Home
http://www.faz.net/-hox-7993f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ungarn und Deutschland Schon wieder die Kavallerie

 ·  Ungarns Ministerpräsident Orbán nutzt ein Streitgespräch von Merkel und Steinbrück, um zu zeigen, dass er es auch mit Berlin aufnehmen kann.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (160)
1 2 3 4  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
joachim tarasenko

Ohne Angst und Entsetzen geht nix mehr bei uns

Der Sturm im medialen deutschen Wasserglas. Früher die Angst, heute das Entsetzen. Gesund ist das alles nicht.

Empfehlen
Gyula Raj
Gyula Raj (rajgy) - 24.05.2013 16:50 Uhr

Streitigkeiten zwischen Brüssel und Ungarn sind bloß Lobbying internationaler Konzerne?

Die letzten Sätze des Artikels sind wirklich hochinteressant. Leider achteten viele Menschen nur auf die Panzer und Kavallerie. Die Aussage von Orbán, dass in der EU die Lobbyisten bestimmen wer, wann (im Namen der Demokratie) angegriffen wird, wurde nicht zurückgewiesen.

Der ungarische Regierungssprecher Kumin wunderte sich, dass es 2 Tage lang keine Reaktion gab, dann ist es dem Spiegel-Online gelungen die Wörter von Orbán in eine andere Richtung zu lenken, und diese manipuliere Meldung, mit provokativem Titel hat die Politik in Bewegung gebracht. Könnten hinter dem „freien“ und „unparteischen“ Spiegel-Online auch Lobyisten sein?

Vor 2 Monaten wollte die Präsidentin des bayerischen Landtags, Barbara Stamm ihren ungarischen Kollegen nicht empfangen. ... Jedenfalls gab es in März noch weder Kavallerie, noch Panzer, bloß ein neues Gesetz in Ungarn, das die Strompreise (und den Gewinn der Stromriesen) gesenkt hatte.

Empfehlen
Reinhard Szimm
Reinhard Szimm (hotroad) - 24.05.2013 08:46 Uhr

Schon wieder die Kavallerie

Weiß Frau Merkel eigentlich nicht ,das wie man im Wald rein ruft,so schalt es auch raus,und wer das Echo nicht verträgt ,sollte nicht rufen ! Sie die alte DDR Polit Kultur übernommen ,wenn sie etwas sagt ist das Gesetz und alle andere haben dann zu schweigen ! Sie und Westerwelle machen sich die EU zu eigen jeder der Mitgliedstaaten hat seine Souveränität bei Eintritt in die EU abzulegen ! Seltsam,als bei den griechischen Demonstrationen gegen Merkel mit Schnurrbart dargestellt wurde und das deutsche Volk beleidigt wurde ,da kam kein Protest von ihr oder Westerwelle ! Schon Makaber , das sie sich Ungarn Kritiker darstellen ! Sie sollen erst einmal die Armutsprobleme in der BRD regeln, denn wenn es keine Armut in der BRD gibt,warum müssen dann soviele Rentner zu den Tafeln gehen , Kinderreiche Familien , gering Verdiener und Hartz IV Empfänger ? Wäre da nicht genug zu tun ? Es ist aber wohl einfacher, vor der Wahrheit die Augen zu verschließen und andere zu Kritisieren !

Empfehlen
P. TOSZEGI
P. TOSZEGI (Palto) - 23.05.2013 12:08 Uhr

„Willkommenskultur für deutsche Panzer.“

Anfang 1944 waren in den meisten europäischen Staaten die Juden längst abtransportiert und in den Krematorien von Auschwitz eingeäschert. Nicht so in Ungarn!
Sie waren dort bis zum 16. Okt. 1944 in Sicherheit. Das verdanken sie dem damaligen ungarischen Staatsoberhaupt HORTY Miklós! Horty hatte die Deportation der ungarischen Juden gegenüber Hitler stets abgelehnt. Bis am 15. Okt. 1944 die deutsche Regierung mit Hilfe der SS, Hortys einzigen Sohn als Geisel ins KZ Dachau brachte, und Horty damit zur Abdankung zwang.
Was danach kam war eine Marionetten-Regierung von Hitlers Gnaden. Und erst jetzt begann der Leidensweg der ungarischen Juden. Soviel zu Ungarns Verantwortung für den Holocaust!!!
Horty Miklós ist übrigens auch bei den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen aufgetreten…, nicht als Angeklagter sondern als Zeuge.

