Home
http://www.faz.net/-gq5-71d6z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankreich Hollande: Schuldenbremse kommt nicht in die Verfassung

 ·  Frankreichs Präsident Hollande hält das Rahmengesetz für den Fiskalpakt für ausreichend und will die sogenannte Schuldenbremse nicht in die französische Verfassung aufnehmen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (30)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Roland Wittig
Roland Wittig (rwittig) - 17.07.2012 22:00 Uhr

Bisher durften wir gar nicht über eine Verfassung abstimmen

Was die Franzosen in ihre Verfassung schreiben, geht uns gar nichts an. Selbst wenn sie hineinschreiben sollten.
Artikel 4711: Deutschland bezahlt für uns ... hätte keine Wirkung auf uns, weil wir ja gar keine Franzosen sind. Die französische Verfassung gilt nur für Franzosen. Wer hätte das gedacht. Zurück zur DM. Das würde in etwa so aussehen. Einen € für 2 DM und dann 1 DM für 2€. Ist doch wohl logisch. ;-). Frankreich wird jeden Einfluss auf uns verlieren, jemehr sich die Nordstaaten um uns scharen. Frankreich wird dann der Führer des Club Med. Hatte Sorko doch auch schon vor.

Empfehlen
Dirk Resühr
Dirk Resühr (resus42) - 17.07.2012 09:56 Uhr

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?

da gibt es doch immer noch die Naiven unter uns, die meinen, man müsse nur den "Reichen" mehr Steuern abknöpfen, dann ist allen geholfen.
Man könnte sich ja schlau machen und recherchieren, wie hoch der %satz ist, den die "Reichen" am Steueraufkommen haben und wieviel dann bei einer Erhöhung um x% herauskommt. Ne, das hiesse ja Sachkenntnis, da ist es doch besser, sozialistischen Dauerfurzen zu folgen, die haben zwar nie gestimmt, aber es klingt gerecht.
Reich ist in der BRD jemand ab 120 einkommen brutto, das sind die Leistungsträger, durchschnittliche Menschen, z.B. die Porgrammieren von SAP.
Das ist in Frankreich nicht anders, Peugeot und Renault sind von denen nicht zu retten.
Mehr arbeiten, später in Rente, so sieht die Welt aus. Hollande ruiniert Frankreich, Reformen sind nicht zu erwarten, es geht um Gloire!
Merke;den wirklich "Reichen" kann niemand etwas tun, die leben dann in der Schweiz, auf Turks&Caicos, Bermudas, Bahamas oder einem anderen Paradies. resus42

Empfehlen
René Kaiser

Hollande als Vorbild

Bin einer Meinung mit Ihnen, dass jeder Staat selbst bestimmen dürfen muss, was in die Verfassung kommt und was nicht. Allerdings würde ich das unbedingt um die Aussage ergänzen, dass jeder Staat das, was in seiner Verfassung steht oder nicht, auch selbst finanziell zu verantworten hat.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2012 10:38 Uhr
Thomas Meyer

Selbst verantworten ? Hollande ? Entschuldigung...

...das ist ja eben nicht der Fall, denn um das geht es ja schließendlich. Er sammelt seine gallische Herde hinter sich um den Franzosen weiterhin das bisherige Dolce-Vita-Lebensgefühl zu vermitteln, aber bezahlen soll das Deutschland. Das ist der zentrale Punkt. Er benutzt Deutschland skrupellos um als zweiter Napoleon (diesmal siegreich) in die Geschichte einzugehen, falls ihm das Merkel erlaubt. Für mich ein sehr gefährlicher Mann, der mit anti-deutschen Ressentiments unterschwellig arbeitet. Gesehen haben das bisher nur wenige.

Empfehlen
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 15.07.2012 18:04 Uhr

Hollande, ein gutes Vorbild für andere

Komisch, vor gut einer Stunde habe ich hier einen Kommetar geschrieben, mich an die Höflichkeitsregeln gehalten und er ist nicht da.

