29.07.2008 · Vor der vierten Verhandlungsrunde in Istanbul ist die Stimmung gut: „Israels Wunsch nach Frieden ist sehr ernst“, sagte ein Diplomat in Jerusalem, und auch in Syrien hofft man, dass die indirekten Gespräche zwischen den verfeindeten Staaten bald in direkte Verhandlungen münden.
Israel und Syrien beginnen heute mit einer vierten indirekten Gesprächsrunde über einen möglichen Friedensschluss zwischen den beiden Ländern. Zwei Berater des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert seien zu neuen Gesprächen in die Türkei unterwegs, meldete der israelische Rundfunk am Dienstagmorgen. Joram Turbowicz und Schalom Turjeman wollten dort noch im Verlauf des Tages weitere Verhandlungen führen, hieß es.
Die Verhandlungen fänden auch weiterhin unter türkischer Vermittlung statt, sagte ein Vertreter Israels. „Israels Wunsch nach Frieden ist sehr ernst“, sagte der israelische Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, weiter.
Auf dem Weg zu Direktverhandlungen
Während der vierten Verhandlungsrunde wollten sich beide Seiten bemühen, eine Möglichkeit für direkte Verhandlungen zu vereinbaren. Bislang hatten die verfeindeten Nachbarstaaten nur mit türkischer Vermittlung verhandelt. Türkische Diplomaten pendelten dabei mit Botschaften zwischen den israelischen und den syrischen Verhandlungsteams hin und her.
Nach acht Jahren des Stillstands hatten die beiden Staaten im Mai dieses Jahres die Wiederaufnahme indirekter Verhandlungen für einen Friedensvertrag bekanntgegeben. Israel lehnte bislang die Forderung nach einem Abzug von den Golanhöhen ab und forderte seinerseits von Damaskus, seine Unterstützung für islamistische Palästinenserorganisationen und die libanesische Hizbullah-Miliz einzustellen. Außerdem solle Syrien sich von Israels erbittertem Feind Iran distanzieren.
Israel und Syrien befinden sich seit 1948 im Kriegszustand, unterzeichneten allerdings Waffenstillstandsabkommen. Bei den indirekten Verhandlungen sprechen die Vertreter beider Staaten nicht direkt miteinander, sondern türkische Diplomaten pendeln zwischen beiden Gruppen.
Hoffnung auf Ende des Kriegszustands
Erst am Montag hatte der syrische Botschafter in den Vereinigten Staaten für einen Friedensschluss mit Israel geworben. „Wir hoffen auf eine gegenseitige Anerkennung und darauf, den Kriegszustand zu beenden“, zitierte der israelische Militärrundfunk am Montag Syriens Botschafter in Washington, Imad Mustafa. Syrien und Israel sollten sich gemeinsam an den Verhandlungstisch setzen und Frieden schließen, forderte der Diplomat laut einem Mitschnitt seiner Rede vor der israelischen Anti-Siedlungsbewegung „Frieden jetzt“.
Mustafa bekräftigte, Bedingung für einen Friedensschluss sei Israels Abzug von den Golanhöhen. Israel hatte das syrische Gebiet 1967 besetzt und 1981 annektiert.
Mitte Juli hatte der syrische Staatschef Baschar Assad sich bereiterklärt, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Nach acht Jahren des Stillstands hatten die beiden Staaten im Mai die Wiederaufnahme indirekter Verhandlungen für einen Friedensvertrag bekanntgegeben.
Rückgabe der Golanhöhen im Mittelpunkt
Israel lehnte bislang die Forderung nach einem Abzug von den Golanhöhen ab und forderte seinerseits von Damaskus, seine Unterstützung für islamistische Palästinenserorganisationen und die libanesische Hizbullah-Miliz einzustellen. Außerdem solle Syrien sich von Israels erbittertem Feind Iran distanzieren.
Bei den Verhandlungen, die im Mai wieder aufgenommen worden waren, geht es vor allem um die Forderung Syriens nach einer Rückgabe der 1967 von Israel eroberten und später annektierten Golanhöhen. Israel fordert von Syrien, die Unterstützung für die libanesische Hizbullah-Miliz und militante Palästinensergruppen aufzugeben. Ziel der Gespräche zwischen Israel und Syrien sind normale nachbarschaftliche Beziehungen.