Empfehlen
Michael Vorwerk

Zur Erinnerung

Der Zorn europäischer Nachbarn über deutsche Anmaßungen ist verständlich. Wenn Karl-May-Jargon regiert und "Lektionen" beschworen und erteilt werden, erwacht die Erinnerung an Zeiten, als belehrende Einwirkung nicht bundesdeutsch, sondern reichsdeutsch militant, sadistisch und mörderisch daherkam. Zur Vollständigkeit der Erinnerung gehört aber aus aktuellem Anlaß auch der Hinweis auf die Willkommenskultur, die deutsche Panzer bei den ungarischen Pfeilkreuzlern fanden (was deutsche Schuld nicht relativiert!), deren frohe Bereitschaft zur tätigen Mitwirkung am industriellen Pogrom den Betreibern der Gaskammern in Auschwitz hunderttausende ungarischer Juden zuführten, eine Praxis, der übrigens sowjetische Panzer ein Ende setzten. Von einer Fortsetzung träumt heute und unübersehbar ein übles Pack auf Ungarns Straßen mit Namen Jobbik. Die Duldsamkeit der ungarischen Regierung indiziert wohl nicht ihr Einverständnis mit den lüsternen Heulern, erzwingt aber die Frage danach.

Empfehlen
Josef Juhasz
Josef Juhasz (JuJosef) - 22.05.2013 23:02 Uhr

Eine Gequake der Medien

Deutsche und Ungarn waren in ihrer Geschichte schon immer miteinander freundschaftlich verbunden. Ich sehe keinen Grund dafür, dass es in der Zukunft anders werden sollte.
Dass, die Medien an Themen interessiert sind ist verständlich, schliesslich leben sie davon.
Die Interpretationen der Aussagen von Frau Merkel und Herr Orbán werden nur durch die „journalistischen Freiheit“ gedeckt, nicht aber durch die Aussagen selbst.
Es wäre sehr wünschenswert, dass diese Gequake der Medien beendet wird, und eine Sachlichkeit einkehrt.
Wer sich in Deutschland heute über Ungarn nur aus den hiesigen Medien informiert, er wird bezüglich der ungarischen Politik überwiegend falsch informiert!
Dass, Ungarn keine EU-Milliarden braucht, dass ein relativ armes Land mit der Krise erfolgreicher umgeht als seinesgleichen in Südeuropa, und noch einiges mehr, über so etwas wird nicht berichtet.
Wozu auch? Es ist schon lange bekannt, dass nur schlechte Nachrichten sich gut verkaufen lassen. Also wenn es keine

Empfehlen
Gergely Horvath

Sachliche Kritik

Im letzten Satz des Artikels ist eine wichtige Aussage: Orban würde es mit der sachlichen Kritik nicht ernst nehmen. Sachliche Kritik ist genau das was man auch als Ungar ständig vermisst. Bei dem ganzen Medien-Rummel um die ungarischen Gesetze war ich selber schon fast besorgt und wollte mal nachlesen was denn so schlimm sei an diesen Gesetzen. Man findet fast überall nur Phrasen wie 'man sei sehr besorgt', 'die Gesetze wären undemokratisch', usw. Es fällt einem sehr schwer sowas ernst zu nehmen wenn keine sachliche Kritik geübt wird sondern nur leere Phrasen daherkommen. Siehe Mediengesetz, nach dem ganzen Theater hat die EU Kommission selber überrascht feststellen müssen, dass lediglich 3-4 Wörter geändert werden mussten. Banalitäten. Wir haben eine Diktatur mit erlebt bis 1989. Deshalb schätzen wir unsere Demokratie umso mehr. Wenn sachliche Kritik geübt wird kann es gut sein dass wir diese beherzigen. Aber leere offensive Phrasen, nein Danke!