Nun schreibe ich zum 2. Mal, dass ich es sehr hilfreich für eine pluralistische Politik empfinde, wenn einer, wie Hollande, seine Vorstellungen zu ESM und Fiskalpakt unter die Leute bringt.

Er will nicht diese "Schuldenbremse" (dich doch besser heißen sollte Schuldenbegrenzungsgesetz o.ä.) in "den Marmor der frz. Verfassung" meißeln. Mit Recht, denn jeder Staat sollte selbst bestimmen dürfen, wie die Verfassung auszusehen hat.

Den Wachstumspakt gibt es schon i.d. EU-Verfassung, jedoch konnte er bisher nicht in Anspruch genommen werden, da den Ländern wegen Eigenbeteiligung das Geld fehlte. Nun wird umgeschichtet.

Jedenfalls scheint Hollande derzeit der einzige EU-Politiker zu sein, dem die Bevölkerung mehr am Herzen liegt, als der Druck von Merkel oder den Märkten.
Er will die Reichen mehr besteuern, die Mwst. wird nicht erhöht. Das ist doch was.

Empfehlen
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2012 15:51 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 16.07.2012 15:51 Uhr

Auch habe einen Traum von einer gerechten und freundlichen Welt

Sie verkennen leider einiges, und zwar, dass dieser neoliberale Sozialstaatenkahlschlag nichts mit sozialistischer Gundeinstellung zu tun hat.

SPD und Grüne sind derart neo-konservativ- und neo-liberal assimiliert, dass sie im Bundestag schon keine Opposition mehr darstellen.

Wenn Hollande bedenkt, die Reichen höher zu besteuern, macht er ganau das Richtige.

Die massive Steuersenkungspolitik durch Rot-Grün i.d.J. 2002 - 2006 haben auch in D zu massiven Steuerausfällen beigetragen, weswegen die Agenda 2010 entstand. Das Geld mußte ja irgendwie wieder reinkommen.

Ich sehe nicht nich ein, dass Staaten für die Schulden der Banken aufkommen sollen und ich sehe auch nicht ein, dass Reiche und Unternehmen sich fast steuerfrei durch's Leben schummeln können.

Wenn Hollande das auch so sieht, ist er kein Träumer oder Sozialromantiker, sondern einer, der menschlich, christlich, sozial denkt und handelt. Ich wünsche, wir hätten mehr von diesen Menschen.

Empfehlen
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 16.07.2012 15:31 Uhr

Deutschlands größter Niedriglohnsektor in Europa und killt jeden Wettbewerb

Lieber Herr Edelmann,
wie jetzt bekannt wurde durch das Ansinnen von Monti u.a., die Banken direkt aus dem neuen ESM zu beglücken, statt die Länderhaushalte zu belasten, zeigt doch deutlich, dass bisher die Länder mit ihren enorm hohen Zinsen belastet wurden und dadurch in die Schuldenfalle geraten sind.

Die Schulden entstammten eben nicht schludriger Haushaltsführung, sondern schludriger Führung der Banken und Industrien, wofür die Menschen in diesen Staaten die Haftung übernehmen mußten.

Dass andere Staaten ebenfalls viele Schulden angehäuft haben, d.h. diese immer weiter gestiegen sind, liegt im System dieses merkelschen Nicht-Sparprogramms, in dem Massenentlassungen, Privatisierungen, Gehalts- Rentenkürzungen auf dem Programm standen. Damit macht man über Steuerausfälle die Schulden aber größer, statt kleiner.

Es wäre gut, wenn die anderen Länder auch endlich wach würden und sähen, was diese Orgie von Zerstörung angerichtet hat. Es gibt Alternativen die besser sind.

Empfehlen
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 16.07.2012 15:17 Uhr

Kritik ist für selbstbewusste Menschen niemals anti-deutsch

Lieber Herr Meyer, danke für Ihre frdl. Hinweise, zu denen ich einiges sagen möchte, weil sie mir irgendwie befremdlich erscheinen, z.B. Hollande sei ein Träumer und Lebemensch der mit deutscher Sparkultur nicht viel am Hut hat.

