14.01.2007 · Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy ist jetzt auch offiziell Kandidat der UMP für die Präsidentenwahl. Seine Partei wählte ihn mit 98,1 Prozent - eine Gegenkandidatur gab es nicht.
Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy ist jetzt auch offiziell Kandidat für die Wahl des Staatspräsidenten im April und Mai diesen Jahres. Die abstimmenden Mitglieder der Regierungspartei UMP (Union für eine Volksmehrheit) votierten mit 98,1 Prozent für den einzigen Bewerber und UMP-Vorsitzenden Sarkozy.
Das Ergebnis wurde am Sonntag auf dem Sonderkongress der Partei in Paris bekanntgegeben. 229.000 der 337.000 UMP-Mitglieder (69,06 Prozent) nahmen an der Abstimmung teil. Fast 80.000 Parteimitglieder und Anhänger waren nach UMP-Angaben aus ganz Frankreich angereist, um ihren Kandidaten Sarkozy und damit einen Generationenwechsel in der Politik zu feiern. Die UMP führt den Wahlkampf mit dem Motto „Gemeinsam wird alles möglich“.
„Eine große, vereinte Familie“
Der Sonderkongress war in einer Halle des Expo-Geländes im Pariser Südwesten einberufen worden, in der Jacques Chirac im Jahr 1976 die neogaullistische Partei RPR gegründet hatte. Chirac hat sich noch nicht entschieden, ob er für eine weitere Amtszeit antreten will. Er schickte kein Grußwort zur Wahl Sarkozys.
Der appellierte an die Geschlossenheit der Partei. „Wir sind eine große, vereinte Familie“, sagte Sarkozy. „Wir sind die Öffnung, die ausgestreckte Hand.“ Alle sollten „triumphal“ empfangen werden, sagte Sarkozy und meinte damit Premierminister Dominique de Villepin. Der musste damit rechnen, auf dem Kongress mit Pfiffen empfangen zu werden, die nach Sarkozys versöhnlichen Worten aber ausblieben. Villepin stimmte nicht für Sarkozy.
Die Chirac nahestehende Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie hatte am Freitag auf eine Kandidatur verzichtet und Sarkozy unterstützt. Sie hatte zunächst erwogen, außerhalb der UMP als unabhängige Kandidatin anzutreten. Auch der Chirac-Vetraute und frühere Premierminister Alain Juppé hatte sich klar hinter Sarkozy gestellt. Dem Innenminister fehlt allerdings die Unterstützung seines früheren Mentors Chirac, der nach eigenen Worten noch über eine eigene Kandidatur nachdenkt.
Sarko v. Ségo. Ein Generationswechsel in Frankreich
Fionn Huber (fionn)
- 14.01.2007, 22:29 Uhr