Empfehlen
Hans Winter
Hans Winter (Tell590) - 22.05.2013 10:19 Uhr

In einer Zeit (Heute!), in der Hitler und die Nazis tagtäglich durch TV un Presse getrieben werden,

in der Wagner offen als Antisemit diffamiert wird und Wagner-Liebhaber damit latent als Nazi-afin, darf sich doch keiner wundern oder gar daran stoßen, daß es zu solchen Vergleichen kommt. Verglichen wird immer mit gängigen, allgemein verständlichen Beispielen. Verglichen wird, womit man selbst vertraut ist (oder das jedenfalls glaubt), und wovon man annimmt, daß der andere sofort weiß, was gemeint ist. Schließlich soll der Vergleich dem schnelleren Verständnis eines komplizierten Zusammenhanges diesen. Im Fall von Hitler und den Nazis aber wird Bigotterie und Heuchelei in kaum noch zu überbietenden Maß betrieben: Wenn die tägliche mediale Selbstgeisselung zur „Aufarbeitung der Geschichte“ gehört, dann muß man die daraus sich ergebenden drastischen „Vergleiche“ mit der gebotenen Großzügigkeit als schmerzliche Konsequenz hinnehmen. Statt weinerlich zu reagieren, sollte man Orbán diplomatisch darauf hinweisen, die ungarische NS-Vergangenheit aufzuarbeiten. Die ist nämlich auch nicht ohne

Empfehlen
P. TOSZEGI
P. TOSZEGI (Palto) - 22.05.2013 00:52 Uhr

Die grün-rote Kavallerie.

Der Wahlkampf hat begonnen und die grün-roten Dreckschleudern hocken im Gebüsch und feuern aus dem Hinterhalt. Ungarn und Deutschland haben keine Probleme miteinander, einige Politiker mit Hilfe der Medien möchten das aber ändern. Nach dem Motto „divide et impera“, Bedeutung: stifte Unfrieden unter denen, die du beherrschen willst! Die ungarische FIDESZ und die deutsche CDU/CSU gehören zu den großen, konservativen Volksparteien in Europa. Wenn man die gegeneinander aufhetzen könnte, dann hätte man sowohl in Berlin, wie auch in Straßburg und Brüssel ein leichteres Spiel. Dann hätten die blöden Kavallerie-Sprüche des Peer Steinbrück, erst gegen die Schweiz und nun auch gegen Ungarn doch noch einen gewissen Nutzen. Viktor Orbán ist ein intelligenter Mann. Er verliert nicht so leicht die Kontrolle und lässt sich auch nicht zu leichtsinnigen Äußerungen hinreißen. Natürlich kann man seine Worte verdrehen und sie falsch interpretieren wenn man das unbedingt tun möchte.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.05.2013 08:55 Uhr
Reinhard Szimm
Reinhard Szimm (hotroad) - 24.05.2013 08:55 Uhr

die Grün-rote Kavallerie

Bei vielen Politikern ist es so üblich,das sie vor dem Öffnen des Mundwerkes vergessen,das Gehirn einzuschalten ! Traurig aber war,die normale politische Streitkultur gibt nicht mehr ! Und das ist wirklich schade !

Empfehlen
Robert Stulier

wenn Menschen einander blind verstehen und miteinander scherzen . . .

so ordne ich die Kavallerie ein und so ist es ein richtig guter Piekser für Peerchen gewesen, weil man diesen Spaß ohne das Wissen um das Original gar nicht verstehen kann.

Alles viel zu hoch gehängt, alles viel zu ernst genommen. Rauch um Nichts.

Ich habe mich köstlich amüsiert, vor allen Dingen darüber, was daraus gemacht wird.

Empfehlen
Jürg Walter Meyer

Wie man in den Wald hineinruft so tönt es zurück

Frechheit und Arroganz von Steinbrück, Ungarn sei aus der EU auszuschließen.
Auch wir Schweizer haben dem Steinbrück für seine Kavallerie zurückgegeben. Da die Schweiz, im Gegensatz zu Ungarn von den Nazis nie erobert wurde, konnten wir nicht, wie Orban von deutschen Panzern reden. In Steinbrück geistern ähnliche Gedanken, wie sie die Nazis gegen uns hatten, die da sangen: „Die Schweiz das kleine Stachelschwein, das nehmen wir auf dem Rückweg ein".

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.05.2013 16:36 Uhr
Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 22.05.2013 16:36 Uhr

ach ja ?