Ich muss lachen, weil Träume zu haben, erst recht wenn sie um das Wohl der Gesellschaft gehen, kein schlechter Charakterzug ist.

Dass er ein Lebemensch - vielleicht meinten Sie Lebemann - ist, ist so. Ich würde auf den Schlag eine Handvoll Lebemenschen-Politiker aus D aufzählen können.

Die deutsche Sparkultur, auf die Merkel Ihre politischen Aussagen in Sachen "Eurorettung" aufgebaut hat, ist in diesem Fall keine Spar-Kultur, sondern ein Einsparen/Kürzungen in den Haushalten. Mit dem Sparen, wie es in Privathaushalte geschieht, hat das gar nichts tun, wie Ökonomen, Flassbeck, Krugmann u.a. immer wieder betonen.

Auch sehe ich in seiner Kritik nicht gleich eine Anti-Deutsche Haltung, sondern eine natürliche Reaktion auf unzumutbare Richtlinien.

Empfehlen
Thomas Meyer

Liebe Karola Schramm

Im Allgemeinen schätze ich ja Ihre Kommentare sehr, aber mit Ihrer Betrachtung zu François Hollande haben Sie sich wohl erheblich am Schreibgerät vertippt. Hollande wird noch bös auf die Nase fallen, glauben Sie es mir. Es handelt sich bei dem Südfranzosen um einen Träumer und Lebemenschen, der mit deutscher Sparkultur nicht viel am Hut haben kann und es geht ihm dazu auch völliges Verständnis abhanden. Und ob Hollande wirklich die Bevölkerung am Herzen liegt, zeigte sich bisher nur in anti-deutscher Politrik, da konnte er bisher seine Schäfchen hinter sich bringen. Aber wehe es geht ums Eingemachte, Arbeitsmarktreformen. Da kommen noch harte Zeiten auf ihn zu, wenn nicht muß Deutschland dafür herhalten. Das weiss er und sammelt schon mal seine Herde im Ur-Interesse Frankreichs hinter sich, gegen Deutschland.

Empfehlen
Hans Edelmann

Hollande, ein sehr schlechtes Beispiel für andere

Viele Euro-Staaten haben bereits gewaltige Schulden aufgehäuft. Dass derart unsolider Weg
in fortgesetzt stark wachsende Staatsverschuldung verderblich ist und nicht ewig so weitergehen kann, hat das Exempel Griechenland mehr als deutlich vor Augen geführt.
Die Schuldenbremse in der Verfassungen der Euro-Staaten erscheint schon fast als ein letzter Versuch, das Schneeballsystem hemmungslosen Schuldenmachens im Euro-Raum einzugrenzen. Hollande aber will Schuldenbremse als unkonstitutionelles Femdwort verstehen, weil er sich mit Staatsschulden auf Kosten anderer zunächst einmal kurzfristige Vorteile für seine Politik verspricht, wobei er hofft, damit bis zur nächsten Präsidentenwahl dort wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Das von Hollande jetzt demonstrierte Beispiel verfassungsunbegrenzten Schuldenwachstums wird in anderen Staaten Nachahmer finden. Dann ist dem Wettbewerb, wer am schnellsten die höchsten Euro-Schulden zustande
bringt, ziemlich hemmungslos Tür und Tor geöffnet.

Empfehlen
Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Gerhard Storm

Nach großen Sprüchen hat Hollande durch Merkel einen Dämpfer erfahren

Anders kann ich das harmlose Gerede von Hollande über seine Einstellung zum ESM nicht verstehen.

Nichts ist mehr zu hören von den Eurobonds- u. Schuldenvergemeinschaftungsträumen Hollandes in der Wahlkampfphase.

Das wird die Kanzlerin freuen. Monti hat ihr da mehr zugesetzt, und sie ist eingeknickt. Allerdings ziert sich die Kanzlerin, genau anzugeben, wo sie am letzten Gipfel dem schrecklichen Drängen Montis nachgegeben hat.

