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Fernsehduell der Republikaner Romney und Santorum liefern sich hitzigen Schlagabtausch

23.02.2012 ·  Kurz vor einer Serie wichtiger Vorwahlen haben sich die Präsidentschaftsbewerber der Republikaner eine harten Auseinandersetzung geliefert. Romney warf Santorum vor, während seiner sechs Jahre im Kongress den Aufbau neuer Staatsschulden mitverantwortet zu haben.

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Vor den nächsten Präsidentschaftsvorwahlen der amerikanischen Republikaner in Michigan und Arizona hat der strauchelnde Favorit Mitt Romney seine Attacken auf seinen Konkurrenten Rick Santorum verschärft. In der ersten Fernsehdebatte der republikanischen Bewerber seit fast einem Monat hielt Romney dem christlich-konservativen ehemaligen Senator am Mittwochabend (Ortszeit) vor, im Kongress die Staatsausgaben mit nach oben getrieben zu haben.

Während Santorums Amtszeit im Senat seien die Staatsausgaben um 80 Prozent angestiegen, sagte Romney bei der in Mesa im Bundesstaat Arizona abgehaltenen Debatte. Der frühere Senator habe mehrfach für die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze der Vereinigten Staaten gestimmt, ohne sich für Einsparungen einzusetzen. Außerdem habe Santorum für die Vergabe von Mitteln an die Organisation Planned Parenthood votiert, die auch Abtreibungen anbietet. Der ehemalige Senator warf Romney vor, die Fakten zu verzerren. „Sie wissen nicht, wovon sie reden“, wetterte er.

Santorums längliche Erklärung, wie der Kongress die Mittel im Haushalt zuweise, quittierte Romney mit einem kurzen Kommentar. „Ich bin all dem nicht ganz gefolgt“, sagte der ehemalige Gouverneur. Aber er werde dafür sorgen, dass die „exzessiven Ausgaben“ ein Ende hätten. Romney, Santorum sowie die Bewerber Newt Gingrich und Ron Paul debattierten über eine Reihe von Themen von der Wirtschaftspolitik bis zu ihrer Haltung gegenüber Verhütungsmitteln. Hintergrund ist ein Streit um eine Passage in der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama, wonach Arbeitgeber ihren Mitarbeiterinnen eine Krankenversicherung bezahlen müssen, die für die Kosten von Verhütungsmitteln aufkommt. Santorum und Romney warfen sich gegenseitig vor, als Amtsträger ebenfalls an der staatlichen Finanzierung von Familienplanung beteiligt gewesen zu sein.

Santorum führt in Umfragen klar

Im außenpolitischen Teil der Debatte überboten sich Romney, Santorum und Gingrich mit Forderungen nach einem harten Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran. Außerdem verlangten sie eine stärkere Unterstützung der Protestbewegung gegen den syrischen Staatschef Baschar al Assad, den Santorum als „Marionette“ Teherans bezeichnete. Wegen seiner finanzstarken Wahlkampforganisation und der Unterstützung durch das Partei-Establishment gilt Romney als Favorit, um bei der Wahl im November Obama herauszufordern.

© AFP Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul (von links), Rick Santorum, Mitt Romney und Newt Gingrich während der Fernsehdebatte in Mesa, Arizona.

Allerdings fremdelt die konservative Basis weiter mit dem ehemaligen Gouverneur von Massachusetts. Santorum ist dabei der jüngste Bewerber, der Romney in den Umfragen gefährlich wird. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der Universität Quinnipiac liegt Santorum derzeit landesweit mit 35 Prozent klar vor Romney mit 26 Prozent. Gingrich kommt demnach nur auf 14 Prozent - der ehemalige Chef des Repräsentantenhaus hatte noch im Januar die Rolle des ärgsten Romney-Rivalen inne. Die Zustimmung der republikanischen Anhänger für Paul liegt laut der Umfrage bei elf Prozent. Nach seinem Sieg im bevölkerungsreichen Florida schien Romney klar Kurs auf die Nominierung zu nehmen, Anfang Februar verlor er dann aber die Vorwahlen in Missouri, Minnesota und Colorado an Santorum.

Am Dienstag gehen die Republikaner in Romneys Geburtsstaat Michigan und in Arizona an die Urnen. Eine Vorentscheidung dürfte dann beim sogenannten Super-Dienstag am 6. März fallen, wenn zehn Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen. Die offizielle Kandidatenkür findet auf dem Nominierungsparteitag Ende August statt.

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