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Aktualisiert: 12.08.2014, 09:28 Uhr

Ukraine-Konflikt Russischer Hilfskonvoi in die Ostukraine aufgebrochen

Ein russischer Hilfskonvoi ist mit 2000 Tonnen Hilfsgütern in die Ostukraine aufgebrochen. Befürchtungen, dass er zum Anlass für eine russische militärische Intervention genutzt werden könnte, versucht Moskau zu zerstreuen.

© AP Aussicht auf Hilfe: Wann der russische Hilfskonvoi die Ukraine erreicht, ist noch unklar

Ein russischer Hilfskonvoi ist Medienberichten zufolge am Dienstagmorgen in die Ostukraine aufgebrochen. 280 Lkw mit rund 2000 Tonnen Hilfsgütern seien in Alabino, in der Nähe der russischen Hauptstadt Moskau gestartet, meldete die Nachrichtenagentur Itar Tass. Alles sei mit der Ukraine abgestimmt, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, dem Hörfunksender Business FM. Das Staatsfernsehen zeigte Lastkraftwagen mit der Aufschrift „Humanitäre Hilfe“.

Im Osten der Ukraine werden infolge der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten insbesondere in den Rebellenhochburgen Donezk und Luhansk Lebensmittel und Wasser immer knapper. Nach Angaben von Russia Today enthält die Hilfslieferung 400 Tonnen Getreide, 100 Tonnen Zucker, 62 Tonnen Kindernahrung sowie 54 Tonnen medizinische Ausrüstung. Der Konvoi solle außerdem 12.000 Schlafsäcke und 69 Stromgeneratoren in die umkämpften Gebiete bringen.

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Die Ukraine hatte am Montag einem internationalen Hilfskonvoi mit russischer Beteiligung unter der Voraussetzung zugestimmt, dass er unter der Führung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz stattfindet. Die Führung in Kiew, die EU, die Vereinigten Staaten und die Nato hatten zunächst die Befürchtung geäußert, Russland könnte unter dem Deckmantel eines Hilfskonvois seine Soldaten in die Ostukraine einmarschieren lassen. Laut der russischen Nachrichtenagentur, sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass die Armee in die Lieferung nicht involviert sei.

Der französische Außenminister Laurent Fabius äußerte noch am Dienstag Bedenken. „Wir müssen außerordentlich vorsichtig sein“, sagte Außenminister Laurent Fabius im Hörfunksender France Info. Es könne sein, dass sich auf diesem Wege Russen in der Nähe der Rebellenhochburgen Donezk und Luhansk in Stellung brächten und den Westen vor vollendete Tatsachen stellten. Der Hilfskonvoi sei nur möglich, wenn das Rote Kreuz ihn genehmige, sagte Fabius. Über den Kurznachrichtendienst Twitter kamen derweil Meldungen, dass Russland das Rote Kreuz nicht vor der Abfahrt des Konvois informiert habe.

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