Hollande wird keine Gelegenheit auslassen, auf seine o.a. Träumereien zurückzukommen. Denn seine sozialistische Grundeinstellung deckt sich mit der der kollaborierenden SPD: Alle Eurostaaten müssen auf ein einheitlich schlechtes Zinsniveau gebracht werden. Koste es, was es wolle.

Und alles zulasten von D.

Empfehlen
Wolfgang Sunderbrink
Wolfgang Sunderbrink (seew) - 15.07.2012 18:03 Uhr

Hollande macht deutlich

worum es geht: Geld von anderen, aber selbst nicht sparen wollen. Die deutsche SPD darf sich nach der verlorenen Bundestagswahl 2013 u. a. bei diesem"Bundesgenossen" bedanken. Deutschlad ist nicht die Melkkuh der EU. Von der CDU erhoffe ic nicht allzuviel, sind doch sogar ihre EU-Parlamentarier inzwisschen für Euro-Bonds. Eine SPD, die den Hollande-Kurs übernimmt, gefährdet Deutschlads Zukunft. Was nun?

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2012 06:01 Uhr
Dieter Stümbke

Es gibt nur einen Weg

Ich weiß es, Sie wissen es, eigentlich wissen es alle, selbst wenn sie es nicht zugeben:
Deutschland muss sofort raus aus dem Euro und zurück zur DM.

Empfehlen
Rudolf Klein
Rudolf Klein (ruklein) - 15.07.2012 17:32 Uhr

Schuldenbremse in Frankreich

Und das war der erste Schlag gegen die deutsch -französische Solidarität. Schuldenbremse ohne Verfassungsrang? Die kann Hollande mit seiner grossen Mehrheit in beiden Kammern jederzeit und leicht ausbremsen!

Empfehlen
Rolf-Dirk Maehler

Ob man mit diesem französchen Präsidenten weiter in einer Währungsgemeinschaft und weiterer ...

... europäischer Integration verbleiben soll, sollte dringend überdacht werden. Wenn Herr Hollande seinen eigenen Worten treu bleibt, wird Frankreich in große Schwierigkeiten geraten. Dieser Mann scheint bar jeder ökonomischen Vernunft zu sein. Und wenn wir uns nur den Eiertanz mit der griechischen Tragödie ansehen, dann wird man sich Fragen müssen, wohin Frankreich sich bewegt und ob alle diesen Weg mitgehen wollen. Es wird höchste Zeit, daß die deutsche Bundesregierung und auch die EU-Kommission dem Herrn ein deutliches Stoppzeichen setzen.

Empfehlen
Thomas Meyer

Andere Denkweise des Franzosen

Hollande läßt es bei der Herabsetzung des Rentenalters in Frankreich auf 60 Jahre nicht bewenden. Jetzt kommt auch noch die Schuldenbremse nicht ins französische Gesetzbuch. Wieder einmal ein glasklares Beispiel anitideutsch gesinnter Politik des Franzosen. Wenn das so weiter geht muß die "deutsch-französische Freundschaft" neu definiert werden. Es wird zwar immer mehr Europa gefordert, wenns ums Bezahlen geht, aber direkte Konsequenzen lassen auf sich warten oder werden ausgehebelt à la François Hollande. Als Südfranzose will er wohl daß das Dolce-Vita-Lebensgefühl immer weiter geht. Er nimmt die Realität falsch wahr und benutzt deutschen Sparwillen um seinem Volk mehr Lebensgefühl zu verpassen. Ein entgegen gesetzteres Denken gibt es wohl nirgendswo mehr in Europa. Hollande soll bitteschön das Wort Eurorettung nicht mehr in den Mund nehmen. Ach du armes Frankreich !!!

Empfehlen
Peter Zentner

Hollande sagte, er habe Europa neu ausgerichtet.

