29.10.2006 · Trotz mehrerer Vorfälle mit mindestens einer lebensgefährlich Verletzten sind die Tage um den Jahrestag der Herbstkrawalle von 2005 in Frankreich vergleichsweise ruhig verlaufen. Die Befürchtungen der Polizei bewahrheiteten sich bisher nicht.
Kurz nach dem Jahrestag der Herbstkrawalle in Frankreichs Vorstädten hat es am Samstag abend in Marseille einen ersten schweren Zwischenfall gegeben. Eine junge Frau wurde in einem von Jugendlichen in Brand gesetzten Bus lebensgefährlich verletzt. Drei weitere Insassen erlitten leichte Rauchvergiftungen. Die 26jährige schwebt in Lebensgefahr. Fast 60 Prozent ihrer Haut seien verbrannt, hieß es in einer Mitteilung des Krankenhauses.
In den letzten Tagen sind in Vororten französischer Großstädte mindestens sieben Busse in Flammen aufgegangen. Allein sechs dieser Brandanschläge ereigneten sich in der Region Paris. Trotz dieses Zwischenfalls bezeichnete die französische Polizei die Nacht zum Samstag als weitgehend ruhig. Die befürchteten Unruhen zum Jahrestag der Herbstausschreitungen am Freitag blieben bisher aus.
Schwere Unruhen vor einem Jahr
Auslöser der Unruhen vor einem Jahr war der Tod von zwei Jugendlichen, die sich auf der Flucht vor der Polizei in einem Transformatorenhaus versteckt hatten und an Stromschlägen gestorben waren. In den zumeist von Emigranten bewohnten Vorstädten wurden in den folgenden Wochen mehr 10.000 Fahrzeuge angezündet sowie über 300 Schulen und öffentliche Gebäude verwüstet.