14.01.2009 · Die Ukraine will russisches Gas weiterhin nicht nach Westen durchleiten, denn das bedeute einen Einbruch der Versorgung im eigenen Lande. EU-Kommissionspräsident Barroso drohte Gasprom und Naftogas Ukrainy mit rechtlichen Schritten.
Die Ukraine blockiert weiterhin die Lieferung russischen Erdgases in die EU-Staaten durch das ukrainische Gasleitungsnetz. Der ukrainische Energiekonzern Naftogas begründete diese Entscheidung am Mittwoch mit unerfüllbaren Forderungen des russischen Staatskonzerns Gasprom. Gasprom habe gefordert, dass die Ukrainer das Gas über eine technisch komplizierte Route leiteten. Das würde aber dazu führen, dass Naftogas die Gaslieferungen an breite Landstriche in der Ukraine stoppen müsste.
Unterdessen drohte EU-Kommissionspräsident Barroso Gasprom und dem ukrainischen Unternehmen Naftogas mit rechtlichen Schritten, sollten die EU-Staaten nicht schnellstens mit Gas beliefert werden. In einer Rede vor dem EU-Parlament in Straßburg bezeichnete er den russisch-ukrainischen Gasstreit als „höchst inakzeptabel und unglaublich“. Die Kommission werde die EU-Staaten auch zu „konzertiertem Handeln“ aufrufen, um „alternative Wege der Energiebeschaffung und des Energietransits zu finden“.
„Wir werden bald sehen, ob es sich hier um ein technisches Problem handelt oder ob es keinen politischen Willen gibt, das Abkommen über die Wiederaufnahme der Lieferungen einzuhalten“, sagte Barroso. „Wenn das Abkommen nicht respektiert wird, dann bedeutet das, dass Russland und die Ukraine nicht mehr als verlässliche Partner der EU in Fragen der Energieversorgung betrachtet werden können.“