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Ukraine : Der Zerfall droht

Straßenszene aus Kiew am Freitag Bild: AP

Der Aufruhr in der Ukraine hat eine neue Dimension erreicht. Der Präsident hätte die Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Handelt er nicht, droht das Land zu zerfallen.

          Mit der Besetzung von Verwaltungsgebäuden in einigen westukrainischen Städten hat der Aufruhr in der Ukraine eine neue Dimension erreicht. Das Land ist nahe an dem Punkt, an dem Teile davon der Kontrolle des Janukowitsch-Regimes entgleiten. Das wäre nicht gut, denn das würde einen Prozess in Gang setzen, an dessen Ende der Zerfall des Staates stehen könnte.

          Der Präsident hätte die Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, indem er endlich auf die Opposition zugeht, und zwar nicht mit widersprüchlichen Signalen wie in den vergangenen Tagen, sondern mit eindeutigen Ankündigungen und beherzten Taten. Nur wenn die Oppositionsführer den Demonstranten etwas vorweisen können, haben sie noch eine Chance, die Bewegung zu steuern.

          Mit einer vorsichtigeren Rhetorik könnten sie vielleicht zur Entspannung beitragen, doch überschätzen darf man ihren Einfluss nicht. Wenn Präsident Janukowitsch nicht bald seiner Verantwortung für das Land gerecht wird, bleibt der von einer brutalen Miliz bedrängten Opposition kein Raum mehr für konstruktives Handeln.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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