Die Schweiz wurde absichtlich belassen, sie war und ist den Nazis nützlich, hat immer kooperiert. Die Vermögen vieler Nazis gerettet und nach dem Krieg mit diesem Vermögen teilweise alte/neue Dynastien gefördert. Alle haben profitiert. Die Schweiz und die Verbrecher dieser Welt sind stets ganz dicke Kumpels (gewesen?) .

Empfehlen
Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 21.05.2013 18:08 Uhr

Wer hats gesagt ?

Wer hat das Wort "Kavallerie" zuerst in den Mund genommen ?
Merkel. Den Halbsatz hätte sie einfach weglassen können, keinerlei Anspielungen auf Militär, als deutscher Politiker ! Das weiss man doch, also echt.. ungeschickt, Angela !

Empfehlen
Toni Sotte
Toni Sotte (ToniSotte) - 21.05.2013 15:00 Uhr

Reichsprotektorat

Früher hieß es: Stammesgebiete unter Schutz nehmen. Dann: Reichsprotektorat proklamieren. Dann: Flugverbotszone verhängen. Jetzt: Kavallerie eimarschieren lassen. Im Prinzip immer die gleiche "Bruderarmee", die kommt, um "Umtriebe im Interessenbereich des Reichs" auszumerzen. Dabei hockt diese BRD selber bis zum Kopf im D.eck und steht einer bankrotten EU vor, der mittlerweile die ganze Dritte Welt in die Augen lacht. In Berlin, Brüssel oder Paris hat man bloß noch nicht kapiert, dass man auf der ganzen Linie gescheitert ist, und bildet sich noch immer ein, überall reinreden zu dürfen.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2013 02:25 Uhr
P. TOSZEGI
P. TOSZEGI (Palto) - 23.05.2013 02:25 Uhr

"Die Ungarn waren die ersten."

Ich weiß nicht woher Sie solche Detail-Kenntnisse haben und was Sie uns damit sagen wollen. Andererseits setzen Sie selbst ein Fragezeichen am Ende Ihrer Aussage. Sind Sie sich nicht sicher? Wer waren denn diese Ungarn, hatten sie einen Namen? Und was ist daran so schlimm 1933 Adolf Hitler zu seinem neuen Amt gratuliert zu haben? Da haben ihm noch viele andere gratuliert. Zu diesem Zeitpunkt hatte er ja noch keinen einzigen Juden umgebracht und niemand wusste wie er sich entwickeln würde. Auch die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin standen noch bevor und die ganze Welt kam. Ganz zu schweigen vom Münchener Abkommen am 29. September 1938 wo neben andere, solche ehrenwerte Herren wie Édouard Daladier und Neville Chamberlain eigens zu Hitler nach München angereist waren. Also, was wollen Sie uns sagen?
Im Übrigen bin ich mit Ihnen einverstanden, dass Deutschland am Ausbruch des 1. Weltkrieges nicht alleine schuldig war und dass Kaiser Wilhelm II versucht hatte ihn aufzuhalten.

Empfehlen
Jan Wein

Stimmt. Die EU muss etwas ändern. Und das schnell. Dennoch ...

Unglücklicherweise waren 1933 die ersten, die Adolf Hitler gratuliert haben doch die Ungarn!?

Deutschland wird immer für alles verantwortlich gemacht - egal was es ist, 1. WK, 2. WK... dabei hatte der Deutsche Kaiser Wilhelm II, der der Bruder vom Englischen Prinz Heinrich war, noch bis zu letzt versucht, das aufzuhalten (mit Briefen u.a.).

`Sogar zuletzt, als die dt. Truppen zur westlichen Front marschierten, versuchte der Kaiser den Krieg zu verhindern. Er hielt seinen Feldmarschall von Moltke an die Armee zu stoppen, nur damit sein General ihm sagt, dass dies unmöglich sei. Wilhelm antwortete erbittert, "Dein Onkel hätte mir eine andere Antwort gegeben", den Graf von Moltke in Erinnerung rufend, der die Franzosen 1870 besiegte.`

Schlimm auch, dass die Briten eigentlich mit uns verbündet waren seit den Zeiten Napoléons. Also so unschuldig an der ganzen Misere in der EU (WK1 führte bekanntlich zu WK2) sind die Briten auch nicht. Was nicht heißt, ich würde die Briten nicht achten!

