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Aktualisiert: 18.09.2014, 13:41 Uhr

Ukraine-Krise Putin drohte angeblich mit Einmarsch in Riga und Warschau

In zwei Tagen könnten seine Truppen nicht nur in Kiew, sondern auch in Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau oder Bukarest sein, soll der russische Präsident Putin in einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko gedroht haben.

© dpa Binnen zwei Wochen in Warschau oder Vilnius? der russische Präsident Wladimir Putin vor einer Woche in Tadschikistan

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einem Zeitungsbericht nach gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit der russischen Fähigkeit eines Einmarschs in Polen, Rumänien oder dem Baltikum gedroht. „Wenn ich wollte, könnten russische Truppen in zwei Tagen nicht nur in Kiew, sondern auch in Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau oder Bukarest sein“, sagte Putin in einem Gespräch mit Poroschenko nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag. Die Zeitung beruft sich auf eine ihr vorliegende Gesprächszusammenfassung des Auswärtigen Dienstes der EU über ein Treffen am Freitag.

Bei dem Treffen in Kiew habe Poroschenko dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso von den Aussagen berichtet. Anfang September war bereits berichtet worden, Putin habe in einem Telefonat mit Barroso gesagt: „Wenn ich wollte, könnte ich Kiew binnen zwei Wochen einnehmen.“ Barroso hatte beim EU-Gipfel Ende August von dem Telefonat berichtet. Der Kreml hatte daraufhin kritisiert, dass Barroso den Inhalt eines privaten Telefonats publik gemacht habe.

Die EU-Kommission wollte sich zu den angeblichen Drohungen Putins gegen Staaten der Europäischen Union nicht äußern. „Wir betreiben Diplomatie nicht über die Medien und diskutieren keine Notizen aus vertraulichen Gesprächen“, sagte eine Sprecherin von Barrosos am Donnerstag in Brüssel.

© F.A.Z., Reuters, dpa Putins Ambitionen: Gefährdet Russland den Frieden in Europa?

Die „SZ“ berichtete unter Berufung auf die Gesprächszusammenfassung, Poroschenko habe die angebliche Äußerung Putins zitiert, um deutlich zu machen, wie emotional der russische Präsident auf den Einfluss der EU auf Staaten in der russischen Nachbarschaft reagiere. Poroschenko hatte in den vergangenen Wochen mehrfach mit Putin telefoniert, um den mittlerweile geltenden Waffenstillstand im Osten der Ukraine auszuhandeln und die Zustimmung Putins zu einem Zwölf-Punkte-Plan für die Beilegung des Konflikts zu erhalten.

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Demnach warnte Putin in den Gesprächen Poroschenko offenbar davor, sich zu sehr auf die EU zu verlassen. Er könne durch bilaterale Kontakte Einfluss nehmen und eine „Sperrminorität“ im Europäischen Rat bewirken, die für Russland negative Entscheidungen verhindere, habe Putin gesagt. Mehrere Länder wie Ungarn, Bulgarien, Zypern und die Slowakei sehen die Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland kritisch und könnten sich künftig weiteren Strafmaßnahmen widersetzen.

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