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Gasstreit Bulgarien lehnt höheren Gaspreis ab

06.01.2006 ·  Kurz nach dem russisch-ukrainischen Gasstreit droht in Osteuropa ein neuer Konflikt. Bulgarien lehnt es ab, den vom russischen Energieriesen Gasprom geforderten höheren Preis zu zahlen. Die Ukraine will angeblich 2006 auf russisches Gas verzichten.

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Wenige Tage nach Beilegung des russisch-ukrainischen Streits über den Gaspreis steht in Osteuropa möglicherweise ein neuer Konflikt bevor. Bulgarien lehnte es am Freitag ab, einen vom russischen Gasversorger Gasprom geforderten höheren Preis zu zahlen. Die von Gasprom verlangte Vertragsänderung sei für Bulgarien nicht akzeptabel, sagte eine Sprecherin des Energieministeriums in Sofia. Laut der Zeitung „Dnewnik“ will Gasprom nun eine Preiserhöhung auf etwa 260 Dollar durchsetzen.

Zwischen beiden Ländern gibt es nach bulgarischen Angaben einen bis 2010 gültigen Liefervertrag. Bulgarien bezieht einen Großteil seines Gases von Gasprom. Durch das Land laufen auch die Leitungen, die die Türkei, Griechenland und Mazedonien mit russischem Erdgas versorgen. Gasprom verrechnet die dafür eigentlich zu zahlende Durchleitungsgebühr mit der Gas-Rechnung an Bulgarien und berechnet Sofia einen Sonderpreis. Nun will Gasprom nach bulgarischen Angaben die Preise auf „marktübliches Niveau“ heben und im Gegenzug die Gebühr für die Durchleitung in bar zahlen.

Nach Angaben des bulgarischen Energieministeriums kostet unter den derzeitigen Bedingungen geliefertes Gas etwa 83 Dollar pro 1000 Kubikmeter. Außerhalb dieses Vertrags zugekauftes Gas koste indes 257 Dollar. Bulgarien deckt seinen Energiebedarf zum Großteil über Atomkraft und Kohlekraftwerke und hat deshalb zwischen Januar und November 2005 nur 2,73 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht. Durch die Leitungen über bulgarisches Gebiet strömen aber 14 Milliarden Kubikmeter in die Nachbarländer. Mazedonien deckt darüber seinen kompletten Gasbedarf, Griechenland 50 Prozent und die Türkei 60 ihres Bedarfs.

Ukraine will 2006 kein russisches Gas importieren

Erst am Mittwoch hatten Rußland und die Ukraine ihren Streit über höhere Preise beigelegt. Zu Jahresbeginn hatte Gasprom der Ukraine zeitweise das Gas abgedreht, was auch in vielen Ländern Europas zu Lieferausfällen geführt hatte. (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Der Gasstreit)

Unterdessen hat die Ukraine überraschend mitgeteilt, sie benötige in diesem Jahr überhaupt kein russisches Gas. Aufgrund umfangreicher Lieferzusagen aus Turkmenistan sei das Land bis auf weiteres nicht auf das deutlich teurere Gas aus Rußland angewiesen, teilte der staatliche ukrainische Energieversorger Naftogas Ukrainy am Freitag in Kiew mit.

Nach Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Juri Jechanurow wird die Ukraine für turkmenisches Gas im ersten Halbjahr 50 Dollar (42 Euro) je tausend Kubikmeter zahlen, in der zweiten Jahreshälfte 60 Dollar.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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