Home
http://www.faz.net/-gq5-70si2
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankreich Keine Geschenke

 ·  Für Präsident Hollande und Regierungschef Ayrault fangen nun die Mühen der Ebene an: Auch Frankreich wird sparen müssen. Das kann in den europäischen Verhandlungen zu Kompromissbereitschaft führen - oder zu Hartleibigkeit.

Artikel Lesermeinungen (4)

Weil alle Kabinettsmitglieder, die sich um einen Sitz im Parlament beworben hatten, erfolgreich waren (und ihr Mandat gleich an Stellvertreter weitergaben), kann die französische Regierung unverändert bleiben - von einer taktischen Arrondierung abgesehen. Doch jetzt fangen für Präsident Hollande und Regierungschef Ayrault die Mühen der Ebene an.

Schon kursieren erste Gerüchte, wo gekürzt werden soll. Denn die Löcher im Haushalt können nicht gestopft, die fiskalpolitischen Ziele Hollandes nicht erreicht werden, ohne dass neben Steuererhöhungen auch massive Sparmaßnahmen beschlossen werden.

Die Frage ist, ob Paris diese aufziehende Wolkenfront in den europäischen Verhandlungen kompromissbereit macht, oder ob Hollande das innenpolitische Gewitter durch außenpolitische Hartleibigkeit verscheuchen will. In Berlin und Paris wird gute Stimmung verbreitet: es gebe konstruktive Gespräche, man werde zu einer gemeinsamen Linie finden. Doch das ist Wunschdenken. Es gibt bisher wenig Vertrauen zwischen Frau Merkel und Hollande, also auch noch keine Geschenke.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1948, Herausgeber.

Jüngste Beiträge

Prinzip Hoffnung

Von Günther Nonnenmacher

Warum sollten die Taliban in Afghanistan jetzt große Zugeständnisse machen, wenn die Dinge sich ohnehin zu ihren Gunsten entwickeln? Es bleibt wiederum die Hoffnung, dass sich die „Moderaten“ unter ihnen gegen islamistische Fanatiker durchsetzen. Mehr