Empfehlen
Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 21.05.2013 14:29 Uhr

Gebot der Mässigung

In der Tat ist es eine Entgleisung über Länder, die Deutschland in der NS-Zeit überfallen hat, militaristische Anspielungen zu machen. Wenn Merkel Sprüche klopfen will, kann sie sich ja in einem anderen Fundus bedienen.
Ohne die ewige NS-Laier zu bedienen: Es ist doch sonnenklar, dass viele Ländre in dieser Frage Empfindlichkeiten haben - und eben nicht nur Israel. Das weiß jeder, der Kontakte nach Holland, Polen oder sonstwo hat: Besser keine Späßchen die in die NS-Schublade passen könnten.

Und schon bei der Schweiz war das Wortspiel nicht angemessen. Und dass man die deutschen Knobelbecher oder Panzer gegen die US-Kavallerie (gegen die Eingeborenen) austauscht, macht die Sache auch nicht besser.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.05.2013 12:23 Uhr
Hellmut  Wilde
Hellmut Wilde (HWilde) - 22.05.2013 12:23 Uhr

Ob das von Orban geschickt genutzt war

wird sich erst noch zeigen. Schließlich hat er Kanzlerin und Kanzlerkandidaten gleichzeitig Grund zum Ärger gegeben- so ungeschickt muß einer erst mal sein. Oder braucht er etwa keine Freunde in der EU mehr?

Empfehlen
Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 22.05.2013 00:25 Uhr

Ungarn

Die unglückliche Rolle Ungarns ist mir bekannt - das ändert aber an der Besetzung nichts. Und auch nicht daran, dass viele Einwohner Ungarns unter den Deutschen (und ihren einheimischen Helfern) haben leiden müssen.

Spässe, die auf Gewalt abziehen, sind immer Grenzfälle - auch privat sollte man das nur mir Leuten machen, die man gut kennt, und die für grobe Töne zu haben sind.

Und mal im Ernst. Wäre das Israel oder Polen gegenüber die richtige Wortwahl. Sicher nicht - und warum sollen die Ungarn sowas schlucken?

Empfehlen
Lea Karow
Lea Karow (karow) - 21.05.2013 20:33 Uhr

Nun ist das allerdings im Falle Ungarns alles nicht so eindeutig.

Ungarn ist zwar besetzt worden, aber - oder besser wohl ABER: Es gab im Falle dieses speziellen Landes eine Menge Gegensätzliches, sowohl vor als auch nach dem 19. März 1944, alles reichlich kompliziert. Vielleicht kann man es so sagen: Ungarn war im Endeffekt sowohl Täter als auch Opfer.

Allerdings muss man hier hervorheben, dass Frau Merkel die "Kavallerie" ja gerade kritisch erwähnt hat, als Vorwurf gegen ihren politischen Gegner. Aber Orbán hat das geschickt genutzt.

Empfehlen
Wilfried Beckert

Die Kavallerie

Dank an Stephan Löwenstein! Dieser Artikel hat mich daran erinnert, warum ich die FAZ - auch - lese.
mfG
Wilfried Beckert

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.05.2013 12:06 Uhr
Jan Wein

Re: Schon wieder die Kavallerie

Der Wortschatz von Steinbrück ist schon manchmal recht amüsant.

Was das komische Gefühl bei all diesem kurios anmutenden Wortschatz ernst macht, ist dass der Ungarische Ministerpräsident Panzer erwähnt hat. Daraus müssen wir schließen, dass er weiß, dass im Militärjargon die Panzer das moderne Äquivalent zur Kavallerie sind. Und diese militärische Kenntnis neben all der eigentlichen Sorgen (beliebiges Grundgesetzändern) beunruhigt mich.

Aber machen wir uns nichts vor - wir Deutschen geben noch immer zu viel fürs Militär aus - wir haben mehr Soldaten als die Franzosen, trotz des Abbaus an Kriegsgerät & Soldaten um 25% von 2011 auf 2012. Ungarn ist keine Gefahr mit ihren 40000 Soldaten 200 Panzern. UND sie sind mit uns in Afghanistan (400 Soldaten). Also machen wir uns nicht vor, Ungarn führe einen Krieg im Schilde - das würde niemals gut gehen, das würden sie auch niemals wollen, da bin ich sicher. Es ist eher ein typisches Machtduell zwischen Legislative und Exekutive. Interessant!

