17.03.2008 · Nach der Explosionsserie in einem Waffenlager in Albanien sieht der albanische Ministerpräsident Berisha angeblich eine amerikanische Firma für das Unglück in der Verantwortung.
Nach der Explosionsserie in einem Waffenlager in Albanien suchen Rettungskräfte weiterhin nach Opfern des Unglücks. Neun Menschen werden noch vermisst. Mindestens neun weitere wurden bei den Explosionen getötet, fast 300 verletzt. 16 Schwerverletzte wurden zur Behandlung nach Italien und Griechenland gebracht.
Inzwischen soll der albanische Ministerpräsident Sali Berisha eine amerikanische Firma indirekt für das Explosionsunglück verantwortlich gemacht haben. Diese Firma habe vom Verteidigungsministerium einen Auftrag zur Entschärfung von 10.000 Tonnen veralteter Munition gehabt und sei deswegen allein für die Folgen verantwortlich, sagte Berisha am Sonntag in der Hauptstadt Tirana. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen.
Kinderarbeit bei der Munitionsentschärfung?
Berisha schloss nicht aus, dass die Firma auch Minderjährige für diese Arbeit angeheuert haben könnte, wie am Sonntag albanischen Medien berichteten. Die Nachrichtenagentur Associated Press hatte Berisha dagegen am selben Tag mit der Aussage zitiert, die Munition sei wahrscheinlich aufgrund ihres Alters von selbst explodiert, auch wenn menschliches Versagen nicht auszuschließen sei (Siehe auch: Neun Tote bei Serie von Explosionen in Albanien).
Die Serie schwerer Explosionen hatte sich am Samstag in einem Lager mit alten Waffenbeständen nahe der albanischen Hauptstadt Tirana ereignet. Sie dauerten insgesamt 14 Stunden bis in den Sonntag hinein an. Der Unglücksort wurde durch Sicherheitskräfte vollständig abgeriegelt. 1500 Soldaten und Polizisten sind im Einsatz, um den Ort zu kontrollieren und von gefährlicher Munition zu befreien.