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Gefängnis in Nigeria gestürmt Bewaffnete befreien 200 Häftlinge

16.02.2012 ·  Milizionäre in Nigeria haben bei einem Sturm auf ein Gefängnis im nigerianischen Bundesstaat Kogi offenbar fast 200 Häftlinge befreit.

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Bei einem Überfall auf ein Gefängnis in der zentralnigerianischen Stadt Koton Karifi sind am Mittwochabend knapp 200 Gefangene befreit worden. Die Hintergründe des Überfalls blieben zunächst unklar. Nach Angaben einer Sprecherin der lokalen Gefängnisbehörde sei die Haftanstalt von mehr als 20 Bewaffneten mit Sprengstoff und Maschinenwaffen angegriffen worden. Dabei soll ein Gefängniswärter getötet worden sein. Die Angreifer befreiten 199 Insassen, einen einzigen Gefangenen ließen sie zurück.

Der Angriff erinnert an die Erstürmung des Gefängnisses von Bauchi in Nordnigeria im September 2010, bei dem die radikale islamistische Sekte Boko Haram 700 Gesinnungsgenossen befreien konnte. Ob die Sekte auch hinter dem Angriff in Koton Karifi steckt, war am Donnerstagabend unter anderem deshalb unklar, weil sich die nigerianischen Behörden nicht dazu äußern wollten, was den Gefängnisinsassen, die allesamt auf einen Termin bei einem Haftrichter warteten, konkret vorgeworfen wird.

Mutmaßungen, bei den Gefangenen habe es sich um Mitglieder von Boko Haram gehandelt, die aus Sicherheitsgründen aus Gefängnissen im Norden Nigerias in den Süden verlegt worden waren, konnten bis zum Abend nicht bestätigt werden. Die Freilassung aller ihrer inhaftierten Mitglieder ist eine zentrale Forderung von Boko Haram.

In der Pufferzone zwischen Nord und Süd

Koton Karifi liegt im Bundesstaat Kogi und damit in jener „Pufferzone“ zwischen christlichen Süden und muslimischen Norden, die von Anhängern beider Konfessionen bewohnt wird. Allerdings stammt der selbst ernannte Sprecher von Boko Haram, Abul Qaqa, aus Kogi. Dieser war Anfang Februar von der Polizei festgenommen worden, woraufhin zwei Tage später eine Polizeistation in Ajaokuta, das ebenfalls im Bundesstaat Kogi liegt, angegriffen wurden.

Zu Beginn dieser Woche waren bei Feuergefechten zwischen Armeeeinheiten und mutmaßlichen Mitgliedern der Sekte in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri zwölf Personen ums Leben gekommen; in Kaduna und Kano, den beiden großen Städten des Nordens, kam es zu Sprengstoffanschlägen. Boko Haram hatte zudem damit gedroht, die in Nigeria tätigen Mobilfunkbetreiber anzugreifen, weil diese geholfen hätten, Hintermänner von Boko Haram, unter anderem Abul Qaqa, per Handy-Ortung zu ergreifen.

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