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Gaza-Konflikt : Abermals Luftalarm in Tel Aviv - Israel zerstört Hamas-Amtssitz

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An der Grenze zum Gazastreifen: Der Beschuss des palästinensischen Territoriums geht auch am Samstag weiter Bild: AFP

Die israelische Armee hat ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen am Samstag noch einmal verstärkt. Nach Angaben der Armee wurde der Amtssitz des Hamas-Ministerpräsidenten Ismail Hanija zerstört. Abermals wurde Luftalarm in Tel Aviv ausgelöst.

          Die israelische Armee hat ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen am Samstag noch einmal verstärkt. Die Luftwaffe habe seit Mitternacht 180 Ziele im Gazastreifen bombardiert, teilten die Streitkräfte im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

          In einer Botschaft an Diplomaten kündigte die israelische Regierung an, sie werde die Militäroperation „Säule der Verteidigung“ deutlich ausweiten. Zu diesem Zweck sollen bis zu 75000 Reservisten einberufen werden. Israel sei auf eine größere Bodenoffensive vorbereitet, sagte Verteidigungsminister Lieberman. Sollte der Einmarsch beginnen, könne er nicht auf halber Strecke gestoppt werden: „Dann müssen wir bis zum Ende gehen.“

          Nach Angaben der Armee wurde der Amtssitz des Hamas-Ministerpräsidenten Ismail Hanija zerstört. Am Freitag war dort noch der ägyptische Ministerpräsident Hischam Kandil zu Gast. In dem Gebäudekomplex seien auch größere Mengen Sprengstoff gelagert worden, die dabei explodierten, teilte die Armee weiter mit. Demnach wurden zudem eine Polizeistation und ein Gebäude der Geheimpolizei bombardiert.

          Gaza-Konflikt : Gezielte Schläge, verbale Drohungen

          Nach palästinensischen Angaben wurden in Gaza bis Samstagnachmittag neun Menschen getötet; insgesamt kamen damit seit Mittwoch 39 Palästinenser ums Leben. In der Nacht zum Samstag wurde angeblich zudem ein weiterer Hamas-Kommandeur gezielt getötet. Der israelische Beschuss ging auch weiter, als der tunesische Außenminister Rafik Abdelsalem Gaza-Stadt besuchte.

          Der Süden Israels wurde am Samstag mit mehreren Dutzend Raketen aus Gaza beschossen. Vier Israelis wurden verletzt. Auch Tel Aviv wurde am Samstag den dritten Tag in Folge mit einer Rakete aus dem Gazastreifen angegriffen. Es wurde abermals Luftalarm ausgelöst. In Jaffa war ein lauter Knall zu hören. Das Geschoss schlug Augenzeugenberichten zufolge vor dem südlichen Vorort Bat Jam ins Meer.

          Der israelische Rundfunk berichtete, die Rakete sei zuvor von dem gerade erst installierten Abwehrsystem „Iron Dome“ (Eisenkuppel) abgefangen worden.

          In Israel gab es bisher drei Tote, als am Donnerstag eine Rakete in ein Wohnhaus einschlagen war.. Am Freitag war zum ersten Mal eine Rakete in Richtung Jerusalem abgefeuert worden. Sie ging neben einem palästinensischen Dorf nahe dem Siedlungsblocks Gusch Etzion nieder. In der Nähe von Tel Aviv wurde die fünfte Batterie des Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ einsatzbereit gemacht; das System zerstörte auch am Samstag wieder zahlreiche Raketen in der Luft.

          Besorgnis in Berlin

          Im Kanzleramt hieß es am Samstag, es müsse alles getan werden, um einen Flächenbrand im Nahen Osten zu verhindern. Der Konflikt sei durch den Beschuss Israels vom Gazastreifen ausgelöst worden. Er eskaliere nun in einer Region, deren Stabilität in den letzten Monaten immer fragiler geworden sei. Außenminister Westerwelle telefonierte mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Al Arabi. Westerwelle habe in dem Gespräch deutlich gemacht, „dass die Eskalation der Gewalt äußerst besorgniserregend und eine zusätzliche Stabilitätsgefahr für die gesamte Region“ sei, teilte das Auswärtige Amt anschließend mit. Die Gewalt müsse „unter allen Umständen“ beendet werden und dürfe „nicht weiter angeheizt werden“.

          Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), sagte der F.A.S., die Tötung des Hamas-Militärchefs Ahmed Dschabari sei gerechtfertigt gewesen. Israel solle nach einem Waffenstillstand seine Politik der Abschottung des Gaza-Streifens korrigieren.

          Netanjahu dankt Obama

          In Kairo befasste sich die Arabische Liga mit der Eskalation. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nahm an dem Treffen teil.

          Unterdessen informierte der israelische Ministerpräsident Netanjahu in einem Telefongespräch den amerikanischen Präsident Barack Obama über die Lage im Nahen Osten. Angesichts des schweren Beschusses aus dem Gazastreifen dankte der israelische Ministerpräsident Obama für die amerikanische Hilfe beim Aufbau des Raketenschilds Iron Dome. Seit Mittwoch hat das Luftabwehrsystem nach israelischen Angaben rund 200 Raketen aus dem Gazastreifen abgefangen.

          Nach den Worten eines hochrangigen Sicherheitsberaters des amerikanischen Präsidenten hat Israel die Entscheidung über eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen selbst in der Hand.
          „Wir wollen dasselbe wie die Israelis“, sagte Ben Rhodes, der Obama auf dessen Asien-Reise begleitet. „Und das ist ein Ende des Raketenbeschusses aus Gaza.“

          Aus seiner Sicht seien die andauernden Raketenangriffe aus den Palästinensergebieten ausschlaggebender Faktor für die Zuspitzung des Konflikts gewesen - nicht die gezielte Tötung des Militärchefs der Hamas im Gazastreifen, Ahmed al Dschabari. „Wir glauben, dass Israel
          das Recht hat, sich zu verteidigen und seine eigenen Entscheidungen über diesbezügliche Taktiken zu treffen.“

          Obama habe Ägyptens Staatschef Mohammed Mursi sowie den türkischen
          Premier Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, „eine konstruktive Rolle dabei spielen, die Hamas einzubinden und einen Prozess der Deeskalation einzuleiten“, sagte Rhodes.

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