Home
http://www.faz.net/-gq5-754ua
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Französische Opposition Fillon und Copé einig über Urwahl

Nächste Runde im Machtkampf um eine Partei, die die Macht vorerst verloren hat: Jean-François Copé und François Fillon haben eine neue Urabstimmung am 15. September vereinbart.

© dpa Vergrößern Einig im Kampf gegeneinander: der ehemalige französische Premierminister François Fillon (rechts) und der langjährige Fraktionsführer der französichen UMP, Jean-François Copé

In Frankreich zeichnet sich im Machtkampf um die Nachfolge Nicolas Sarkozys an der Spitze der rechtsbürgerlichen Partei UMP eine Kompromisslösung ab. Jean-François Copé und François Fillon verständigten sich am Montag auf eine neue Urabstimmung über die Parteiführung am 15. September 2013. Bis zum 14. Juli nächsten Jahres sollen die Kandidaten für das höchste Parteiamt feststehen. Fillon hat angedeutet, dass er nicht ein zweites Mal kandidieren will. Bislang hatte sich der von der parteiinternen Wahlkommission bestätigte Parteivorsitzende Copé geweigert, vor dem Frühjahr 2014 eine neue Mitgliederabstimmung zu organisieren.

Michaela Wiegel Folgen:    

Copé bekundete am Montag seinen Willen, zu einer schriftlichen Abmachung zu gelangen. „Es gibt bei mir den Willen, ein neues Kapitel aufzuschlagen“, sagte Copé. „Meine Hand ist ausgestreckt.“ Der frühere Premierminister Fillon, der die Wahl Copés nicht anerkennt, sprach am Montag von „Fortschritten“, forderte jedoch zugleich, dass die genauen Bedingungen, der Zeitplan sowie die Organisation der neuen Urabstimmung schriftlich festgelegt würden.

Fillon bietet Fraktionsauflösung an

Fillon verlangte, dass eine paritätisch mit seinen und Copés Gefolgsleuten besetzte Parteiführung die Organisation der neuen Urabstimmung verantworte. Dies solle sicherstellen, dass der Wahlprozess ohne Unregelmäßigkeiten verlaufe. Sobald der Parteivorstand diese Bedingungen erfüllt habe, werde er seine Fraktion in der Nationalversammlung wieder auflösen und zurück in die UMP-Fraktion führen, kündigte Fillon an.

Die Kompromisslösung über den September-Termin war in den vergangenen Tagen vom früheren Premierminister Jacques Chiracs, Jean-Pierre Raffarin, angebahnt worden. Raffarin sagte am Montag, eine Lösung vor Weihnachten sei notwendig geworden, um den Zerfall der UMP zu verhindern. „Aber man muss vorsichtig bleiben, denn die Krise war sehr hart und die Nachwirkungen sind noch immer schwer“, sagte Raffarin der Zeitung „Le Monde“. Er hatte im parteiinternen Wahlkampf Copé unterstützt. Raffarins Vermittlung folgte auf zwei gescheiterte Vermittlungsversuche der Parteigranden Alain Juppé und Sarkozy.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Reaktionen auf Syriza-Sieg Ein neues Kapitel für Europa

In Frankreich ist der Sieg der griechischen Syriza-Partei sowohl im linken als auch im rechten Lager begeistert begrüßt worden – mit durchaus ähnlich klingenden Argumenten. Mehr Von Michaela Wiegel, Paris

26.01.2015, 12:14 Uhr | Politik
UMP-Wahl Sarkozy wieder Vorsitzender der Konservativen

Die Mitglieder der konservativen Partei UMP in Frankreich haben den ehemaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zu ihrem neuen Parteivorsitzenden gewählt. Bei der Abstimmung erhielt er offiziellen Angaben zufolge 64,5 Prozent der Stimmen. Mehr

30.11.2014, 12:41 Uhr | Politik
Frankreich Prozess um L’Oréal-Milliardärin Bettencourt beginnt

In Bordeaux hat der Prozess um die L’Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt begonnen. Vorgeworfen wird unter anderen dem einstigen Vertrauten Nicolas Sarkozys, Eric Woerth, die alte Dame um mehrere hundert Millionen Euro betrogen zu haben. Mehr

26.01.2015, 10:24 Uhr | Politik
Sarkozy will zurück in die Politik

Nach monatelangen Spekulationen teilte der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy mit, dass er in die Politik zurückkehren wolle. Er strebe den Vorsitz der oppositionellen UMP an, teilte der 59-Jährige über das Internetportal Facebook mit. Mehr

22.09.2014, 11:07 Uhr | Politik
Frankreich Lehrer an der Front gegen den Extremismus

Mit Werteunterricht von der Grundschule bis zum Abitur will Frankreich für seine Überzeugungen kämpfen. Das hat Staatspräsident Hollande angekündigt. Die Lehrer sieht er dabei an vorderster Front. Mehr Von Michaela Wiegel, Paris

22.01.2015, 15:32 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.12.2012, 16:25 Uhr

Der verlängerte Arm der AfD?

Von Jasper von Altenbockum

Die Spaltung von Pegida geht in eine Richtung, die der AfD zu einem verlängerten Arm verhelfen könnte. Wohin das die AfD treibt, wird sich am Wochenende in Bremen zeigen. Ein Kommentar. Mehr 120 15