinge im Leben, die ein Lächeln auf die Lippen zurückbringen: Schon grinst man über Kahns Bruder und Roberto Blancos Tochter oder lacht über die Ehe der Katzenberger. Mehr Von Jörg Thomann

19.06.2016, 16:15 Uhr | Gesellschaft

Das ist keine Volksherrschaft

Von Reinhard Müller

Wenn Volksgesetzgebung, dann in klar geregelten Bahnen. Nicht nach Lust und Laune. Mehr 88 54