Das haben alle französischen Präsidenten gesagt, seit Charles de Gaulle (von Winston S. Churchill als "schlimmster Feind Frankreichs" bezeichnet) anno 1944 aus dem Londoner Exil heimkehrte.
All diese Beteuerungen haben, auch wenn sie in den jeweiligen Epochen vom Rest der Welt oft beifällig aufgenommen wurden, einen wiederkehrenden Haken: Sie dienten stets nur französischen, niemals aber gesamteuropäischen Interessen. Diese Linie lässt sich von der Montanunion über EG und EU, bis hin zu EFS und ESM, lückenlos nachweisen. (Ich bin gottlob zu jung, um früh dabeigewesen zu sein, habe aber jahrelang etliche Uni-Bibliotheken frequentiert.)

Es ist das natürliche Recht und Streben jedes Staates, seinen eigenen Acker zu pflügen. Es erhebt sich aber die logische Frage, wie weit die Anrainer dieses Ackers sich darauf einlassen sollten, dort für Saatgut, Dünger, Regen, Landmaschinen und frühverrentete Bauern aufzukommen. — Diese Großzügigkeit setzt Herr Hollande aber stillschweigend voraus.

Empfehlen
Hans Edelmann

Wenn Hollande noch mehr Staatsschulden will,...

...dann passt natürlich keine Schuldenbremse in die französische Verfassung. Wer aber mit immer höheren Bergen von Staatsschulden wirtschaftlichen Fortschritt und soziale Sicherheit erkaufen will, begibt sich auf einen gefährlichen Irrweg, spielt politisches Roulette mit der Zukunft von Millionen Menschen und kann am Ende tief stürzen. Dass auf gesteigerten Kredit schon alles besser werde, ist eine kurzsichtige, unsolide und verfehlte Handlungsmaxime. Ein kluger Kopf sollte das erkennen.

Empfehlen
Siegfried Kellner

Das versteht sich eigentlich von selbst, dass ein Roter............

mit einer Schuldenbremse nicht leben kann.

Und so wird Angela Merkel wieder schnell nach Paris eilen und mit einem Wangenküßchen ihre Zustimmung ausdrücken.

Im weiteren Text gibt er seine schmutzigen Gedanken noch preis :
Der beschlossene Wachstumspkt sei ein erster Schritt mit einem Kompromiss gewesen.
Er hätte sich gewünscht, noch weiter gehen zu können.

Das glaube ich ihm aufs Wort; sicher wird er irgendwann der Merkel auch noch die Eurobonds abtrotzen, zu denen sie nie zustimmen werde, jedenfalls nicht so lange sie lebt.
Das waren ihre Worte, oder ...?

Empfehlen
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 15.07.2012 16:01 Uhr

Hollande zeigt, dass es Alternativen gibt

Mit Hollande scheint ein Mann endlich anzufangen, selbständig zu denken und das "Projekt" ESM-Fiskalpakt in Frage zu stellen.
"Goldene Regeln" über Haushaltsführungen, sollten die Länder selber bestimmen und sich nicht von Merkel et al, diktieren lassen, was in die jeweilige Verfassung gehört.

Zumal "Schuldenbremse" ansich schon ein lächerliches Wort ist und nach der jetzigen Erfahrung mit GR,(und auch in den Bundesländern) durchweg eine Wachstumsbehinderung darstellt und die Privatisierung zum Nachteil der Menschen befördert.

Mit dem vorgeschlagenen Wachstums"pakt" sollte Hollande nicht so angeben, da der sowieso schon in der EU-Verfassung steht, die Gelder jedoch nicht abgerufen werden konnten, weil das Geld für die Eigenbeteiligung nicht vorlag und jetzt nur umgeschichtet wird.

Ansonsten habe ich den Eindruck, dass Hollande bisher der einzige Politiker ist, der in 1. Linie an die Bevölkerung denkt und nicht an die Befriedigung von Merkel und der Märkte.

Empfehlen
Franz Gerstheimer

Warum auch Schuldenbremse?

