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Veröffentlicht: 19.11.2012, 12:11 Uhr

Frankreich UMP vor der Spaltung?

Nichts geht mehr in der französischen Oppositionspartei UMP. Die Wahl des neuen Vorsitzenden nach der Ära Sarkozy gerät zur Zerreißprobe, schon wird über eine Spaltung spekuliert.

von , Paris
© REUTERS Auch er beansprucht den Sieg in der Wahl zum UMP-Vorsitzenden für sich: Jean-Francois Copé am Sonntagabend in Paris

„Rien ne va plus“ in der wichtigsten französischen Oppositionspartei. Marine Le Pen hatte der UMP eine „höllische Zeit“ vorausgesagt, und am Montag sieht es ganz danach aus, als solle die Rivalin vom rechten Rand recht behalten: Die Urabstimmung der UMP-Mitglieder vom Sonntag hat bislang keinen eindeutigen Sieger hervorgebracht. Es soll zu Wahlfälschungen gekommen sein. Schon bezichtigen Francois Fillon und Jean-Francois Copé einander des Betrugs.

UMP candidate for party election cast his ballot © dpa Vergrößern Francois Fillon reklamiert die Mehrheit der Stimmen für sich - in der Nacht zum Montag, bevor noch alle Stimmen ausgezählt sind

Michaela Wiegel Folgen:

Die von der Partei aufgestellte Wahlkommission wirkt hilflos. Sie setzte am Montagmorgen die Auszählung der Stimmen fort, die in der Nacht unterbrochen worden war. Die Unsicherheit über das Ergebnis nutzen Fillon und Copé zu Siegeserklärungen. „Ja, ich habe gewonnen“, behauptete Copé am Montagmorgen in einem Fernsehgespräch. Er sagt, er habe 1058 Stimmen Vorsprung. „Ich bin der Sieger“, antwortete Fillon vor den Fernsehkameras. Er sagt, er habe mit 224 Stimmen Vorsprung gewonnen. UMP-Gründungspräsident Alain Juppé stöhnte am Montag, die beiden Rivalen sollten sich nicht länger in Fernsehinterviews angiften, sondern endlich miteinander reden.

UMP vor der Spaltung?

Die Urwahl entwickelt sich zur Belastungsprobe für die seit der Niederlage Nicolas Sarkozys führungslos dahinschlingernde Partei. Schon wird lautstark über eine mögliche Spaltung spekuliert. „Das Risiko einer Spaltung besteht“, warnte Juppé. Egal wie das Ergebnis ausfällt, diese Wahl wird Spuren hinterlassen. Die höfliche Zurückhaltung, die Fillon und Copé in ihrem einzigen Fernsehduell an den Tag gelegt hatten, ist längst feindseligen Äußerungen gewichen. Die Anhänger Copés halten Fillon vor, dass er nur ein „schlapper Rechter“ sei und als „Hollande der Rechten“ die Partei 2017 nicht zum Sieg führen könne. Umgekehrt sehen die Anhänger Fillons in Copé einen Agenten der extremen Rechten, der die UMP in Bündnisse mit dem Front National führen will. In Copés „Manifest für eine Rechte ohne Komplexe“ sehen sie eine Liebeserklärung an Marine Le Pen, auch wenn Copé sagt, dass er keine Allianzen mit der Front National eingehen wolle.

Die in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streitigkeiten sind dabei, das Bild der Partei nachhaltig zu beschädigen. Dabei steht es ohnehin nicht gut um die UMP, die sich mit Finanznöten plagt. Aufgrund des schlechten Wahlergebnisses in den Parlamentswahlen im Juni fällt die staatliche Wahlkampfkostenrückerstattung wesentlich geringer aus als angenommen. Auf der Rechten wird die UMP vom Front National bedrängt, in der Mitte wirbt fortan die vom früheren Minister Jean-Louis Borloo begründete Union des Démocrates et Indépendants (UDI) um die gemäßigte bürgerliche Wählerschaft.

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Quelle: FAZ.NET

 

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