Empfehlen
Gergely Horvath

Jüdischer Weltkongress

Vor kurzem tagte der jüdische Weltkongress in Ungarn. Der Vorsitzende (R. Lauder) rügte Orban, weil er seiner Meinung nach nicht von der radikalen Rechten distanziert hätte. 17 Zeitung haben in Deutschland darüber berichtet.
Ein Tag später hat sich Hr. Lauder für diese Aussage vor laufenden Kameras in aller Öffentlichkeit entschuldigt. Er meinte er wäre nicht umfassend informiert worden. Hut ab! Nur die wenigsten Politiker sind zu so etwas fähig.
Man würde vermuten dass darüber auch 17 Zeitungen berichten, aber nein; eine (1!) Zeitung hat in Deutschland darüber berichtet.
Bei 17:17 könnte man behaupten daß es eine objektive Berichterstattung gibt.
Was sagt man bei 17:1?

Empfehlen
Gergely Horvath

Was ist Demokratie-Defizit?

Es war um das Jahr 2000 als ich zum ersten Mal erfahren habe was Demokratie-Defizit bedeutet. Damals hat das ungarische Parlament (Orban war Ministerpräsident) beschlossen – gegen die allgemeine Erwartung – dass das ungarische Militär Gripen Jagdflugzeuge kaufen würden, und keine amerikanischen. Kaum zwei Tage später ging in den USA eine Medienkampagne los laut dem in Ungarn ein ganz furchtbarer Demokratie-Defizit herrsche; dem ungarischen Bürger scheint es so, dass Demokratie-Defizit ist immer dann vorhanden wenn ein Geldhahn verschlossen wird.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.05.2013 09:06 Uhr
Reinhard Szimm
Reinhard Szimm (hotroad) - 24.05.2013 09:06 Uhr

Was ist Demokratie-Defizit ?

Es ist schon seltsam,das ausgerechnet von Brüssel diese Worte kommen,obwohl das EU-Parlament sehr wenig mit Demokratie gemein hat ,sondern eher eine parlamentarische Diktatur ! Wer anderen Staaten die Souveränität aberkennt und vorschreibt was sie tun dürfen und nicht, ja was hat das denn bitte mit Demokratie zu tun ? Ich habe ganz vergessen , weswegen die EU gegründet wurde, sollte es nicht sein zur gesamten wirtschaftlichen Förderung ? Ein Beispiel : In der BRD gab in den 50'er Jahren die Quecksilberdampf-Lampen,die wurden wegen dem Quecksilber in den 60'er verboten ! Und die EU hat diese Sparlampen wieder Zwangseingeführt ! Schon seltsam ,oder ?

Empfehlen
Gergely Horvath

Merkel war korrekt

Kanzlerin Merkel sagte doch im Wesentlichen dass Ungarn die Gesetze ändern müsste die mit den europäischen Werten nicht in Einklang stehen würden. Nichts weiter. Und das ist doch korrekt. Da bin ich auch dafür. Da komme ich nicht drum herum an das Mediengesetz denken zu müssen. Nach einem riesigen Theater hat die EU eingehend und tiefgründig das Mediengesetz geprüft und lediglich 3-4 Wörter modifizieren lassen (also praktisch nichts). Man ist halt zum Schluss gekommen – was die Ungarn schon im Voraus behauptet haben – dass es fast keinen Satz gibt im Gesetz der nicht im Mediengesetz eines anderen EU-Landes vorkommen würde. Und trotzdem wird es immer noch Tag für Tag als ein fragwürdiges Gesetz dargestellt, obwohl selbst die EU-Kommissare nach tiefgründiger Analyse nichts Undemokratisches daran finden konnten. Kann mir das bitte jemand erklären? Ich wäre wirklich neugierig!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.05.2013 20:39 Uhr
Simon Eichendorff

Vielleicht gehört Orban nicht zum "Club"

Dieser von Ihnen richtig dargestellte Sachverhalt läßt nur einen Schluss zu: dass man Orban ohrfeigen will, und einen Grund dafür an den Haaren herbeiziehen muss. Vielleicht gehört Orban nicht "zum Club" der Regierungschefs, die sich auf den Abbau der nationalen Souveränität zugunsten eines EU-Zentralstaats verständigt haben, oder ist sogar dagegen?

