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Gaza-Konflikt Palästinenser durch israelische Schüsse getötet

 ·  Im Gazastreifen soll ein Palästinenser durch israelische Schüsse getötet worden sein. In Tel Aviv haben israelische Sicherheitskräfte nach dem Bombenanschlag auf einen Bus derweil einen Tatverdächtigen festgenommen.

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© REUTERS Vergrößern Abstand halten: Grenzzaun im Süden des Gazastreifens

Im Süden des Gazastreifens ist am Freitag nach Angaben von Medizinern ein Palästinenser durch israelische Schüsse getötet worden. Der 21 Jahre alte Mann sei unweit der Grenze zu Israel tödlich verletzt worden, sagte ein Sprecher der palästinensischen Rettungsdienste. Weitere 24 Palästinenser seien am Freitag durch israelisches Feuer verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Mittelmeer-Enklave mit. Die israelischen Streitkräfte bestätigten, dass Warnschüsse auf Demonstranten am Grenzzaun abgegeben worden seien. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas warf Israel eine Verletzung der seit Mittwochabend geltenden Waffenruhe vor. Sie werde Ägypten als Garanten der Waffenruhe bitten, bei Israel zu intervenieren.

Den ersten Zwischenfall seit Beginn der Waffenruhe stellten beide Seiten unterschiedlich dar. Augenzeugen im Gazastreifen sagten, am Morgen seien zunächst fünf Bauern östlich von Chan Junis auf ihren Feldern in der Nähe des Grenzzaunes von israelischen Soldaten angeschossen worden. Daraufhin habe es eine spontane Demonstrationen von Bewohnern zweier nahe gelegener Dörfer gegeben. Einer der Demonstranten sei mit einer palästinensischen Fahne in der Hand auf den Zaun zugelaufen und dann erschossen worden. Weitere 19 Teilnehmer des Protestmarsches seien durch israelische Kugeln verletzt worden.

Das israelische Militär teilte auf Anfrage mit, schon seit dem Vorabend habe es Unruhen in der Nähe des schwer bewachten Zaunes gegeben. Palästinenser seien durch die 300 Meter breite Sperrzone westlich des Zaunes bis an die Sperranlage selbst vorgedrungen. Mindestens einer sei hinüber geklettert und kurzfristig auf israelisches Gebiet gelangt. Einige hätten Löcher in die Absperrung geschnitten. Die Armee habe keine Informationen, ob es Tote oder Verletzte bei den Unruhen auf der Gaza-Seite des Zaunes gegeben habe.

Verhaftungen nach Bombenanschlag

Derweil haben israelische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben den Täter festgenommen, der am Mittwoch den Bombenanschlag auf einen Stadtbus in Tel Aviv verübt haben soll. Es handele sich um einen Palästinenser aus der israelischen Stadt Taibe, teilte die Sprecherin der Streitkräfte, Avital Leibovich, am Donnerstagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Mann sei Mitglied der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas. Bei dem Anschlag im Zentrum von Tel Aviv waren am Vortag mindestens 17 Menschen verletzt worden.

Die Zeitung „Jediot Achronot“ berichtete, im Zusammenhang mit dem Anschlag seien im Westjordanland noch weitere Verdächtige festgenommen worden, die zur selben Hamas-Zelle wie der Haupttäter gehörten. Die Festnahmen seien schon am Mittwoch erfolgt, aber aus ermittlungstaktischen Gründen erst später mitgeteilt worden.

Der Anschlag war nur Stunden vor dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zur Beendigung achttägiger Kämpfe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen verübt worden. Die Palästinenser-Organisation hatte den Anschlag zwar begrüßt, sich aber nicht zu ihm bekannt.

Die vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas stößt in Israel auf ein geteiltes Echo. In einer am Freitag von der Zeitung „Maariv“ veröffentlichten Umfrage sagten 49 Prozent der Befragten, die israelische Armee hätte ihren Einsatz gegen den Gazastreifen fortsetzen sollen. 31 Prozent unterstützten die Waffenruhe, 20 Prozent hatten keine klare Meinung.

Im Zuge der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen, die am Mittwoch vergangener Woche begann, wurden mehr als 160 Palästinenser getötet. Auf israelischer Seite starben fünf Menschen. Die am Mittwoch vereinbarte Waffenruhe sieht neben einem Stopp aller Angriffe Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand vor. Auch die Grenzübergänge zum Gazastreifen sollen bald wieder geöffnet werden. Überwacht werden soll das Abkommen von Ägypten.

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23.11.2012, 09:29 Uhr

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