http://www.faz.net/-gpf-956lw

Verhältnis zu Ankara : Gabriel: Brexit-Vertrag als Modell für EU-Türkei-Beziehungen

  • Aktualisiert am

Außenminister Sigmar Gabriel (hier am 18. Dezember in Berlin) will die Türkei enger an die EU binden. Als Vorbild könnte der Brexit-Vertrag dienen. Bild: BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Verhältnis zur Türkei ist nicht erst seit den Verhaftungen deutscher Staatsbürger angespannt. Außenminister Sigmar Gabriel will das Land dennoch enger an die EU heranführen – und hat dafür bereits eine Idee.

          Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat eine engere Zusammenarbeit der Europäischen Union (EU) mit der Türkei und der Ukraine nach dem Vorbild eines künftigen Brexit-Vertrags angeregt. „Wenn wir ein kluges Abkommen mit Großbritannien hinbekommen, das die Beziehungen zu Europa nach dem Brexit regelt, könnte das ein Modell für andere Länder sein: die Ukraine und auch die Türkei“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht vom Dienstag.

          Mit Blick auf Ankara fügte der Minister hinzu, es gebe in der Türkei den Willen, das Verhältnis zu Europa zu verbessern. „Es ist ein gutes Zeichen, dass mehrere inhaftierte Deutsche freigekommen sind“, sagte Gabriel. Allerdings bleibe die große Sorge um den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel. „Die Türken wissen, wie wichtig sein Schicksal für uns ist.“

          Eine Möglichkeit wäre, mit der Regierung in Ankara „eine neue, engere Form der Zollunion“ anzustreben, erläuterte der Minister. Allerdings müsse sich dafür die Lage in der Türkei erst wieder ändern. „Ich kann mir für die nächsten Jahre weder die Türkei noch die Ukraine als Mitglied der EU vorstellen“, sagte Gabriel. „Daher müssen wir über alternative Formen einer engeren Zusammenarbeit nachdenken.“

          Weitere Themen

          Wahlkampf in der Türkei geht mit Großkundgebungen zu Ende Video-Seite öffnen

          Istanbul : Wahlkampf in der Türkei geht mit Großkundgebungen zu Ende

          Mit Großkundgebungen ist in der Türkei der Wahlkampf zu Ende gegangen. Hunderttausende Menschen kamen zur Abschlussveranstaltung des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Muharrem Ince in Istanbul. Präsident Recep Tayyip Erdogan hielt mehrere Kundgebungen in der Bosporus-Metropole ab.

          Topmeldungen

          Ilkay Gündogan bei der WM : Löws erster Nachrücker

          Für einen Startelf-Einsatz hat es nicht gereicht: Ilkay Gündogan kommt gegen Schweden nach 30 Minuten für den verletzten Sebastian Rudy ins Team. Auch etwas anderes war erstaunlich – und gleichsam erfreulich.

          Flüchtlinge : EU-Staaten drängen auf Abschottung

          Vor dem Sondergipfel zur Flüchtlingspolitik verlangt Österreich den Einsatz von Soldaten an der EU-Außengrenze. Frankreich und Spanien fordern die Einrichtung von Flüchtlingszentren. Bundestagspräsident Schäuble warnt Horst Seehofer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.