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Frankreich Sarkozy steigt in Wahlkampf ein

15.02.2012 ·  Die heiße Phase im französischen Wahlkampf ist eingeleitet. Präsident Nicolas Sarkozy kündigte seine abermalige Kandidatur an. Er begründete seinen Wunsch, ein zweites Mandat auszuüben, mit der „präzedenzlosen Abfolge von Krisen“.

Von Michaela Wiegel, Paris
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© AFP „Ja, ich bin Kandidat für die Präsidentschaftswahl“: Nicolas Sarkozy läutet den Kampf um eine weitere Amtsperiode ein

„Ja, ich bin Kandidat“: Mit diesen Worten hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Mittwochabend seine Absicht erklärt, bei der Präsidentenwahl am 22. April und 6. Mai anzutreten. Sarkozy begründete seinen Wunsch, ein zweites Mandat auszuüben mit der „präzedenzlosen Abfolge von Krisen“, die Frankreich seit 2008 erlebe.

Wenn er jetzt aufgebe, sei er „wie ein Kapitän, der im schlimmsten Sturm sein Schiff verlasse“, sagte er im Privatfernsehsender TF1. „Ich habe den Franzosen etwas zu sagen und ihnen Vorschläge zu unterbreiten“, sagte der Präsident. Frankreich werde ein Schutzschild für die Franzosen sein, wenn er es weiterhin führe, versprach er. Das Land dürfe nicht „am Rande des Weltgeschehens“ verweilen und so tun, als verlange die Krise nicht besondere Anstrengungen.

Frankreich: Sarkozy stellt sich zur Wiederwahl

Der Präsident gestand ein, ihm sei in den vergangenen fünf Jahren nicht alles geglückt. „Aber man kann nicht alles machen in fünf Jahren“, sagte Sarkozy. Er wolle sich insbesondere an die Franzosen wenden, die das Vertrauen in die Politik verloren hätten. Er wolle „dem Volk die Stimme zurück geben“.

Deshalb werde er, sollte er eine zweite Amtszeit antreten, die Franzosen in Referenden befragen. „Wir dürfen keine Angst vor der Stimme des Volkes haben“, sagte Sarkozy. Er strebt an, das System der Arbeitslosenhilfe zu reformieren und Arbeitslose zu einer Umschulung zu zwingen, wenn sie keine Einstellungschancen in ihrem bisherigen Job haben.

„Die wirkliche Wahlkampagne beginnt jetzt“

Sarkozy warnte seine Landsleute, wenn sie sich diesen Änderungen verschließen würden, könne Frankreich wie Griechenland oder Portugal enden. Er brauche alle Franzosen, um das Land für den globalen Wettbewerb zu rüsten. Er verspreche ihnen keinen „Traum“, denn meistens endeten die Träume von Politikern in Albträumen.

„Die wirkliche Wahlkampagne beginnt jetzt. Alles wird sich ändern mit dem Eintritt Nicolas Sarkozys in den Wahlkampf“, sagte der französische Außenminister Alain Juppé. Die Schwächen des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten und Umfragefavoriten Franois Hollande würden jetzt offenbar werden.

Boutin und Morin kündigen ihren Rückzug an

„Es wird fortan Projekt gegen Projekt stehen“, sagte Juppé im Radiosender France Info. Ein erster Wahlkampfauftritt des Kandidaten Sarkozy ist schon an diesem Donnerstag in Annecy geplant. Der Präsident will nach den Worten seines Redenschreibers und Sonderberaters Henri Guainos in dem Alpenort als Mann „des Volkes, vom Volke und für das Volk“ vor seine Landsleute treten.

Premierminister Fillon und Außenminister Juppé regten ein Referendum über die geplante Schuldenbremse an, um die Blockade der sozialistischen Mehrheit im Senat für die notwendige Verfassungsänderung zu überwinden.

Die als Hüterin christlicher Werte auftretende Politikerin Christine Boutin kündigte am Mittwoch ihren Rückzug aus dem Präsidentschaftswahlkampf an. Sie werde künftig die Kandidatur Sarkozys unterstützen, da sich dieser klar zu ihren Werten bekannt habe. Auch der Zentristenkandidat Hervé Morin hat einen Rückzug zugunsten Sarkozys in Aussicht gestellt.

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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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