Empfehlen
Gergely Horvath

Merkel war korrekt, Steinbrück nicht.

Die Bemerkung Orban´s war nicht an Merkel gerichtet, sondern an Steinbrück. Merkel hat die Ereignisse korrekt kommentiert. Steinbrück hat aber ein Blödsinn von sich gegeben den man so nicht unbeantwortet lassen konnte. Vielleicht fiel die Antwort doch etwas brüsk aus. Die deutschen haben in Ungarn einen guten Ruf, werden von fast allen respektiert. In vielerlei Hinsicht dient uns Deutschland als Vorbild. Die Stimmung ist also in der Hinsicht keineswegs so wie in Italien oder Griechenland. Hr. Steinbrück sollte lieber nicht auf dieser ungerechtfertigten anti-ungarischen Welle mitreiten, das könnte in den deutsch-ungarischen Beziehungen Folgen haben die sich niemand wünscht; am wenigsten die Ungarn.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.05.2013 20:37 Uhr
Lea Karow
Lea Karow (karow) - 21.05.2013 20:37 Uhr

Nur ist die Welle ja gar nicht anti-ungarisch,

sondern "anti-Fidesz". Auch die Kritik an Frau Merkel, beispielsweise, ist doch nicht antideutsch.

Empfehlen
Gergely Horvath

Stimme zu

Hr. Pohl, Sie haben ja recht. Ich denke Fr. Merkel wollte mit Ihrer Antwort quasi alle bedienen wollen, somit auch der Europäischen Kommission nicht direkt widersprechen, aber trotzdem irgendwie neutral bleiben. Das ganze ist tatsächlich nicht ganz gut gelungen. Und Hr. Orban hat dann vielleicht auch etwas zu stark reagiert, wobei Frau Merkel eigentlich sein wichtigster Verbündeter im Ausland ist. Hoffentlich bleibt die ganze Geschichte ohne Konsequenzen.

Empfehlen
Stefan Pohl

Vielen Dank, Herr Horvath, für ihre erhellenden und interessanten Kommentare.

In einer Hinsicht gestatte ich mir doch zu widersprechen. Die Einlassung Frau Merkels, »Ungarn auf den richtigen Weg zu bringen« zu wollen, halte ich durchaus nicht für korrekt, sondern für anmaßend. Damit hat sie sich zur Komplizin Steinbrücks gemacht, die ihm in der Sache zustimmt und nur in der Wahl der Mittel andere Präferenzen hat.

Empfehlen
Reinhold Wuest

Einflugschneise ESM

Schon mal vorbeugen, damit die Deutschen wieder gebückt und Asche aufs Haupt streuend in Brüssel zu Kreuze kriechen. Die österreichischen Banken sind in Ungarn stark investiert. Wenn Ungarn nach dem Crash gerettet werden muss, so sind es in Wirklichkeit die österreichischen Banken und deren Vernetzung mit unseren ist ja bekannt. Kandidat-Nr.-2 ist der Nachbar Slowenien, der eigentlich dem alten Reich der Habsburger am nächsten ist. Nebenan sind Serbien und Kosovo, alle netten Balkanfreunde und hinter den Bergen liegt Griechenland, ihr wirtschaftlich wichtigster Nachbar. Also: Diese Zone der Entwicklungsländer sollen wir aufpäppeln? Da werden aber noch viele Tonnen Frischgeld gedruckt werden müssen und die deutsche Mittelschicht muss materiell runter auf Hartz-IV, meinen die Grünen.

Empfehlen

20.05.2013, 17:24 Uhr

Weitersagen
 

Keine Frage der Ehre

Von Helene Bubrowski

Sogenannter Ehrenmord ist Mord aus niedrigen Beweggründen. Und doch werden Ehrenmörder immer wieder milder bestraft. Solche Urteile richten großen Schaden an. Zum Glück geht ihre Zahl zurück. Mehr 54 46