Es gibt ja jetzt den ESM. Das Konjunkturprogramm für Peugeot und Co wird Geld kosten.
Es bleibt beim Euro Alles wie gehabt: Die Pessimisten liegen richtig.

Empfehlen
Peter Pen

Bien fait!

Gut gemacht. Als Nächstes dann Subventionen für "umwelfreundliche" (sprich in Frankreich hergestellte) Kleinwagen. Vielleicht auch, wie in Griechenland, eine Ausweitung des Beamtenapparats. Sichere Arbeitsplätze braucht der Mensch.

Wenn dann keiner mehr Frankreich Geld leihen will, dann wird der ESM, sprich Deutschland, zur Kasse gebeten. Oder über den Umweg durch frz. Banken, die Hollande solange Geld leihen, bis sie pleite sind und selbst den ESM anzapfen.

Wenn ich Franzose wäre, würde ich Stolz sein auf soviel Durchsetzungskraft. Nur leider bin ein deutscher Mitbürger mit stinknormalem Nichtmigrationshintergrund, und ich werde gezwungen werden dafür zu zahlen. Und unsere Madam Qui, und ihr europäischer Visionär mit Münchhausen Syndrom ... naja, ich schau mich schon mal nach einem Job im Ausland um. Dort habe ich dann Migrationshintergrund und bin vielleicht endlich irgendwo willkommen.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2012 14:52 Uhr
Peter Pen

Angola usw.

Was für eine Art Job haben Sie denn in Angola, Sambia, Mosambique, etc gemacht? Ich hatte an Australien gedacht. Dort habe ich früher schon gelebt, nur ist dort inzwischen alles sehr teuer geworden, speziell auch Häuser.

In Europa kämen höchstens die Schweiz in Frage (sieht aber schon mit Deutschen überfüllt aus), oder Norwegen, aber schwierig was Sprache und Wetter betrifft.

Empfehlen
Thomas Meyer

Aber nicht in Europa...

...lieber Peter Pan, denn dort werden Sie schon bei der Jobsuche schief angesehen weil eben aus Deutschland kommend. Das "Leid" und die daraus folgende "Austerität", alles das was Frau Merkel über diese Länder gebracht hat, würden auch Sie knallhart zu spüren bekommen. Ich spreche da aus Erfahrung. Gehen Sie lieber nach Afrika (Angola, Sambia, Mosambik, Ghana, Kenia) oder gleich nach Brasilien, Paraquay oder Chile. Dort werden Sie mit offenen Armen empfangen, aber nicht in Europa. Europas Einfluss weltweit geht dem Ende entgegen.

Empfehlen
Konstantin Schneider

Ein Mann, ein Wort

Respekt vor diesem Francois Hollande. Dass er seiner Lebensgefährtin klare Grenzen gesetzt hat und seinen Franzosen eine Knechtschaft à la Merkel erspart, ist wirklich klasse. Die Entschleunigung aus Karlsruhe hinsichtlich des ESM kommt natürlich auch dem französischen Präsidenten zugute. Denn das es im deutschen Haus im Hinblick auf die Ökonomie ein Stimmenwirrwarr gibt, hat er natürlich längst eingerechnet in seine Politik.

So dürfte denn der Tag kommen, an dem sich Hollande traut unserer Kanzlerin die Frage zu stellen: "Und, würden Sie mit Kindern eigentlich genauso regieren wie ohne?"

Leider ist die deutsche Politik nämlich auch von mangelnder Weitsicht geprägt, weil unsere Regierungsspitze in puncto Familie so völlig unerfahren ist.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2012 16:27 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 16.07.2012 16:27 Uhr

Man sieht und denkt nur mit dem Herzen gut

Ich stimme Ihnen einerseits zu. Andererseits finde ich es nicht richtig, einem Menschen seine/ihre Kinderlosigkeit vorzuwerfen, denn es gibt auch Menschen, die machen mit Kindern eine miserable Politik. Siehe v.d.Leyen.

PolitikerInnen haben einen Charakter, eine Biographie, eine Sozialsisation und all das bestimmt, wie sie ihre Arbeit sehen und das Land politisch gestalten möchten.

