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Früherer sowjetischer Außenminister : Eduard Schewardnadse tot

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Eduard Schewardnadse mit dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (l) 1988 im Moskauer Kreml. Bundeskanzler Helmut Kohl und der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow stehen im Hintergrund Bild: Barbara Klemm

Eduard Schewardnadse war der letzte Außenminister der Sowjetunion und gilt als einer der Väter der deutschen Einheit. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.

          Der letzte sowjetische Außenminister Edward Schewardnadse ist im Alter von 86 Jahren in Tiflis gestorben. Der frühere georgische Präsident sei um 12 Uhr Ortszeit (10 Uhr MESZ) nach schwerer Krankheit gestorben, sagte sein Sprecher Soso Tkebutschawa  der Deutschen Presse-Agentur.

          Den Deutschen bleibt Schewardnadse als einer der Wegbereiter der Wiedervereinigung unvergessen. Doch in seiner georgischen Heimat galt er als politischer Verlierer. Als Präsident der Kaukasusrepublik musste der selbst durch einen Putsch an die Macht gekommene in der Rosenrevolution 2003 gegen sein korruptes Regime aus Familienclans zurücktreten. Danach lebte er eher zurückgezogen.

          Am 25. Januar 1928 in Mamati nahe der Schwarzmeer-Küste geboren, machte der Historiker Schewardnadse bereits zu Zeiten seines Landsmanns Josef Stalin von 1948 an Karriere in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU).

          Schewardnadse wurde 1968 georgischer Innenminister. Von 1972 bis 1985 war er Erster Sekretär der Kommunistischen Partei in der Kaukasusrepublik. 1985 ernannte ihn der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow zu seinem
          Außenminister. Schewardnadse war ein enger Vertrauter Gorbatschows und ein entschiedener Befürworter der Abrüstungspolitik. Er sorgte als Außenminister an der Seite des Vaters von Glasnost und Perestroika (Offenheit und Umgestaltung) nach vier Jahrzehnten des Kalten Kriegs mit für politisches Tauwetter.

          Die für Deutschland wichtigste Arbeit leistete Schewardnadse als Vertreter der Sowjetunion bei den Zwei-plus-Vier-Gesprächen. Gegen den Widerstand vieler Kommunisten und Armeegeneräle in Moskau war der Politiker dabei einer der Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung.

          Anteilnahme von Gorbatschow und Putin

          Gorbatschow sagte über Schewardnadse: „Er hat einen bedeutenden Beitrag zur Außenpolitik der Perestroika geleistet, war ein ehrlicher Verfechter eines neuen Denkens in der Welt“. Außerdem nannte er ihn einen Freund, der in den 1980er Jahren die Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) intensiv mitgestaltet habe. Der Politiker habe eine große Rolle bei der „Vereinigung Deutschlands, in europäischen Angelegenheiten, bei der Normalisierung der Beziehungen zu China und im Dialog mit den USA gespielt“, sagte Gorbatschow.

          Besonders eingesetzt habe sich Schewardnadse zudem für ein Ende des atomaren Wettrüstens. Gorbatschow hob vor allem Schewardnadses „georgisches Temperament“ hervor. „Er war in der Lage, mit unterschiedlichen Menschen schnell in Kontakt zu treten - mit der Jugend und mit der älteren Generation“, sagte Gorbatschow.

          Der russische Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen des früheren sowjetischen Außenministers sowie dem georgischen Volk sein Beileid aus, wie der Kreml mitteilte.

          Der georgische Ministerpräsident Irakli Garibaschwili ordnete ein Staatsbegräbnis für den Politiker an. „Er war Politiker von internationaler Bedeutung, der zum Ende des Kalten Kriegs beigetragen hat“, sagte Garibaschwili. Er habe eine „wichtige geopolitische Rolle bei der Gestaltung der modernen Welt“ gespielt. Ex-Präsident Saakaschwili nannte ihn eine „bedeutende Figur“ des sowjetischen Imperiums.

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