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Gazastreifen Palästinenser unterbrechen Friedensgespräche mit Israel

02.03.2008 ·  Die israelischen Militäreinsätze am Samstag haben im Gazastreifen mindestens 63 Todesopfer gefordert. Die Palästinenser haben die Friedensgespräche auf Eis gelegt, „weil wir so viele Bestattungen haben“, wie ein Unterhändler erklärte.

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Wegen der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten haben die Palästinenser die Friedensgespräche mit Israel auf Eis gelegt. „Die Verhandlungen werden ausgesetzt, weil wir so viele Bestattungen haben“, sagte der Unterhändler Sajeb Erakat am Sonntag. Die israelische Luftwaffe schoss am frühen Morgen Raketen auf das Büro des Hamas-Politikers Ismail Hanija im Gazastreifen ab. Das Büro stand leer, fünf Menschen wurden durch umherfliegende Glassplitter verletzt. Die Zahl der Toten infolge der israelischen Militäreinsätze am Samstag stieg unterdessen auf mindestens 63.

Ein 14 Jahre altes Mädchen und fünf Extremisten erlagen ihre Verletzungen, drei weitere Palästinenser wurden bei Angriffen getötet. Etwa die Hälfte der Toten sind Zivilpersonen. Behörden zufolge wurden rund 200 Menschen zum Teil schwer verletzt. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak betonte im Rundfunk erneut, die Regierung ziehe auch eine groß angelegte Bodenoffensive im Gazastreifen in Erwägung, um die palästinensischen Raketenangriffe zu stoppen. Das Kabinett wollte sich am Sonntag mit dem Thema befassen.

Sicherheitsrat verurteilt Eskalation der Gewalt im Nahen Osten

Der Weltsicherheitsrat hat die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten verurteilt. Israelis und Palästinenser müssten alle Gewaltakte beenden, erklärten die Ratsmitglieder nach einer fünfstündigen Dringlichkeitssitzung am Samstagabend in New York, wie der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin mitteilte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israel auf, seine Angriffe im Gazastreifen einzustellen und verurteilte den „unverhältnismäßigen und übertriebenen Einsatz von Gewalt“.

Am Montag will der Sicherheitsrat über einen von Libyen eingebrachten Resolutionsentwurf beraten, in dem die Tötung von palästinensischen Zivilpersonen verurteilt wird. Der Entwurf fordert ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze und der palästinensischen Raketenangriffe auf israelisches Gebiet. Ähnliche Resolutionsentwürfe sind in der Vergangenheit im Sicherheitsrat gescheitert, weil sei von Amerika und europäischen Mitgliedern als nicht ausgewogen betrachtet werden.

Die Gefechte am Samstag waren die schwersten seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni vorigen Jahres. Die Palästinenser haben wegen der israelischen Offensive mit einem Abbruch der Friedensgespräche gedroht. Mit der Offensive reagiert Israel auf den fortgesetzten Raketenbeschuss israelischer Städte durch militante Palästinenser vom Gazastreifen aus. Kämpfer der Hamas feuerten am Samstag über 50 Raketen und unzählige Gewehrsalven auf den Süden Israels ab. Die israelischen Truppen schossen zurück, unterstützt von Panzern und Kampfflugzeugen.

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