11.10.2004 · Die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sei „undenkbar“, solange Ankara die Republik Zypern nicht anerkenne. Deshalb will der griechisch-zypriotische Präsident Tassos Papadopoulos sein Veto einlegen.
Der zyprische Staatspräsident Tassos Papadopoulos hat erstmals damit gedroht, mit einem Veto die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu blockieren.
„Wir behalten unser Vetorecht. Wir werden darüber im Dezember (beim EU- Gipfeltreffen) entscheiden“, sagte Papadopoulos am Montag im zyprischen Fernsehen. Er sei sich jedoch dessen bewußt, daß ein Veto einzulegen für ein kleines Land wie Zypern „keine leichte Sache ist“.
Der Preis wäre die Anerkennung der Republik Zypern
Was Zypern in erster Linie von der Türkei erwarte, sei die Anerkennung der Existenz der Republik Zypern, hieß es aus Kreisen des Außenministeriums in Nikosia. Bislang hat Ankara den zyprischen Staat nicht anerkannt.
„Undenkbar“, solange die Türkei Zypern mißachtet
Nach den Worten hochrangiger zyprischer Diplomaten ist die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei „undenkbar“, solange Ankara einen der 25 EU-Mitgliederstaaten - in diesem Fall der Republik Zypern - nicht offiziell anerkennt. Zypern ist seit 1974 geteilt. Ein UN-Plan zu Überwindung der Teilung der drittgrößten Mittelmeerinsel war im April dieses Jahres an einem griechischen-zyprischen Nein gescheitert.