Wenn nur noch Marionetten da sind und Machtkämpfe innerhalb einer Regierung stattfinden, wer - wann - mit wem - irgendwann mal koalitionsfähig sein könnte, so zeigt die Gegenwart, dass wir es mit Kopf-menschen zu tun haben, die gleichzeitig auch noch mit Blindheit geschlagen sind. Politiker brauchen aber Herz, Verstand und Augen die sehen.

Empfehlen
beat stocker

Deutsche Lebenslüge

Recht hat er. Wann endlich begreifen wir Deutschen unsere von Schröder eingeführte und von Merkel und den sogenannten Mainstream-Ökonomen kritiklos fortgeführte und von uns noch so gern geglaubte Lebenslüge "an der Eurokrise sind wir völlig unschuldig, schuld sind nur die Südeuropäer"? Mit der übertriebenen Lohnzurückhaltung führen wir seit der Euro-Einführung einen viel zu aggressiven Export-Verdrängungswettbewerb gegen unsere Euro-"Partner" - diese Politik beschädigt nicht nur Europa, sondern letztlich auch Deutschland, nur will das hierzulande kaum einer wahrnehmen. Damit haben wir viel zu lange auch am eigenen Ast gesägt, wir werden es bald merkeln, wenn unsere weltmeisterlichen Exporte einbrechen. Die jahrelange Lebenslüge wird auch jahrelang herausgeschwitzt werden müssen. Die makroökonomische Inkompetenz der deutschen "Elite" (inkl. SP und Grüne!) ist nicht länger zu vertuschen. Siehe: Heiner Flassbeck - 10 Mythen der Krise. Suhrkamp 2012 (nur 5 Euro!!).

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.07.2012 11:05 Uhr
beat stocker

Preisbildung auf deutsch?

warum sind sie denn schon heute nicht teurer? merken sie jetzt ihren mangel an logik? und kommen sie bitte nicht mit den chinesen.
immerhin danke ich ihnen, dass sie nur von 100 und nicht von 1000 jahren gesprochen haben, das hatten wir doch schon mal, ist gar nicht so lange her, hat aber böse geendet...
sie sind nicht in guter, sondern in mehrheitsgesellschaft, wie die kommentare auch hier belegen. aber auch die deutsche mehrheitsmeinung geht zum brunnen bis sie bricht. das nennt man dann späte einsicht.

Empfehlen
Thomas Meyer

Keine Sorge...

...deutsche Produkte werden auch in 100 Jahren und zu einem noch viel höheren Preis gekauft werden, weil sie schlicht und einfach die bessere Qualität besitzen.

Empfehlen
Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 15.07.2012 14:54 Uhr

Hollande will gar nicht sparen

sonst wäre das was er vorhat gar nicht zu erklären. Frankreich erstickt an der Unflexibilität seines Arbeitsmarktes den man zum Nulltarif reformieren könnte. Die Franzosen sind in ihrem Herzen alle Sozialisten und sehr staatsgläubig. Sie werden Reformen erst einleiten wenn ihnen das Wasser an der Oberkante der Unterlippe steht. Niemand stellt Leute ein weil es ohne Insolvenz unendlich schwierig ist jemanden wieder loszuwerden. Selbst erlebt habe ich wie in einer Hochtechnologie-Firma die Security während eines Rundganges, Mitarbeiter nach 18 Uhr aus den Büros getrieben hat weil sie sonst die tägliche Arbeitszeit der 35 Stunden Woche überschreiten. Den französischen Kollegen war dies übrigens peinlich dass wir das als Deutsche mitbekamen.

Empfehlen
Weitersagen

Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

Jüngste Beiträge

Antiterrorkampf 2.0

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Obama möchte das Kapitel, das am 11. September 2001 begann, schließen. Mit dieser Absicht aber steht seine Verantwortung als Präsident und Oberbefehlshaber in einem Spannungsverhältnis, das schwer aufzulösen ist. Mehr 13 2