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Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankreich Die zwölf Jahre des Präsidenten Chirac

12.03.2007 ·  Nun hat Jacques Chirac verkündet, woran längst niemand mehr zweifelte: Der 74 Jahre alte Präsident begibt sich auf die Suche nach dem Leben jenseits der Politik. FAZ.NET-Spezial.

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Vor genau vierzig Jahren wurde Jacques Chirac Abgeordneter der Nationalversammlung. 28 Jahre brauchte er von da an, um Staatspräsident zu werden. In dieser Zeit diente er seinen vier Amtsvorgängern von de Gaulle bis Mitterrand als Staatssekretär, Minister oder Premierminister - und regierte nebenbei 18 Jahre lang im Hôtel de Ville die Stadt Paris.

Am Sonntagabend nun verkündete Chirac, woran längst niemand mehr zweifelte: Der 74 Jahre alte Präsident begibt sich auf die Suche nach dem Leben jenseits der Politik. Nachdem er sich in seiner ersten, siebenjährigen Amtszeit weitgehend mit einer sozialistischen Regierung arrangieren musste, war die Wiederwahl 2002 im Duell mit Jean-Marie Le Pen wie ein Befreiungsschlag.

Zum Helden der Jugend aufgeschwungen

In der Konfrontation mit Amerika schwang sich Chirac in seinem „quinquennat“ noch einmal zum Helden der Jugend auf. Doch dann entglitt ihm die Gestaltungsmacht: Das verlorene EU-Referendum, die Unruhen in der Banlieue und der massive Protest gegen eine moderate Arbeitsmarktreform stehen dafür.

Lange hieß es, lieber werde Chirac der Sozialistin Royal die Palastschlüssel übergeben als seinem Innenminister Sarkozy. Den nennt Präsidentengattin Bernadette Chirac einen Brutus, seit er im Wahlkampf 1995 nicht seinen Förderer Chirac, sondern dessen Widersacher Balladur unterstützte. Nun scheint man im Elysée-Palast den Aufstieg des Zentristen François Bayrou mit gewisser Genugtuung zu beobachten.

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Von Günther Nonnenmacher

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