Home
http://www.faz.net/-gq5-74hg9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Gaza-Konflikt Hamas dämpft Hoffnung auf baldige Waffenruhe

Israel und die Hamas haben sich nun doch nicht auf eine Waffenruhe verständigen können. Die Hamas hatte zuvor eine Waffenruhe im Gazastreifen von Mitternacht an verkündet, am Abend aber mitgeteilt, dass es keine Einigung gibt. Weiterhin gibt es Anzeichen eines israelischen Einmarsches.

© dapd Vergrößern In Rishon Lezion in der Nähe von Tel Aviv wurde ein Haus von einer Rakete getroffen.

Die Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Waffenruhe im Gaza-Konflikt haben sich am Dienstagabend zerschlagen. Das Mitglied des Hamas-Politbüros, Isat Rischek, teilte von Kairo aus über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Bisher gibt es keine Einigung auf ein Abkommen, und es wird auch heute Nacht keine mehr geben. Alle Optionen sind offen. Unser Volk und unser Widerstand sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet.“

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton sagte in Jerusalem, Amerika werde in den nächsten Tagen daran arbeiten, für eine „umfassendere Ruhe“ in der Region zu sorgen, die von Dauer sein solle.

Wenige Stunden zuvor hatte ein Hamas-Sprecher angekündigt, dass von Mitternacht an die Waffen ruhen würden. Auch der ägyptische Präsident Muhammad Mursi hatte in Aussicht gestellt, dass die Gewalt bald vorüber sein werde und gesagt, „die Farce der israelischen Aggression“ werde noch am Dienstag ein Ende haben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ging vor seiner Begegnung mit der amerikanischen Außenministerin nicht auf diese Meldungen ein und bekräftigte, Israel werde alles tun, um seine Bevölkerung zu schützen; Hillary Clinton hatte eine Asien-Reise abgebrochen und war nach Israel geeilt.

Hamas richtet sechs Palästinenser öffentlich hin

Angesichts eines möglichen israelischen Einmarsches in Gaza verstärkten sich auch andere diplomatische Bemühungen um eine Waffenruhe. Sowohl UN-Generalsekretär Ban Ki-moon als auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle besuchten am Dienstag die Region. Ban traf nach einem Besuch in Kairo am Abend in Israel ein. Westerwelle flog von Tel Aviv kurzfristig nach Kairo. Außenministerin Clinton will an diesem Mittwoch in die ägyptische Hauptstadt reisen. Eine zehn Personen umfassende Delegation der Arabischen Liga mit mehreren Außenministern, unter ihnen Ahmed Davutoglu (Türkei), reiste nach Gaza-Stadt.

Die Gewalt dauerte trotz aller Vermittlungsversuche an. Bei israelischen Luftangriffen wurden im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben 19 Personen getötet. Ein israelischer Soldat und ein Zivilist kamen bei einem Granatenangriff in der Eschkol-Region um. In Rischon Lezion unweit von Tel Aviv wurden bei einem Raketentreffer zwei Israelis verletzt. Nach Armeeangaben wurde Israel bis zum Abend mit mehr als 150 Raketen aus Gaza beschossen. In Gaza-Stadt richteten am Dienstag Hamas-Mitglieder sechs Palästinenser öffentlich hin, denen sie vorwarfen, mit Israel zusammengearbeitet zu haben.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z./hcr./mrb.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ägypten Gericht stuft Hamas als terroristische Gruppe ein

Ein Gericht in Ägypten hat die gesamte Hamas als terroristische Gruppe eingestuft. Damit dürfte die Organisation Kairo nicht länger als Vermittler im Konflikt mit Israel akzeptieren. Mehr

28.02.2015, 14:43 Uhr | Politik
Gaza-Wiederaufbau Geberkonferenz sagt mehr als fünf Milliarden Dollar zu

Im Krieg zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas waren im Sommer tausende Häuser im Gazastreifen zerstört worden. Auf einer Konferenz zum Wiederaufbau sind Hilfsleistungen im Umfang von rund 5,4 Milliarden Dollar zugesagt worden. Mehr

13.10.2014, 09:46 Uhr | Politik
Privates Mailkonto im Amt Hillary Clinton will alle Mails offenlegen

Weil sie als Außenministerin ein privates Mailkonto und keine offizielle Adresse nutzte, gerät Hillary Clinton immer weiter unter Druck. Nun will sie ihren Mailverkehr offenlegen - ob das die Affäre beendet, bleibt jedoch fraglich. Mehr Von Oliver Georgi

05.03.2015, 09:54 Uhr | Politik
Kontroverse Diskussion Hillary Clinton nutzte privates E-Mail-Konto für Regierungsaufgaben

Hillary Clinton soll einem Zeitungsbericht zufolge während ihrer Zeit als Außenministerin für dienstliche Schreiben ihre private E-Mail-Adresse genutzt haben. Damit könnte sie gegen amerikanische Gesetze verstoßen haben. Mehr

04.03.2015, 15:47 Uhr | Politik
Amerika Hillary Clinton nutzte privates E-Mail-Konto für Regierungsaufgaben

Offizielle E-Mails Fehlanzeige. Hillary Clinton wickelte in ihrer Zeit als Außenministerin Amerikas sämtliche Korrespondenz über einen privaten Anbieter ab. Die Republikaner werfen ihr Intransparenz vor. Sie verweisen auf die Internetseite eines möglichen Gegners im Rennen um die kommende Präsidentschaft. Mehr

03.03.2015, 08:07 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.11.2012, 22:58 Uhr

Normal in China

Von Klaus-Dieter Frankenberger

China schraubt seine Wachstumserwartungen weiter zurück – das hat Konsequenzen für das Land und für die Weltwirtschaft. Mehr