10.11.2005 · In der 14. Nacht in Folge haben Jugendliche in Pariser Vororten und weiteren französischen Städten randaliert. Die Zahl der Brandanschläge ist allerdings zurückgegangen. Die Polizei sieht in der leichten Beruhigung „ein ermutigendes Zeichen“.
Die schweren Krawalle französischer Jugendlicher sind nach Behördenangaben abgeflaut. Bis zum Morgen zählte die Polizei 482 angezündete Autos, während es in der Vornacht noch 617 gewesen waren. 203 Personen wurden festgenommen.
Der leichte Rückgang der Brandanschläge, die zu einer Art Gradmesser für die gewaltsamen Unruhen geworden sind, sei „ein ermutigendes Zeichen“, sagte ein Polizeisprecher. Dennoch würden die Sicherheitskräfte sich weiterhin bemühen, die öffentliche Ordnung wieder herzustellen.
Nächtliche Bürgerwachen
In fünf von 100 Départements wurden Ausgangssperren verhängt, dabei in keinem der sozialen Problem-Viertel im Umland von Paris, wo die Unruhen am 27. Oktober begonnen hatten. Nach Einschätzung der französischen Polizei haben im wesentlichen die Verkündung des Notstands und die zahlreichen Festnahmen die Gewalt in den Vorstädten eingedämmt.
„Dies hat den Randalierern zu denken gegeben“, sagte der Chef der nationalen Polizei, Michel Gaudin, am Donnerstag in Paris. Auch das Engagement der Bürger, die in ihren Vierteln nächtliche Wachen eingerichtet und vielfach zur Ordnung aufgerufen hätten, habe zur Beruhigung beigetragen.
Auch in Belgien Ausschreitungen
Es war bereits die 14. Nacht in Folge, in der Wagen in Flammen aufgingen. Betroffen waren auch in der vergangenen Nacht nicht nur die Vororte von Paris, sondern auch anderen Städte. In Toulouse wurden elf Autos in Brand gesteckt und ein brennendes Fahrzeug in den Eingang einer Grundschule gerammt. Auch in Belfort habe eine Schule gebrannt. 155 Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.
Auch in Belgien ist es zu gewalttätigen Zwischenfällen gekommen. Aus mehreren Städten wurde ein halbes Dutzend Brände gemeldet. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, darunter drei in Brüssel, wie ein belgischer Regierungssprecher mitteilte. Insgesamt haben die Unruhen in Belgien aber zu keinem Zeitpunkt Ausmaße wie in Frankreich erreicht.
Traurig das Sarkozy traurig sein soll @Vicent
Berni Albrecht (Baertelsmann)
- 11.11.2005, 23:58 Uhr