http://www.faz.net/-hox-88zlz

Nach Anschlag von Ankara : Türkei behauptet, PKK sei für Attentat verantwortlich

  • Aktualisiert am

Bei der Beerdigung der Opfer von Ankara werden auch Fahnen von Abdullah Ocalan, des inhaftierten Chefs der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, gezeigt. Bild: dpa

Die türkische Regierung behauptet nun, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK stecke hinter dem Anschlag in Ankara. Möglich sei sogar eine Zusammenarbeit mit dem „Islamischen Staat“, sagt Ministerpräsident Davutoglu.

          Die türkische Regierung hält eine Beteiligung der Kurdischen Arbeiterpartei PKK an dem Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit fast 100 Toten für möglich. Sowohl die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) als auch die PKK hätten möglicherweise eine Rolle bei dem Attentat gespielt, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die Ermittlungen zu den zwei Selbstmordattentätern würden nun ausgeweitet.

          Bei der Explosion von zwei Bomben in der Hauptstadt während einer Friedensdemonstration starben am Samstag 97 Menschen. Zur Kundgebung hatten pro-kurdische Aktivisten und Bürgerrechtler aufgerufen. Ermittler halten es einem Insider zufolge für möglich, dass eine einheimische Zelle der IS-Miliz hinter dem Anschlag steckt.

          Schon am Dienstag hatte die Türkei die Botschafter Russlands und der Vereinigten Staaten einbestellt und vor einer Unterstützung syrischer Kurden im Kampf gegen den IS gewarnt. Den Botschaftern sei die türkische Sichtweise hinsichtlich der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) übermittelt worden, sagte ein Mitarbeiter des türkischen Außenministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Einbestellung am Dienstag seien „notwendige Warnungen“ ausgesprochen worden.

          Der PYD sollen nach türkischer Auffassung weder von russischer noch von amerikanischer Seite Waffen oder anderweitige Unterstützung zukommen. Die Türkei sieht die PYD als den syrischen Ableger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) an. Die PKK kämpft seit 1984 in der Türkei gegen den Staat und ist als Terrorgruppe dort verboten.

          Nach Blutbad in Ankara : Proteste gegen Erdogan

          In der vergangenen Woche hatte das Pentagon erklärt, das umstrittene Ausbildungsprogramm für moderate Rebellen in Syrien auszusetzen und sich stattdessen auf die Ausrüstung ausgewählter Rebellenführer zu konzentrieren, die aktiv gegen den IS kämpfen. Russland unterstützt mit Luftangriffen in Syrien vor allem Staatschef Baschar al Assad; in der vergangenen Woche gab es Gespräche eines russischen Vertreters mit PYD-Chef Salih Muslim über den Kampf gegen den IS.

          Quelle: Reuters/AFP

          Weitere Themen

          Erdogan legt im Streit mit Amerika nach Video-Seite öffnen

          „Keine Demokratie“ : Erdogan legt im Streit mit Amerika nach

          Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Rede in Istanbul gesagt, dass Amerika keine Demokratie sein könne. In den Vereinigten Staaten werden derweil Sicherheitskräfte Erdogans verklagt, weil sie bei einem Amerika-Besuch des türkischen Präsidenten gewalttätig gegenüber Demonstranten geworden sein sollen.

          Topmeldungen

          Geisteszustand des Präsidenten : Ist Donald Trump verrückt?

          Etliche Psychiater in den Vereinigten Staaten machen sich Sorgen um den Geisteszustand von Präsident Donald Trump. Dessen Verhalten ist zwar grenzwertig. Doch spiegelt es vor allem die Gesellschaft wider, die ihn an die Macht befördert hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.