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Frankreich : Brandanschlag auf Satire-Magazin „Charlie Hebdo“

Nach dem Anschlag: Das Pariser Redaktionsgebäude von „Charlie Hebdo“ Anfang November 2011. Bild: REUTERS

Ein Brandanschlag auf das Pariser Redaktionsbüro des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ hat schwere Schäden angerichtet. Das Blatt hatte eine Sonderausgabe mit einer Karikatur des Propheten Mohammed veröffentlicht.

          Auf das Redaktionsgebäude der französischen Wochenzeitung „Charlie Hebdo“ ist in der Nacht zum Mittwoch ein Brandanschlag verübt worden. Zugleich wurde der Internetauftritt des linksgerichteten satirischen Wochenblatts Opfer von Hackern, die ein Mekka-Bild und Koranverse unter die Webanschrift von „Charlie Hebdo“ stellten.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Zeitung war am Mittwoch mit einem „Scharia Hebdo“ überschriebenen Sonderheft zum Wahlerfolg der islamischen Ennahda-Partei in Tunesien in den Kiosken erschienen. Als Chefredakteur für die Sonderausgabe zeichnete „Mohammed“ verantwortlich. Die Redaktionsleitung schloss einen Zusammenhang zwischen den Attacken und dem Erscheinen des Sonderhefts nicht aus.

          Drohmails eingegangen

          Der französische Premierminister Fillon verurteilte in einem Kommuniqué am Mittwoch „den Angriff auf die Meinungsfreiheit“. Er habe den Innenminister beauftragt, den Anschlag aufzuklären und die Täter zu bestrafen.

          Die Redaktionsräume im 20. Arrondissement von Paris wurden durch den mit einem Molotow Cocktail verübten Anschlag schwer beschädigt. „Charlie Hebdo“ müsse sich nach anderen Räumlichkeiten umsehen, sagte der Chefredakteur, der unter dem Künstlernamen Charb auftritt.

          Blatt des Anstoßes: Die Scharia-Ausgabe von „Charlie Hebdo“

          Im Fernsehen sprach Chefredakteur Charb von Drohmails, die in den vergangenen Tagen in der Redaktion eingegangen seien. Die Auflage von „Charlie Hebdo“ geht seit mehreren Jahren kontinuierlich zurück und liegt bei knapp 48.000 Exemplaren.

          Vor einem Jahr erhöhte die unter chronischer Unterfinanzierung leidende, jeweils am Mittwoch erscheinende Wochenzeitung den Stückpreis von 2 auf 2,50 Euro. Seine höchste Auflage erreichte „Charlie Hebdo“, als es 2006 die Mohammed-Karikaturen aus der dänischen Jyllands-Posten nachdruckte.

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