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Waffen für die Ukraine : Wie Putins Lust am Krieg gedämpft werden könnte

Panzerschreck: Ein amerikanischer Soldat feuert eine Javelin-Rakete während des dritten Golfkriegs (2003) im Irak ab. Bild: Wiki Common

Kiews Armee verliert in der Ostukraine an Boden. Die Übermacht des Gegners ist erdrückend. Mit Waffenlieferungen lassen sich Moskaus Milizen nicht besiegen. Aber mancher glaubt, sie könnten ihnen den Kampf verleiden. Eine Übersicht, was die ukrainische Armee gut gebrauchen könnte.

          Der Hoffnungsschimmer, den die Kanzlerin nach dem Minsker Gipfel für die Menschen in der Ostukraine sah, trübt sich wieder ein. Die Kämpfe in der Region zwischen Donezk und Luhansk halten unvermindert an. Ukrainische Quellen berichten von weiteren russischen Panzern und Artillerie, die in das von prorussischen Separatisten kontrollierte Gebiet vorgerückt seien. Es gibt wenig Anlass, daran zu zweifeln. Betrachtet man die beachtlichen Geländegewinne der prorussischen Milizen in den vergangenen Wochen, hat sich das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten verschoben. Ein Vorteil, der nur durch umfangreiche militärische Unterstützung aus Russland erklärbar ist. Die Ukrainer haben dem kaum etwas entgegenzusetzen.

          Im Westen, vor allem in Amerika, werden angesichts dieser Nachrichten Stimmen laut, die eine militärische Unterstützung Kiews fordern. Eine Gruppe ranghoher Ehemaliger des Pentagons und der amerikanischen Streitkräfte veröffentlichte Anfang Februar einen Report, in dem sie von den Vereinigten Staaten und den übrigen Nato-Staaten ein umfangreiches militärisches Maßnahmenpaket forderten; Waffenlieferungen inklusive. Dabei gibt sich die Gruppe keinerlei Illusionen hin: Russlands Militärmaschinerie in der Ukraine auf Augenhöhe zu begegnen ist unmöglich. Einem entschlossenen Angriff von Putins Streitkräften würde die Ukraine selbst bei großzügiger Unterstützung des Westens nicht lange standhalten können. Mit der richtigen Ausstattung aber ließen sich die Kosten und Risiken derart in die Höhe treiben, dass eine Fortsetzung des Kampfes für die prorussischen Rebellen und Moskau unattraktiv werden könnte.

          Ein deutscher Ausbilder in Nordirak mit einer Panzerfaust 3. Die Waffe wird von den Peschmerga gegen die IS-Terrormiliz genutzt. Sie ist auch gegen Reaktivpanzerungen wirksam.

          Anti-Panzerwaffen: Laut übereinstimmenden Informationen der Nato und der ukrainischen Streitkräfte sind seit Weihnachten zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge und russische Panzer in die Ostukraine gebracht worden. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet zudem über die Verlegung moderner T-80-Kampfpanzer. Die im Bestand der ukrainischen Streitkräfte befindlichen Anti-Panzerwaffen sind mindestens 20 Jahre alt, 70 Prozent sollen schrottreif sein. Laut Angaben aus Bundeswehrkreisen lässt sich mit modernen, leichten Anti-Panzerwaffen wie der deutschen Panzerfaust 3 selbst die Panzerung des T-80 durchschlagen und der Panzer damit zumindest unbrauchbar machen. Wie sich diese Waffen bedienen lassen, ist innerhalb von wenigen Wochen zu lernen. Bis ein Soldat sie sicher beherrscht, können indes Monate vergehen. Die ukrainischen Streitkräfte favorisieren das amerikanische Javelin-System (zu Deutsch: Wurfspeer), mit dem sich Ziele auf bis zu 2000 Meter Entfernung treffen lassen.

          Kaum auszumachen: Ein prorussischer Scharfschütze, aufgenommen im November 2014 nahe Donezk.

          Scharfschützengewehre: Sie sind dazu bestimmt, wichtige Einzelziele in Entfernungen um die 1000 Meter zu treffen. Auf Seiten der prorussischen Rebellen werden Scharfschützengewehre verwendet. Die ukrainischen Streitkräfte möchte sie ebenfalls besitzen, um etwa gegnerische Scharfschützen auszuschalten. Der Report der Gruppe ehemaliger Pentagon-Angehöriger empfiehlt ihre Lieferung jedoch nicht.

          Schutz für Infanteristen: Ein Humvee der amerikanischen Nationalgarde Ende November 2014 in St. Louis, Missouri

          Gepanzerte Fahrzeuge: Seit Beginn der Kämpfe mit den prorussischen Milizen hat die ukrainische Armee über zwei Drittel ihrer Panzer und gepanzerten Fahrzeuge verloren. Angesichts der intensiven Aufklärung des Gegners, kombiniert mit starker Feuerkraft, sind die Bodentruppen der Ukraine höchst verwundbar. Schnelle, geländegängige und gepanzerte Fahrzeuge würden das ändern. Ein Favorit der Ukrainer wäre der Humvee, der zu Zehntausenden in der amerikanischen Armee zu finden ist und auch von zahlreichen Nato-Staaten verwendet wird.

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